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Wie Schweizer Stadtgärtner die Welt verändern

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Seit 2016 erobern Balkon-Gärten Schweizer Grossstädte. Mit selbst gezogenem Gemüse leisten zunehmend mehr Urban Farmer einen Beitrag zu Klimaschutz und Stadtentwicklung.

Laut einer diesjährigen Tamedia-Umfrage ist der Klimawandel die grösste Sorge der Bevölkerung. Die meisten Befragten sind nach eigenen Aussagen zu Lebensstilanpassungen bereit und nehmen sich in diesem Kontext beispielsweise vor, nur noch regionale Lebensmittel zu kaufen. Dadurch lassen sich lange Transportwege verhindern, was die Luftverschmutzung reduziert. Noch nachhaltiger als der Kauf regionaler Obst- und Gemüsesorten ist der Eigenanbau. Balkon-Gärtner in Schweizer Grossstädten zeigen mittlerweile, dass zum Eigenanbau saisonaler Kräuter, Obstsorten und Gemüsepflanzen nicht einmal eigenes Land erforderlich ist. Auch Städter mit Wohnungen in den oberen Stockwerken können zum Selbstversorger werden, wenn sie ihren Balkon mit Beeten ausstatten.

Nachhaltigkeit aus dem eigenen Hochbeet

Sonne, Erde, einen grünen Daumen, Wasser und ein Hochbeet in den richtigen Massen: Für Urban Farming braucht man nicht viel mehr als das. Liegt der Balkon auf der Sonnenseite, so kommt von tief wachsenden Karotten bis hin zur Adelaide jede Gemüseart für eigene Kulturen in Frage. Am Anfang der Hobbygärtner-Karriere stehen laut Experten meist Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch. Salate sind mittlerweile ebenfalls beliebt und sogar Kürbisse wachsen auf Stadtbalkonen in Schweizer Hochbeeten. Anders als im Garten sind die Gemüsesorten auf dem Balkon relativ sicher vor Schädlingen wie Schnecken und wegen der erhöhten Position auch vor Bodenfrost geschützt. Nicht nur der Nachhaltigkeitsgedanke bewegt immer mehr Schweizer zum Balkongärtnern: Es geht auch um die höhere Ernährungsqualität. Frische und nährstoffreiche Zutaten ohne Giftstoffe liegen beim Kochen im Trend, wobei der Anbauakt mit einem Gefühl der Ursprünglichkeit verbunden ist und dadurch erwiesenermassen zur psychischen Gesundheit beiträgt.

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Von Balkongärtnern bis hin zu Stadtimkern

Neben der Lebens- und Ernährungsqualität verbessern Urban Gardening und Farming die grüne Infrastruktur in Schweizer Grossstädten, wovon die Stadtluft und das Klima profitieren. Ausserdem entspricht auch die kleinste Grünfläche einem eigenen Biotop, das für viele Tierarten einen Lebensraum darstellt. Vor dem Hintergrund des Bienensterbens loben Umweltexperten neben Urban Gardening auch das städtische Imkerdasein. Jeden Winter sterben mindestens fünf Prozent aller Schweizer Honigbienenvölker und auch der Lebensraum der nützlichen Tiere schränkt sich bei gleichzeitigem Stadtbevölkerungswachstum zusehends ein. Mit sogenannten BeeHomes können Städter die Insekten unterstützen, damit sich die aktuell schwierige Bestäubungssituation innerhalb des Landes verbessert. Jedes BeeHome enthält eine Population von 25 Bienen, die sich innerhalb der Kästen vermehrt. Biologen nehmen die Wildbienen nach dem Sommer zurück, um sie fachgerecht zu überwintern und im Frühling an Schweizer Bauern abzugeben.

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Nachhaltiges Stadtentwicklungspotenzial

Ob es um das frische Gemüse aus Balkonbeeten geht, die Bienenzucht im Hinterhof oder die Unterhaltung städtischer Gemeinschaftsgärten: In Schweizer Grossstädten steigt das Bewusstsein und Engagement für Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Umwelt. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von nachhaltigem Stadtentwicklungspotenzial, denn je besser die grüne Infrastruktur eines Stadtraums, desto lebenswerter ist die Region in Gegenwart und Zukunft.

 

Bild1: © ommb/123rf.com
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