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Röstigraben auch bei Krankenkassenprämien

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moneyland.ch, der unabhängige Online-Vergleichsdienst für Versicherungen und Banken, hat die Unterschiede der Krankenkassenprämien je nach Sprachregion für die Jahre 2016 und 2017 untersucht. Resultat: Westschweizer zahlen mit Abstand am meisten Prämien – über 670 Franken mehr pro Jahr als Deutschschweizer.

Der oft beschworene Röstigraben ist nicht nur kultureller und politischer Natur. Auch bezüglich Krankenkassenprämien sind die Sprachgrenzen der Schweiz von Bedeutung, wie die Untersuchung von moneyland.ch zeigt. Die unterschiedliche Kultur dies- und jenseits vom «Graben» hat auch einen Einfluss auf den Umgang mit den Gesundheitskosten, auf die Prämien und damit das Portemonnaie der Bevölkerung.
 
Markante Prämien-Unterschiede je nach Sprachregion

 
moneyland.ch hat für die neuste Analyse mehr als 250'000 Prämiendaten untersucht und nach Altersgruppen, Modellen, Franchisen, Kassen und Prämienregionen gewichtet. Für die durchschnittlichen Prämien pro Sprachregion sind dabei die einzelnen Prämienregionen mit ihren jeweiligen Hauptsprachen Deutsch, Französisch und Italienisch untersucht worden.
 
Ergebnis: In der Romandie zahlen erwachsene Versicherte im Jahr 2017 markant mehr Prämien als in den anderen Sprachregionen, nämlich im Durchschnitt 407.20 Franken pro Person und Monat. Im Tessin zahlen Versicherte 385.20 Franken pro Monat und damit rund 260 Franken pro Jahr weniger, in der Deutschschweiz 351.10 Franken pro Monat und damit mehr als 670 Prämienfranken pro Jahr weniger als in der Romandie.
 
Röstigraben über alle Altersgruppen hinweg
 
Derselbe Trend zeigt sich auch bei den Krankenkassenprämien für die Altersgruppen der jungen Erwachsenen (19 bis 25 Jahre) und der Kinder (bis 18 Jahre). Junge Erwachsene zahlen im gewichteten Durchschnitt in der Westschweiz 373.20 Franken Prämien pro Monat, im Tessin 345.30 Franken und in der deutschen Schweiz 315.40 Franken. Bei den Kindern sind es 107.50 Franken in der Romandie, 100.60 Franken im Tessin und 94.50 Franken in der deutschsprachigen Schweiz.
 
Prämienanstieg in der Deutschschweiz am geringsten

 
Die Krankenkassenprämien waren in der Westschweiz bereits in den letzten Jahren höher. «Ein Blick auf die prozentualen Erhöhungen im Prämienjahr 2017 gegenüber 2016 zeigt, dass hier auch in Zukunft keine Linderung in Sicht ist», erläutert Felix Oeschger, Analyst bei moneyland.ch. Während die Prämien für Erwachsene in der Deutschschweiz um durchschnittlich 4.8% steigen, beträgt der Prämienanstieg in der Westschweiz überdurchschnittlich hohe 5.9%, im Tessin sogar 6.6%.
 
Bei den jungen Erwachsenen und Kindern steigen die Prämien in der Romandie sogar am stärksten mit 6.7% (junge Erwachsene) beziehungsweise 8.3% (Kinder). In der Deutschschweiz sind es hingegen «nur» 5% (junge Erwachsene) beziehungsweise 5.8% (Kinder).
 
Krankenkassen-Schock trifft Romandie besonders hart
 
«Die Romandie leidet seit Längerem verstärkt und 2017 so stark wie noch nie unter der Prämienlast», so Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch. Das hat seinen Grund: Die Zahlungen der Krankenkassen an die Versicherten sind in der Westschweiz entsprechend höher (mit Genf als Spitzenreiter). «Vor diesem Hintergrund verwundert es auch weniger, dass die Westschweiz im Gegensatz zur Deutschschweiz weiterhin mit einer Einheitskasse sympathisiert», so Moneyland-Analyst Felix Oeschger.
 
Bei Erwachsenen ist 2017 besonders der Kanton Genf mit hohen monatlichen Prämien von 460.60 Franken pro Person betroffen. Aber auch andere Westschweizer Kantone wie Neuenburg (403.60 Franken) oder Jura (404.10 Franken) weisen überdurchschnittlich hohe Prämien aus (vergleiche die Prämientabellen nach Sprache, Kanton und Prämienregion im Anhang).
 
Interessant ist die Prämienanalyse für den Kanton Wallis. Während erwachsene Versicherte in der Prämienregion mit deutschsprachiger Mehrheit unterdurchschnittliche 299.60 Franken an monatlichen Prämien zahlen, müssen die Versicherten in der Prämienregion mit französischsprachiger Mehrheit mit 325.50 Franken pro Monat gut 310 Franken pro Jahr mehr an Prämien einzahlen als ihre Nachbarn.
 
Die teuersten Prämien der Schweiz
 
Nicht nur die durchschnittlichen Prämien sind in der Westschweiz am höchsten. Auch die mit stolzen 827 Franken pro Monat teuerste Prämie der Schweiz ist in der Westschweiz zu finden, nämlich in Genf (Standardmodell mit Grundfranchise der Krankenkasse Kolping). In der Deutschschweiz ist Basel-Stadt am teuersten, hier bezahlen die Versicherten maximal 815 Franken pro Monat, während es im Tessin maximal 822 Franken pro Monat sind. Zum Vergleich: Die günstigsten Prämien für Erwachsene gibt es für 148.85 Franken pro Monat (Hausarztmodell der Krankenkasse Sanavals) in Graubünden.
 
Der vollständige unabhängige Schweizer Vergleich für Krankenkassenprämien der obligatorischen Grundversicherung findet sich unter: http://www.moneyland.ch/de/krankenkassen-vergleich.

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