Home | Gesundheit | Sexuell übertragbare Infektionen nehmen zu

Sexuell übertragbare Infektionen nehmen zu

Schriftgrösse: Decrease font Enlarge font

Die sexuell übertragbaren Infektionen (STI) waren 2015 auf dem Vormarsch. Die Gonorrhoe nahm gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent zu, die Syphilis um 7 Prozent und die Chlamydien um 5 Prozent, wohingegen die Zahl der HIV-Fälle stabil blieb. Dieser Trend ist in ganz Europa zu beobachten. Die Zahlen zeigen, dass die Präventionsbemühungen weitergeführt werden müssen. Am 14. November 2016 lanciert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seine neue LOVE LIFE-Kampagne, die den Partnerwechsel thematisiert. Das Motto lautet: «Partner wechselt. Safer Sex bleibt.»

Depositphotos_43210419_original.jpg

Bild: © AndreyPopov

Die Zunahme der Gonorrhoe ist seit mehreren Jahren in der Schweiz wie auch in den anderen europäischen Ländern zu beobachten. Die Einführung eines einfacheren, schnelleren und kostengünstigeren neuen Screeningtests könnte dabei eine Rolle gespielt haben, denn dadurch melden die Ärztinnen und Ärzte die Krankheit häufiger.

Die Chlamydien-Infektionen sind schwer zu kontrollieren, da sie oft ohne Symptome und von den Patientinnen und Patienten unbemerkt verlaufen. Das gilt insbesondere für Frauen, bei denen die Diagnose öfter gestellt wird und für welche die Krankheit Folgen wie Unfruchtbarkeit haben kann. Der Anstieg von 5 Prozent lässt sich teilweise mit häufigeren Tests erklären.

Die Syphilis bleibt trotz der Zunahme um 7 Prozent eine auf bestimmte Gruppen beschränkte Epidemie. Sie betrifft vor allem Männer, die Sex mit Männern haben (MSM).

Die neuen Fälle von HIV-Infektionen bleiben stabil. Über mehrere Jahre ist sogar ein leichter Abnahmetrend zu beobachten, auch wenn dieser in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben, weniger ausgeprägt ist. In dieser Bevölkerungsgruppe ist zudem ein Trend hin zu mehr Tests festzustellen: Unter den Diagnosen ist der Anteil der Neuinfektionen gestiegen. Das bedeutet, dass die MSM sich regelmässiger testen lassen als früher, was schon lange ein Ziel der Präventionsbemühungen ist. Dadurch kann bei einer Infektion die Behandlung möglichst früh aufgenommen werden. Auf diese Weise lässt sich die Anzahl der Viren in Blut verringern, bis kein Übertragungsrisiko mehr besteht.

Die epidemiologischen Daten zu den vier meldepflichtigen STI (Gonorrhoe, Chlamydien, Syphilis und HIV) wurden am 11. November 2016 veröffentlicht.

Neue LOVE LIFE-Kampagne: «Partner wechselt. Safer Sex bleibt.»

Ein häufiger Wechsel des Sexualpartners erhöht das Risiko einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Infektionen wie Gonorrhoe, Chlamydien und Syphilis bedeutend. Die Verwendung eines Kondoms senkt dieses Risiko stark und verhindert die Übertragung von HIV. Deshalb lancieren das BAG, die Aids-Hilfe Schweiz und SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz am 14. November 2016 eine LOVE LIFE-Kampagne, die erneut hervorhebt, wie wichtig die Einhaltung der Safer Sex-Regeln ist.

1. Eindringender Geschlechtsverkehr immer mit Kondom.
2. Kein Sperma und kein Blut in den Mund nehmen.
3. Bei Grippesymptomen nach ungeschütztem Sex sowie bei Juckreiz, Brennen, Ausfluss oder anderen Beschwerden im Intimbereich sofort zum Arzt oder zur Ärztin.

Wer sich strikt an das Motto «Partner wechselt. Safer Sex bleibt.» hält, kann sich vor einer HIV-Infektion schützen und das Risiko einer Ansteckung mit anderen STI verringern. Die Kampagne dauert drei Wochen und umfasst Plakate, einen an den meistfrequentierten Bahnhöfen ausgestrahlten Kurzfilm sowie Massnahmen in den Online-Medien und den sozialen Netzwerken.

hinzufügen zu: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg
  • email An einen Freund versenden
  • print Druckversion
  • Plain text Klartext
Tags
Keine Tags für den Artikel vorhanden
Umfrage: Willkommen 2017
Und wieder liegt ein neues Jahr vor uns. Wird es besser oder schlechter als 2016 ? Was glauben unsere Leser ?