Gates Foundation unterstützt Schweizer Wasserforschung
Die Stiftung von Bill und Melinda Gates unterstützt mit drei Millionen Franken ein gemeinsames Projekt des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag und der Wasserversorgung eThekwini in Südafrika.
Urin als Rohstoff der Zukunft? Die separate Sammlung von Urin erlaubt innovative Lösungen für Verbesserungen der Siedlungshygiene und das Recycling der Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium. Insbesondere an Orten, wo eine Schwemmkanalisation nach westeuropäischem Muster keine nachhaltige Lösung bietet, ist die Urinseparierung eine grosse Chance.
Das auf vier Jahre ausgelegte Vorhaben umfasst die Weiterentwicklung von technischen Lösungen zum Nährstoffrecycling aus Urin. Ausserdem untersuchen die Beteiligten zusammen mit Experten der Universität KwaZulu-Natal sowie der ETH Zürich logistische Lösungen für die Sammlung und den Transport von Urin von den Toiletten zu den Behandlungsanlagen. Schliesslich gehen die Schweizer Wasserforscher mit ihren Partnern in Südafrika der Frage nach, wie mit der Gewinnung und dem Verkauf eines Düngers aus Urin die Siedlungshygiene wirtschaftlich gefördert werden kann, so dass ein günstiges, effizientes und breit akzeptiertes Sanitärsystem etabliert werden kann.
Zusammenarbeit mit innovativer Wasserbehörde
Tatsächlich können sich die Schweizer Wasserforscher in der südafrikanischen Region eThekwini rund um Durban auf eine innovative Verwaltung stützen, die im Bereich der Siedlungshygiene schon wesentliche Pionierarbeit geleistet hat. Unter anderem propagieren die Wasserverantwortlichen seit 2002 eine Reihe verschiedener Trockentoiletten. Bereits sind rund 90'000 Toiletten mit separater Urinableitung in Betrieb – allerdings wird der Urin heute einfach versickert, was längerfristig neue Probleme schafft. Mit dem Nährstoffrecycling aus Urin soll nun ein möglichst simples Gesamtsystem etabliert werden, das die Kosten für die Siedlungshygiene senkt, die Verschmutzung der Wasserressourcen verhindert und einen Dünger für den lokalen Markt produziert. «Das ist ein komplett neues Denken, nicht bloss ein kleiner Schritt auf einem bereits bekannten Pfad», sagt Kai Udert.



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