Schweiz Magazin - Das Schweizer Nachrichten online Magazin: Guttenberg: Staatsanwaltschaft übernimmt Verteidigung Guttenberg: Staatsanwaltschaft übernimmt Verteidigung ================================================================================ Editor on 10/04/2011 12:42:00 Der deutsche Ex-Kriegsminister zu Guttenberg arbeitet hart am Ende seiner politischen Karriere. Er versucht verzweifelt mit Hilfe seiner Anwälte, zu verhindern, dass die Universität Bayreuth den Bericht zu seiner von vorn bis hinten abgekupferten Dissertation veröffenlicht. Sein Anwalt hat der Universität Bayreuth vorgeworfen, sie trage zur "Vorverurteilung" seines Mandanten bei. Grund seiner Beschwerde waren erste Ergebnisse der Kommission, die die Doktorarbeit Guttenbergs geprüft hat. Darin stellt die Kommission fest, dass der ehemalige Kriegsminister bei seiner Dissertation bewusst getäuscht haben müsse. Die gründliche und eingehende Prüfung ließen angeblich keinen anderen Schluss zu. Die Staatsanwaltschaft Hof möchte sich ebenfalls nicht mit zu Guttenberg beschäftigen. Mit allerlei Tricksereien versucht der durch den Ministerpräsidenten Seehofer weisungsgebunde Staatsanwalt jetzt anscheinend die Verteidigung Guttenbergs zu übernehmen und will eine Anklage mit aller Macht verhindern. 1218 Plagiatsfragmente aus 135 Quellen auf 371 von 393 Seiten (94,4%) in 10.421 plagiierten Zeilen (63,8%), reichen offenbar in Bayern nicht aus, um einen Betrüger hinter Schloss und Riegel zu bringen. Begründung: Es bestehe kein öffentliches Interesse. Noch in seiner Abschiedsrede hatte Guttenberg versichert es sei ihm ein "aufrichtiges Anliegen" an der Aufklärung selbst mitzuwirken. Der Hochschulsprecher der Universität Bayreuth Frank Schmälzle allerdings erklärte, dass Guttenberg die Möglichkeit nicht genutzt habe, sich vor der Kommission zu den Vorwürfen zu äußern. So heuchelt sich der Ex-Minister von einem Fauxpas in den nächsten und es ist fast schon tragisch, dass die gesamte Welt dabei zusieht, wie ein deutscher Politiker sich Stück für Stück sein eigenes politisches Grab schaufelt. Guttenberg hat immer noch nicht begriffen, dass es um seine politische Karriere geht. Er hat sich verfangen in einem Gespinst aus Lügen, Betrügereien, Halbwahrheiten und er zeigt deutlich seinen mangelnden Respekt vor Amt, Volk und Wählern. Es würde einen nicht einmal wundern, wenn der feine Herr Baron sogar seine eigene Familie in der Affäre nach Strich und Faden belogen hätte. Und seine Karriere ? Um es kurz zu fassen: Guttenberg, Sie sind raus !