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Zürcher: Fit aber mit psychischen Problemen

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Die Zürcherinnen und Zürcher fühlen sich gesundheitlich gut bis sehr gut. Ebenfalls sind die meisten mit ihrem Leben sehr zufrieden. Die Zürcher Frauen ernähren sich gesünder als die Männer, rauchen weniger, aber nehmen mehr Medikamente. Im Vergleich zur übrigen Deutschschweiz schneidet die Zürcher Bevölkerung punkto Gesundheit oft besser ab – bei psychischen Problemen hingegen schlechter. Dies zeigt der neueste Zürcher Gesundheitsbericht des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich.

85 Prozent der Zürcher Bevölkerung schätzt ihre Gesundheit allgemein betrachtet als gut bis sehr gut ein. Rund 80 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher sind meistens bis immer glücklich, gelassen und ausgeglichen. Gleichzeitig ist rund ein Drittel von einem lang andauernden Gesundheitsproblem betroffen. Etwa 30 Prozent aller Zürcher Frauen ab 15 Jahren leiden an starken körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Schwächegefühle – diesbezüglich sind die Männer im Kanton Zürich nicht einmal halb so häufig betroffen. Dies geht aus der im Jahr 2012 schweizweit durchgeführten Gesundheitsbefragung hervor, deren Ergebnisse das Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich im Auftrag der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich jetzt veröffentlicht. «Gesundheitsberichterstattung schafft Transparenz und Wissen zur Gesundheit der Zürcher Bevölkerung und legt so eine wichtige Grundlage für selbstverantwortliches Handeln jedes Einzelnen und für gesundheitspolitisches Wirken», sagt Regierungsrat Thomas Heiniger, Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich.

«Die mittlere Lebenserwartung im Kanton Zürich ist vergleichsweise hoch», erklärt Oliver Hämmig, einer der Autoren des Berichts. Sie liegt bei den Zürcher Frauen bei über 84 Jahren und bei den Zürcher Männern bei fast 81 Jahren. Mehr Zürcherinnen (83%) achten auf ihre Ernährung als Zürcher (70%). Auch an die Empfehlung, fünf Mal am Tag Früchte oder Gemüse zu essen, halten sich beinahe doppelt so viele Frauen (23%) wie Männer (13%). Bei der weiteren Empfehlung, mindestens einen Liter pro Tag zu trinken, unterscheiden sich die beiden Geschlechter im Kanton kaum voneinander – rund ein Viertel aller Zürcherinnen und Zürcher trinkt nicht genug. Gegenwärtig raucht gut ein Viertel aller Zürcherinnen und Zürcher ab 15 Jahren. Männer (31%) rauchen häufiger als Frauen (22%), und jüngere Personen (15-34 Jahre: 34%) häufiger als ältere (65 Jahre und mehr: 13%).

Knapp vier Prozent der Zürcher Bevölkerung trinkt so viel Alkohol, dass dies ein mittleres bis hohes Gesundheitsrisiko darstellt. Hierin unterscheiden sich Frauen und Männer im Kanton Zürich nicht signifikant voneinander. Beim Medikamentenkonsum ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern deutlicher: Mehr als 52 Prozent aller Zürcher Frauen hatten in der Woche vor der Befragung irgendein Medikament eingenommen, bei den Männern waren es knapp 44 Prozent.

Risikogruppen: pubertierende Mädchen, Männer unter 30 und Männer ab 45

Als gesundheitliche Risikogruppen werden zum einen Mädchen in der Pubertät identifiziert, die häufig unter Angststörungen und depressiven Verstimmungen leiden und über Schmerzen jeglicher Art sowie Schulstress klagen. Eine weitere Risikogruppe stellen junge Männer bis 30 dar, die ein relativ ungünstiges Gesundheits- und ausgeprägtes Risikoverhalten zeigen oder psychisch erkranken. Eine dritte Risikogruppe bilden die Männer im fortgeschrittenen Erwerbsalter, die viele Übergewichtige und die höchsten Raten an stationären Hospitalisierungen mit Alkoholbezug aufweisen und bei denen sich häufig ungünstige Verhaltensweisen wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und hoher Alkoholkonsum kumulieren. Den beiden männlichen Risikogruppen gemeinsam ist ein problematischer Suchtmittelkonsum und ein ungünstiges Gesundheitsverhalten, weshalb sie eine wichtige Zielgruppe für Präventionsmassnahmen darstellen.

Gesundheit und Lebenserwartung im regionalen Vergleich hoch

«Im Vergleich zur übrigen Deutschschweiz schneidet der Kanton Zürich punkto Gesundheit häufig etwas besser ab», fasst Oliver Hämmig zusammen. So weisen die Zürcherinnen und Zürcher bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen – als wichtigste Todesursache – signifikant niedrigere Sterberaten auf. Das gilt besonders für die Zürcher Männer, die länger leben und auch weniger oft verunfallen, sich mehr bewegen und gesünder ernähren. Allerdings ist es um die psychische Gesundheit der Zürcher Bevölkerung insgesamt eher schlechter bestellt als in der übrigen Deutschschweiz. Stress-, Burnout- und Depressionssymptome sowie Konsultationen und Hospitalisationen aufgrund psychischer Probleme sind im Kanton Zürich häufiger zu beobachten. Auch Suizide sind bei Zürcher Frauen leicht häufiger als in der übrigen Deutschschweiz.

Alkohol- und Tabakkonsum rückläufig – chronische Gesundheitsprobleme zunehmend

Im Zeitverlauf zeigen sich positive wie auch negative Entwicklungen im Kanton Zürich. Der Anteil körperlich aktiver Personen nimmt seit zehn Jahren kontinuierlich zu. Gleichzeitig geht der Anteil an Raucherinnen und Rauchern sowie der Passivrauchenden in der Zürcher Bevölkerung seit Jahren stetig zurück. Gleiches gilt für den generellen und problematischen Alkoholkonsum, die beide seit Jahren rückläufig sind. Hingegen haben chronische Gesundheitsprobleme und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes und Übergewicht über die letzten zehn Jahre etwas zugenommen. Dasselbe gilt für psychische Probleme und ambulante psychiatrische Fälle sowie den Medikamentenkonsum, wo ebenfalls ein Anstieg über die Zeit zu beobachten ist.

 

Foto: © ARochau

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