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Fast jede fünfte Person hatte mit 20 Personen Sex - mindestens

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«Partner wechselt. Safer Sex bleibt», lautet das Motto der aktuellen Präventionskampagne Love Life gegen HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI), die Mitte November lanciert wurde. Doch wie viele Sexpartnerinnen und Sexpartner haben die Menschen in der Schweiz? Eine Studie der Forschungsstelle sotomo liefert Antworten auf diese und andere intime Fragen.

Eine typische erwachsene Frau in der Schweiz hatte in ihrem bisherigen Leben mit sechs Personen Geschlechtsverkehr,  der Durchschnittsmann  mit sieben. Doch die Zahl der Sexpartnerinnen und - partner ist alles andere als gleichmässig verteilt. Fast jede fünfte Person hatte bereits mit 20 oder mehr Personen Sex und nur gerade 13 Prozent haben in ihrem Sexualleben nie ihren Partner oder ihre Partnerin gewechselt. Fast 40 Prozent der Befragten hatten bereits mit 10 oder mehr Personen Sex. Weiter zeigt die Befragung von fast 30‘000 Personen, dass Menschen aus der Romandie mit einem Median von 7.1 etwas mehr Sexualpartner hatten als jene aus anderen Regionen der Schweiz (Deutschschweiz: 6.1, Tessin 5.8). Es zeigt sich zudem ein Stadt-Land-Gegensatz:  Typische Bewohnerinnen und Bewohner von grossen Städten hatten mit 8.1 deutlich mehr Sexualpartnerinnen  und – partner als Landbewohnende mit 5.6. Die Agglomeration nimmt mit einem Median von 6.6 eine mittle- re Position ein. Ein einziger Kanton hebt sich deutlich vom Rest ab. Mit einem Medianwert von 12.3 Sexualpartnerinnen  und -partnern positioniert sich Basel-Stadt zuoberst auf der Rangliste.

Gelegenheitssex ohne Kondom ist verbreitet – mit dem Partner wird nicht darüber gesprochen

27 Prozent aller Personen gingen in einer festen Beziehung schon einmal «fremd» (davon ausgenommen wurden die Personen, die regelmässig für Sex bezahlen). Frauen sind treuer als Männer, rund jede Vierte (24 Prozent) gibt an, schon einmal fremdgegangen zu sein, während 31 Prozent der Männer sagten, sie hätten schon einmal sexuelle Kontakte ausserhalb der festen Beziehung gehabt. Fast die Hälfte all jener, die schon «fremdgegangen» sind, haben bei der Aussenbeziehung auch schon auf die Benutzung eines Kondoms verzichtet. Davon wiederum sprechen nur jede und jeder Zweite mit dem festen Partner oder Partnerin, darüber, dass keine Kondome verwendet wurden. Interessanterweise  ist bei den Befragten, die während einer festen Beziehung noch nie Sex mit anderen Personen hatten, der Anteil derer, die über die Verwendung von Kondomen sprechen, deutlich grösser (63 Prozent). Dies deutet darauf hin, dass das Thema vor allem dann gemieden wird, wenn es mit unangenehmen Wahrheiten verbunden ist.
Knapp die Hälfte der Befragten hatte im bisherigen Leben bereits mindestens einmal Gelegenheitssex ohne Kondom, Männer (51 Prozent) etwas häufiger als Frauen (45 Prozent).

Präventionskampagne  des BAG und seiner Partner setzt am richtigen Ort an

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele Menschen, die in der Schweiz leben, mehr oder weniger häufig den Sexualpartner oder die Sexualpartnerin wechseln. Wer bei Kontakten ausserhalb der festen Partnerschaft die Safer-Sex-Regeln einhält, kann sich wirkungsvoll vor einer Ansteckung mit HIV schützen und das Risiko einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) senken. Wichtig ist, dass man sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lässt, wenn immer man den Verdacht auf eine
STI oder HIV-Infektion hat.

Die Diagnosemeldungen  der STI nehmen derzeit in der Schweiz wie in anderen europäischen Ländern zu. Beim HI-Virus ist es auch dank der konsequenten Präventionsarbeit des BAG und seiner Partner Aids-Hilfe Schweiz und Sexuelle Gesundheit Schweiz gelungen, die Zahl der Diagnosemeldungen zu stabilisieren und eine Ausbreitung in der Bevölkerung zu verhindern.

Methodik Die Stichprobe
Die Umfrage zum Sexualleben in der Schweiz im Auftrag der Präventionskampagne  Love Life lief zwischen dem 29. Juli und 28. August 2016 auf den Webseiten des Blicks, Le Matin und auf Facebook. Insgesamt haben sich 29’350 Personen an der Umfrage beteiligt, davon können 80% für die Auswertung verwendet werden. Weil die Stichprobe nicht auf einer Zufallsauswahl beruht, können nur Punktschätzungen der einzelnen Werte angegeben werden. Der Stichprobenfehler, der bei Zufallsauswahlen jeweils ausgewiesen wird und die Fehlerspanne der Parameterschätzung  angibt, kann bei opt-in Umfragen nicht berechnet werden.


Bild: © Sonsedskaya

 

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