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Corona: Medikamente dauerhaft teurer

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Die Corona-Pandemie hat in vielen Lebensbereichen zu Veränderungen geführt. Während vor allem ältere Menschen unter den Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen leiden, müssen sie gleichzeitig damit rechnen, dass aufgrund der Corona-Krise viele Medikamente dauerhaft teurer werden.

Preiserhöhungen um bis zu 46 Prozent bei vielen Arzneimitteln
Mit der Verbreitung des neuen Coronavirus im Frühjahr 2020 ist auch die Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten sprunghaft gestiegen. Da es derzeit weder spezielle Schutzimpfungen noch Medikamente gegen COVID-19 gibt, werden vor allem Arzneimittel, die bei Erkältungssymptomen helfen, gegen Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit eingesetzt. Die Versorgung mit Medikamenten steht allerdings auf fragilen Säulen, seitdem die Produktion der Wirkstoffe in Indien und China bedingt durch die Quarantäne und andere Massnahmen zeitweise eingestellt werden musste. In der Schweiz sind sogar prozentual mehr Corona-Patienten verstorben, als in den USA.

Typische Erkältungssymptome, die auch im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion auftreten, werden meist mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Paracetamol und Ibuprofen behandelt. Der enorm hohe Nachfrageanstieg bei Erkältungsmitteln hat dafür gesorgt, dass die Preise im Vergleich zum vergangenen Jahr um durchschnittlich 40 Prozent gestiegen sind. Auch bei Magen-Darm-Medikamenten wurde ein Preisanstieg um 32 Prozent und bei Antiallergika Preiserhöhungen um bis zu 46 Prozent verzeichnet (vgl. Grafik: Preisverlauf rezeptfreier Medikamente im Jahresvergleich / idealo) . Obwohl die Nachfrage in den meisten Medikamenten-Bereichen inzwischen wieder leicht gesunken ist, hat sich die Preisentwicklung noch nicht stabilisiert.

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Mit Präparaten, die in der Regel rezeptfrei erhältlich sind, werden Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen bekämpft. Bei Halsschmerzen können Arzneimittel eingesetzt werden, die den Speichelfluss anregen und dazu beitragen, die Schleimhaut zu schonen. In vielen dieser Mittel sind Inhaltsstoffe enthalten, die Erkältungssymptome lindern.

Welchen Einfluss hat die hohe Nachfrage auf die Medikamenten-Preise?
Andauerndem Husten kann mit Hustenlösern und Hustenstillern begegnet werden. Während Hustenlöser festsitzenden Schleim in den Bronchien lösen können und dadurch das Abhusten erleichtern, reduzieren Hustenstiller den Hustenreiz. Husten-Medikamente sind vor allem nachts sinnvoll, damit der erholsame Schlaf nicht durch quälenden Husten gestört wird. Allerdings sollten diese Mittel nie über einen längeren Zeitraum angewandt werden, da der natürliche Hustenreflex ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers ist.

Bei der Produktion von Arzneimitteln ist man in Europa weitgehend auf Asien angewiesen. Da die Lieferungen aus Indien und China nicht immer reibungslos funktionieren, kommt es immer wieder zu Engpässen in der Medikamenten-Versorgung. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird darüber diskutiert, ob mit der Produktion von Wirkstoffen in Europa eine Arzneimittelknappheit verhindert werden könnte. Obwohl die Versorgungssicherheit der Patienten oberste Priorität haben sollte, muss berücksichtigt werden, dass dies kein einfaches Unterfangen ist. Um Preiserhöhungen bei Medikamenten aufgrund der gestiegenen Nachfrage zu vermeiden, müssten zunächst ausreichend Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Eine Arzneimittel-Produktion in Europa könnte mehr Sicherheit für die lokalen Gesundheitssysteme bringen.

Die Corona-Krise hat noch einmal verdeutlicht, welche Probleme die wirtschaftliche Abhängigkeit mit sich bringen kann. Gerade bei rezeptfreien Arzneien ist der Preisanstieg seit dem Corona-Ausbruch deutlich sichtbar. Ob Medikamente dauerhaft teurer werden, hängt von verschiedenen Faktoren, wie der Dauer der Corona-Pandemie und der Anzahl der davon betroffenen Menschen, ab.

 

Bild: © lightwise/123rf.com

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