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Prämienanstieg effektiv 5.8 Prozent

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Die Krankenkassenprämien werden 2017 im Schnitt um 5.8 Prozent steigen. Dies zeigt eine Auswertung des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch. Die Prämien steigen mancherorts sogar um bis zu 36 Prozent. Vor allem Versicherte mit Telmed-Modell und 2500er Franchise sind betroffen. Die höchsten Krankenkassenprämien bezahlt man durchschnittlich in den Kantonen Basel-Stadt und Genf.

Die Krankenkassenprämien steigen für 2017 stärker als im Vorjahr. Eine Analyse des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch ergibt einen durchschnittlichen Prämienanstieg von 5.8 Prozent – über alle Kantone, Altersgruppen, Kassen, Modelle und Franchisen hinweg. Das BAG gab am Vormittag einen durchschnittlichen Anstieg von 4.5 Prozent bekannt. Allerdings fliessen in diese Berechnung nur Prämien für Erwachsene im Standardmodell mit 300er-Franchise und Unfalldeckung ein.

Höchster Aufschlag: 36 Prozent

Der höchste Aufschlag betrifft Kinder im Kanton Aargau, die bei der KK Birchmeier im Hausarzt-Modell mit Franchise 0 versichert sind. Sie werden im nächsten Jahr um 36 Prozent stärker belastet.

Rund die Hälfte aller Versicherten (4.1 Millionen) erhält in diesem Jahr einen Prämienaufschlag über dem errechneten Durchschnitt von 5.8 Prozent. Von Aufschlägen über 10 Prozent sind 1.6 Millionen Versicherte betroffen. Ein Aufschlag von über 15 Prozent wird für mehr als 177’000 Versicherte fällig.

«Ein Krankenkassenvergleich lohnt sich nicht nur für Versicherte, die einen enormen Aufschlag verkraften müssen», so Comparis-Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly. «Vielmehr sollte man die absolute Höhe der Prämie im Auge behalten – selbst wenn der Aufschlag nicht übermässig ausfällt.»

Fehlanreize im System: Telmed-Modell und hohe Franchisen verlieren erneut

Wie bereits im Vorjahr zeigt die Comparis-Analyse, dass die 2500er-Franchise gegenüber der 300er-Franchise überdurchschnittlich teurer wird (+ 6.7 Prozent versus + 5.3 Prozent Steigerung bei Erwachsenen und jungen Erwachsenen). Bei den verschiedenen Versicherungsmodellen hat das Telmed-Modell für alle Versicherten im Durchschnitt höhere Aufschläge (+ 6.1 Prozent) zu verkraften als das Standardmodell (+ 5.8 Prozent). Krankenkassen-Experte Schneuwly kritisiert: «Dies ist eine verheerende Fehlentwicklung im Gesundheitssystem. Wenn diejenigen Versicherten, die mehr Selbstverantwortung übernehmen und eher auf ihre Kosten achten, stets durch die höchsten Prämienaufschläge bestraft werden, entscheiden sich weniger Konsumenten für diese Varianten. Das geht irgendwann zu Lasten aller Versicherten.»

Basel-Stadt und Genf mit höchsten Krankenkassenprämien

Vergleicht man die Krankenkassenprämien pro Kanton, so zeigt sich, dass die Einwohner von Basel-Stadt und Genf am tiefsten in die Tasche greifen müssen. In Basel-Stadt zahlt man im Schnitt 5063 Franken im Jahr für die Krankenversicherung und in Genf 4863 Franken. Am besten schneidet mit 2762 Franken im Jahr der Kanton Appenzell Innerrhoden ab.

 

 

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