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Homosexuelle Männer sind häufiger geschlechtskrank

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Die sexuell übertragbaren Infektionen (STI) haben 2016 weiterhin zugenommen. Die gemeldeten Fälle nahmen bei der Gonorrhoe gegenüber dem Vorjahr um 20% zu, bei der Syphilis um 15% und bei den Chlamydien-Infektionen um 8%. Die Zahl der HIV-Fälle blieb hingegen stabil.

2016 wurden insgesamt 2270 Gonorrhoe-Fälle, 733 Syphilis-Fälle, 11’013 Fälle von Chlamydien-Infektionen und 542 HIV-Fälle verzeichnet. Die Stabilisierung bei den HIV-Fällen bestätigte sich im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge. Bei den anderen STI ist in der Schweiz wie auch im restlichen Europa seit mehreren Jahren eine Zunahme zu beobachten. Hierfür gibt es drei Erklärungen:

Erstens wurden Fortschritte bei den Laboranalysen in Bezug auf STI erzielt: Tests reagieren auf mehrere Krankheitserreger gleichzeitig und nicht mehr nur auf einen. So werden auch asymptomatisch verlaufende Fälle diagnostiziert, die früher unentdeckt geblieben sind.

Zweitens lassen sich Personen, die Risikogruppen angehören, häufiger testen. Dies ist auf vom BAG unterstützte oder lancierte Testkampagnen zurückzuführen. Diese beiden Entwicklungen sind positiv: Es können mehr infizierte Personen behandelt werden, und die Weiterverbreitung der STI wird früher unterbunden.

Drittens ist davon auszugehen, dass die Zunahme der gemeldeten Fälle wahrscheinlich teilweise einen tatsächlichen Anstieg der Fallzahlen in der Bevölkerung widerspiegelt. Wie hoch dieser Anteil ist, lässt sich aber nicht genau beziffern.

Die Verteilung der verschiedenen STI auf Männer und Frauen ist nicht ausgeglichen. Von Gonorrhoe, Syphilis und HIV sind Männer stärker betroffen. Sie machen 79%, 89% bzw. 78% der gemeldeten Fälle aus. Dabei sind Männer, die Sex mit Männern haben, stark übervertreten und stellen die am stärksten betroffene Bevölkerungsgruppe dar. Die Chlamydien-Infektionen treten im Gegensatz zu den anderen STI häufiger bei Frauen auf (67% der Fälle).

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