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Krankenkassen: Das Wechselspiel beginnt

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Laut einer Umfrage des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch geben 90 Prozent der Schweizer an, dass ihre Krankenkassenprämie für 2017 gestiegen ist. Aus diesem Grund planen ganze 14 Prozent einen Wechsel der Grundversicherung. Comparis-Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly rechnet mit einer tatsächlichen Wechselquote von 12 Prozent. Dies entspricht einer Million Versicherten und wäre die höchste Wechselquote seit Inkraftsetzung des Krankenversicherungsgesetzes 1996.

Die Frist zur Kündigung und zum Wechsel der Kasse läuft noch bis Ende November. Der führende Schweizer Internet-Vergleichsdienst comparis.ch hat in einer repräsentativen Umfrage mit dem Institut Innofact 1047 Schweizer in allen Sprachregionen dazu befragt, wie gut sie sich mit ihren eigenen Prämien auskennen und ob sie einen Wechsel der Grundversicherung planen.

Prämienschock und Kassenfusionen führen zu Rekord-Wechselquote


Fast 90 Prozent aller Befragten gaben an, ihre Prämie für 2017 sei gestiegen, bei knapp einem Viertel sogar «sehr stark». In der Romandie sind die Prämien bei 34 Prozent der Befragten stark gestiegen, im Tessin bei 30.8 Prozent und in der Deutschschweiz bei 20.6 Prozent. Die am härtesten betroffene Altersgruppe beim Prämienanstieg sind die 36-45-Jährigen. Sie geben mit 30.3 Prozent an, dass ihre Prämie stark angestiegen sei.

Daher haben immerhin 14 Prozent der Befragten vor, die Grundversicherung zu wechseln, und 17 Prozent wissen es noch nicht. Wechselwillig sind mit 18.2 Prozent eher die jüngeren Altersklassen (18-35 Jahre) versus lediglich 6.3 Prozent bei den über 56-Jährigen. Auch die Romands haben mit 21.7 Prozent erheblich häufiger einen Wechsel vor als die Tessiner (13 Prozent) oder gar die Deutschschweizer (11.6 Prozent).

«Der Prämienschock wirkt», konstatiert Comparis-Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly. «Dazu kommt die Tatsache, dass die Versicherten von Avanex, Sansan, KMU und Wincare sowieso wechseln müssen, da ihre Kassen fusioniert werden. Wir rechnen damit, dass dieses Jahr rund eine Million Versicherte die Kasse wechseln werden, was einer Quote von etwa 12 Prozent entspricht. Das wäre der höchste Wert seit Inkraftsetzung des KVG vor zwanzig Jahren und damit Rekord.»

Junge Erwachsene am wenigsten gut informiert zum Thema Krankenkasse

Bei der Umfrage fällt zudem auf, dass die jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) die Altersgruppe mit dem schlechtesten Wissensstand in Bezug auf die Krankenversicherung sind. 31.6 Prozent sagen, sie hätten von ihrer Krankenkasse keine Information über die Prämien für 2017 erhalten. Bei allen anderen Altersgruppen sagen dies deutlich weniger Personen (maximal 17.5 Prozent bei den 26-35-Jährigen). Die jungen Erwachsenen geben dann auch mit 30.1 Prozent an, ihre Prämie für das nächste Jahr nicht zu kennen. Bei den über 56-Jährigen sind dies nur 5.2 Prozent.

Auf die Frage, ob die eigene Krankenkasse als eher teuer oder eher günstig eingeschätzt wird, können 18.4 Prozent der jungen Erwachsenen keine Antwort geben. Auch beim Thema, wie man die Krankenkasse wechselt und was es dabei zu beachten gibt, wissen 33.8 Prozent der jungen Erwachsenen nicht Bescheid. In allen anderen Altersklassen liegt diese Quote maximal bei rund 17 Prozent.

«Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die jungen Erwachsenen weniger Interesse am Thema Krankenkasse haben als die Älteren», so Comparis-Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly. «Doch gerade die jungen Erwachsenen bzw. ihre Eltern können enorm viel sparen, wenn sie sich über ihre Prämien und mögliche Alternativen informieren.»

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