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Endlich Hoffnung für Patienten mit Haarausfall

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Haarausfall ist für viele Männer ein Angstthema, schliesslich steht volles Haar für Jugendlichkeit und Vitalität. Dass nur ältere Männer betroffen sein können, ist natürlich ein Gerücht – grundsätzlich kann es Menschen jeden Alters treffen. Da Stress bei Haarausfall ein wichtiger Faktor ist, bemerken gerade Väter den Haarverlust oft schon früh. Eine neue Pilotstudie aus Amerika verspricht nun neue Hoffnung für die Behandlung von Alopecia Areata.

Wie entsteht Haarausfall eigentlich genau?
Ein gewisses Mass an Haarausfall ist natürlich ganz normal. Verlieren Sie allerdings regelmässig mehr als 100 Haare pro Tag, so dass Ihre Haarfülle abnimmt, dann spricht man von pathologischem Haarausfall. Die körperliche Ursache von Haarausfall liegt meist in der Verhärtung von Kollagen. Ist das Kollagen geschmeidig, dann können neue Haare ungehindert wachsen, während bestehende Haare in den Haarwurzeln gehalten werden können. Eine Verhärtung des Kollagens wiederum kann durch hormonelle Störungen oder erbliche Veranlagungen entstehen.

Verhärtet sich das Kollagen, dann wird der natürliche Wachstumszyklus der Haare gestört, so dass Sie mehr Haare verlieren als nachwachsen. Wird dieser Prozess nicht aufgehalten, kann komplette Kahlheit die Folge sein.

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Bild: 121doc.com/ch/

Wie Haarausfall bisher erfolgreich behandelt werden konnte

Damit Haarausfall richtig behandelt werden kann, müssen im ersten Schritt natürlich die Ursachen geklärt werden. Dies ist oftmals schwer, da es sich meist um eine Mischung aus unterschiedlichen Faktoren handelt. Weiterhin gibt es viele unterschiedliche Arten von Haarausfall, die alle individuell betrachtet werden müssen. Insgesamt unterscheidet man den Haarausfall in drei Hauptkategorien.

1.) Hormonell-erblich bedingter Haarausfall
Der hormonell-erblich bedingte Haarausfall ist eine genetische Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem männlichen Sexualhormon Testosteron. Aufgrund dessen erleiden grösstenteils Männer diese hormonbedingte Art des Haarausfalls. Frauen sind in den Wechseljahren, aufgrund der Hormonumstellung, einem größeren Risiko ausgesetzt.

2.) Kreisrunder Haarausfall
Der kreisrunde Haarausfall ist bis heute ein Mysterium. Vermutungen legen nahe, dass die Begründung in Störungen im Immunsystem zu finden ist. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Autoimmunerkrankung, welche dazu führt, dass körpereigene Zellen die Haarwurzeln attackieren. Studien belegen, dass kreisrunder Haarausfall innerhalb von betroffenen Familien häufiger auftritt. Darüber hinaus leiden Patienten, welche an kreisrundem Haarausfall leiden, vermehrt an weiteren Autoimmunkrankheiten.

3.) Diffuser Haarausfall
Der diffuse Haarausfall entsteht durch die direkte Schädigung der Haarwurzeln. Von Infektionskrankheiten, über die Einnahme von gewissen Medikamenten bis hin zu Mangelernährung und Schwermetallvergiftungen, sind die Gründe hierfür sehr vielfältig.

Darüber hinaus existieren viele weitere, spezifischere Ursachen von Haarausfall wie z.B. Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte, zwanghaftes Spielen mit den Haaren, Pilzinfektionen etc.

Wird Ihr Haar schütterer, dann sollten Sie sich im ersten Schritt an Ihren Arzt wenden und klären, was die Ursachen sein können. Außerdem ist es natürlich sinnvoll, Ihren Lebensstil als Ganzes zu betrachten und auch Aspekte wie Stress und Ernährung unter die Lupe zu nehmen. Gerade Vätern mangelt es im Alltag oft an Ruhepausen und der Chance sich Zeit für die Zubereitung von gesunden Leckerbissen zu nehmen. Sie sollten nicht unterschätzen, dass Faktoren wie Schlaf- oder Nährstoffmangel einen direkten Einfluss auf unseren Hormonhaushalt und damit auch auf ein gesundes Haarwachstum haben können.

Neue Erkenntnisse, neue Hoffnung
Eine neue Studie aus den VSA, die im Fachblatt „Nature Medicine“ veröffentlich wurde, schafft nun neue Hoffnung für die effektive Behandlung und Prävention von Haarausfall. An der Columbia University in New York wurde der Wirkstoff Ruxolitinib an Mäusen sowie drei Probanden erprobt. Dabei wurde festgestellt, dass alle drei Patienten tatsächlich innerhalb von nur drei Monaten ein Nachwachsen bisher kahler Stellen am Kopf bewirken konnten. Die ersten bekannten Nebenwirkungen von Ruxolitinib sind allerdings Schwindel, Kopfschmerzen und andere Nervenstörungen. Genauere Studien hierzu gibt es allerdings noch nicht.

Es gilt daher, erst einmal abzuwarten, ob sich der Wirkstoff auch in Langzeitstudien bewähren kann. Ein Team von Medizinern forscht daher derzeit an der Entwicklung eines sicheren, marktfähigen Medikamentes, dass Hoffnung für Männer und Frauen mit Haarausfall verspricht. Kritiker merkten allerdings an, dass drei Studienteilnehmer natürlich viel zu wenig sind, um ernsthafte Behauptungen zu einer erfolgreichen Entdeckung zu machen. Als erster Anhaltspunkt für die Wirksamkeit des Wirkstoffs reichen die Probanden jedoch sicherlich aus.

Weniger auf der Suche nach einer Behandlung, sondern eher interessiert an der Ergründung von Haarausfall sind Forscher im Bereich Humangenetik an der Universität Bonn dabei zu ergründen, welche Rolle erbliche Anlagen bei Haarausfall genau spielen. Sie hoffen, dass Sie auf diese Weise Präventionsmöglichkeiten entwickeln zu können, so dass eine Behandlung von akutem Haarausfall gar nicht erst notwendig wird.

Was können Männer tun, deren Väter auch schon Haarausfall hatten?
Viele Männer beobachten schon in ihren Zwanzigern genau Ihre Haarlinie und sorgen sich, wenn mal mehr Haare in der Bürste hängenbleiben. Natürlich sollte man sich nicht unnötig verrückt machen, es gibt aber doch ein paar Dinge, die Sie schon jetzt präventiv tun können. Beispielsweise können Sie auf eine sehr vitamin- und mineralstoffreiche Küche achten, so dass Ihrem Körper alle Nährstoffe zur Verfügung stellen, die er für ein gesundes Haarwachstum braucht. Einige Männer entscheiden sich außerdem, regelmässige Kopfhautmassagen durchzuführen, um die Durchblutung der Haarwurzeln zu fördern.

Besonders Väter sollten natürlich auf eine gute Work/Life Balance achten und versuchen, dauerhaften Stress zu vermeiden. Yoga, Meditation oder regelmäßiges Joggen kann im Alltag für Ausgleich sorgen und die Batterien wieder aufladen. Beruf und Familie gleichermassen gerecht zu werden, kann natürlich eine grosse Herausforderung sein, gerade wenn der Berufsalltag hektisch ist. Suchen Sie am besten das offene Gespräch mit Ihrer Familie und versuchen Sie gezielt Zeiten für Gemeinsamkeit zu finden und sich gleichzeitig einen Rückzugsort zu schaffen.

Möchten Sie gezielt etwas gegen Haarausfall tun, dann raten wir Ihnen das Thema mit anderen Betroffenen anzusprechen oder sich im Netz nach einem offenen Austausch umzuschauen. Tatsächlich sind weit mehr Männer betroffen, als Sie wahrscheinlich glauben mögen.

Bild: Copyright: Goodluz / shutterstock.com

 

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