Home | Digital | Windows-10 schafft die Privatsphäre ab

Windows-10 schafft die Privatsphäre ab

Schriftgrösse: Decrease font Enlarge font
image

Windows-10 ist gerade da, es gibt eine neue Datenschutzrichtlinie und die Dienstleistungsvereinbarung von Microsoft kommt sofort hinterher.

Die neuen Richtlinien treten am 1. August in Kraft und es gibt ein paar beunruhigende Dinge die dort eingebettet sind. Jeder sollte darüber genau nachenken, was er von den Dienstleistungen und der Software des Unternehmens danach hält.

Die Datenschutzerklärung und das Service Agreement sind auf 45 Seiten zusammengefasst. Microsofts Deputy General Counsel, Horacio Gutierrez schrieb , dass sie "einfache Bedingungen" seien und die die Menschen sie klar verstehen würden.Die meisten von uns werden jedoch kaum einen Blick darauf werfen.

Wie so viele andere Unternehmen, hat Microsoft einige sehr weitreichende Befugnisse hineingepackt. Klar ist, Ihre Daten werden nicht auf dem Computer bleiben, so viel ist sicher.

Windows-10 hat Daten-Synchronisierung standardmässig

Melden Sie sich mit Ihrem Windows-Microsoft-Konto an, das Betriebssystem synchronisiert sofort Einstellungen und Daten auf den Servern des Unternehmens. Dazu gehören Ihre Browser-History, Favoriten und die Webseiten die Sie in dem Moment offen haben. Das geschieht auch mit gespeicherten Apps, Webseiten und ihren mobilen Hotspot-Passwörtern und Wi-Fi-Netzwerknamen und Passwörtern.

Deaktivieren kann man das durch Springen in die Einstellungen. Viele Anwender werden jedoch nicht wissen wie sie damit umgehen sollen, um sie auszuschalten, auch wenn sie es wahrscheinlich wollen.

Cortana, der Spion in der Maschine

Schalten Sie Cortana ein, den virtuellen Assistenten und Sie nehmen an einer ganzen Reihe von Daten-Sharing teil.

Um Cortana zu ermöglichen personalisierte Erfahrungen und relevante Vorschläge zu machen, sammelt und verwendet Microsoft verschiedene Arten von Daten wie beispielsweise Ihr Gerät, Daten aus dem Kalender und den Anwendungen die Sie verwenden, Daten von Ihren E-Mails und SMS-Nachrichten, Ihre Kontakte die sie anrufen und wie oft Sie auf Ihrem Gerät interagieren.

Cortana lernt durch das Sammeln von Daten viel über Sie. Wie Sie Ihr Gerät und andere Microsoft-Dienste verwenden, Ihre Musik, Alarmeinstellungen und ob die Bildschirmsperre aktiviert ist, was Sie sehen und kaufen und grast die Bing-Suchhistory ab und vieles mehr. 

Mit der Cortana Analyse von Sprachdaten, sammelt Microsoft Ihre Spracheingabe sowie Ihren Namen und Spitznamen, Ihre letzten Kalenderereignisse und die Namen der Personen in Ihrer Terminliste und Informationen über Ihre Kontakte, einschliesslich Namen.

Windows-10 erzeugt eine eindeutige Werbe ID für jeden Benutzer auf jedem Gerät. Das kann von Entwicklern und Werbenetzwerken verwendet werden, um Sie zu profilieren. Auch hier können Sie dies in den Einstellungen ausschalten, aber Sie müssen wissen, wo sie suchen müssen.

Ihr Schlüssel wird auf Microsoft Onedrive gesichert

Nicht unbedingt eine schlechte Sache, aber etwas, dessen Sie sich bewusst sein sollten. Wenn die Geräteverschlüsselung aktiviert ist, verschlüsselt Windows 10 automatisch und erzeugt einen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel. Dieser wird dann Ihrem Microsoft Onedrive-Konto gesichert.

Microsoft kann Ihre Daten offenlegen

Dies ist der Teil über den Sie am meisten besorgt sein sollten: Microsofts neue Datenschutzrichtlinie ist sehr locker wenn es darum geht, wann das Softwareunternehmen auf Ihre persönlichen Daten zugreift: "Wir werden darauf zugreifen und Ihre personenbezogenen Daten einschliesslich Ihrer Inhalte offenlegen (wie etwa den Inhalt von E-Mails und andere private Mitteilungen oder Dateien in privaten Ordnern), wenn wir in dem gutem Glauben sind, dass dies notwendig ist, um unsere Kunden zu schützen oder die Bedingungen für die Nutzung der Dienste durchzusetzen, heisst es in der Datenschutzerklärung von Windows-10.

Unser Fazit: Die Welt braucht ein neues Betriebssystem und das darf nie jemals wieder aus den Vereinigten Staaten kommen. Auf Firmen- Behörden- oder Regierungscomputern installiert, ist Windows-10 brandgefährlich. Bleibt zu hoffen, dass man dort klug genug ist auf Windows zu verzichten.

Ein paar Tipps

Zuallererst sollten Sie die Einstellungen öffnen und auf "Datenschutz" klicken. Dort werden Sie dann 13 verschiedene Bildschirme finden. Sie haben richtig gelesen, es sind tatsächlich 13 die Sie  durchlaufen müssen, und Sie sollten alles was beunruhigend scheint deaktivieren. Die meisten der wichtigen Einstellungen können auf der Registerkarte "Allgemein" gefunden werden, obwohl andere Registerkarten ebenso wichtig sind.

Als nächstes sollten Nutzer "Cortana" betrachten. Das ist der sprachgesteuerte Assistent, zwar eine der besten neuen Funktionen in Windows 10, aber es spielt auch schnell und locker mit Ihren Daten. Als Ergebnis werden viele Nutzer finden, dass die Vorteile die Risiken nicht überwiegen.

Ein weiterer Tipp auf den die die meisten Benutzer wahrscheinlich verzichten werden, denn er ist ein bisschen übertrieben, entfernen Sie Ihr Microsoft-Konto unter Windows 10 und nutzen stattdessen besser ein neues lokales Konto. Auf diese Weise kann Microsoft nicht auf alle Ihre Daten zugreifen, um sie zu synchronisieren.

hinzufügen zu: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg

Subscribe to comments feed Kommentare (8 eingetragen):

Angela Schweiger am 15/08/2015 07:31:54
avatar
Nun, mit dem Windowskonto habe ich mich schon bei Win8/8.1 nicht angemeldet. Als irgendwann mein lokales Benutzerkonto weg war, lieber mein System nochmal neu aufgesetzt.
Die Bequemlichkeit macht's halt aus. Ui! Cortana ist super, ist cool. Kein Gedanke wird daran verschwendet, was man damit preisgibt. Die Cloud/Facebook etc. sind alle so toll und dann wird mit so tollen Features geworben und kein Mensch denkt mehr an Datenschutz (bei Fratzenbuch noch nicht mal an den seiner [echten] Freunde, weil man Zuckerberg einfach seine Kontaktadressen im E-Mail-Programm schenkt.
Und jede App, die die Welt nicht braucht, wird auch nicht installiert, wenn sie für ihr funktionieren nicht notwendige Rechte einfordert.
Es könnte so einfach sein, wenn man bloß sein Hirn einschalten würde.
Thumbs Up Thumbs Down
2
@Chris am 02/08/2015 11:32:41
avatar
Für Android gibt es Apps die den Zugriff anderer Apps auf Mikro und Kamera blockieren. Die heissen "Camera Block" und "Microphone Block". Kosten jeweils zwar um die 3 Franken aber wenn man dann sieht, dass dutzende Apps nun keinen Zugriff mehr haben, beruhigt das ungemein.
Thumbs Up Thumbs Down
10
Chris am 02/08/2015 02:19:28
avatar
Ich hab Linux ausprobiert, Leute das ist der größte miss aller Zeiten.

Da bin ich gleich nach drei Monaten wieder zu Windows.

Außerdem ist es legitim, das Windows Daten sammelt! Denn sie haben eure Erlaubnis dazu! Was, davon wisst ihr nichts? Dann ließt doch in Zukunft die Bestimmungen und AGBs genauer durch!

Das selbe wie Facebook, wie manche rumheulen das Facebook eine Datenkrake sei... Heul doch!

Wenn's jemanden stört, kann er einfach afhören Facebook zu nutzen. Es ist keiN Geheimnis das die Daten sammeln, in Gegenteil da stimmt jeder, mit eine Anmeldung auch zu!

Ist doch das selbe, als wenn man einen Detektiv erlaubt, heimlich fotos von einem zu machen um im nachhinein zu sagen, das man ausspioniert wurde...

Und das aller, aller Schlimmste:

Jeder Smartphonenutzer wird dauerauspioniert! Bei so ziemlich jede kostenlose App wird vor eine Installation eine Zustimmung eingeholt, um zum Beispiel Bilder, Videos, Wlan, Nachrichten, Mikrofon und vieles mehr zu nutzen!!!

Da wird fleißig zugestimmt und dann wundern sich dreist warum Daten ausgetauscht werden. Warum man abgehört wird und Standortdaten ermittelt wird...

Beantwortet die Frage:
Warum sich darüber aufregen?

Die einfachste Lösung des Universums ist einfach keine billigen Apps Downloaden, keine Seiten nutzen, die Daten sammeln. Wer sich trotzdem Unwohl fühlt: Ins Dschungel ziehen und hoffen, dass Zuckerberg keine Internet Drohnen stationiert hat.
Thumbs Up Thumbs Down
-5
SUSEDJAlex am 01/08/2015 14:12:07
avatar
Die Sache ist folgendermassen:
Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Linux-Distributionen.
Für den Ottonormalverbraucher reicht die kostenlose Distribution vollkommen aus, da die meisten mit den Standardanwendungen kommen.
Weiterhin soll man sich überlegen warum die Kreativität bei Linux offen liegt. Desktop kann man sich so gestalten nach Herzenslust.
Thumbs Up Thumbs Down
7
itti am 01/08/2015 11:33:35
avatar
Auf Linux wechseln.. aha.. Ist Android nicht auch als Linux-Distribution zu klassifizieren? Und die Datenschutzbestimmungen von Google sollen also so viel besser sein? guten morgen...
Thumbs Up Thumbs Down
4
1 2 next total: 8 | anzeigend: 1 - 5

Kommentar eintragen, maximal *neu* 1000 Zeichen. Check: Zeichenzähler.de comment

Bitte den Code auf der Grafik eingeben:

  • email An einen Freund versenden
  • print Druckversion
  • Plain text Klartext
Tags
Keine Tags für den Artikel vorhanden
Umfrage: Südossetien Referendum
Die VSA wollen das kommende Referendum über Südossetiens Beitritt zu Russland nicht anerkennen. Was halten unsere Leser davon?