Home | Leben & Stil | Reisen | Mit dem Mountainbike durch die Schweiz – interessante Touren

Mit dem Mountainbike durch die Schweiz – interessante Touren

Schriftgrösse: Decrease font Enlarge font
image

Wer mit dem Mountainbike über schöne kantonale Wald- und Gebirgsstrecken fahren möchte, sucht Abwechslung, Anstrengung und Auslastung in einem. Die Schweiz eignet sich geradezu ideal für ausgedehnte, auch kombinierte Mehrtagestouren mit Zelten oder Übernachtung in Vereinshütten. Neben der passenden Ausrüstung, das A und O gegen typische Probleme, kommt es auf die richtige Planung an.

Viele Wege sind zugleich zum Teil als Wanderwege ausgewiesen, sodass besondere Vorsicht geboten ist. Der Urlaub im eigenen Land ist dennoch zum Greifen nah, praktisch jeder Kanton hat ein ausgedehntes Revier mit Mountainbike-Trails vorzuweisen.

Das Münstertal entdecken

Viele Touren in der Schweiz führen entlang von Bergflanken, die Kraft und Koordination verlangen. Im Folgenden werden zwei Trails beschrieben, welche die Schönheit und naturnahe Vielfalt der Schweiz widerspiegeln.

Von Fuldera nach La Punt (80 km Distanz)

Diese im Münstertal gelegene Strecke bietet eine Kombination aus starkem und regelmässigem Höhenanstieg, der unablässig auf die Physis des Bikers drückt. Von Fuldera aus verläuft ein etwa 600 Höhenmeter starker Aufstieg, der mit der atemberaubenden Kulisse des Döss Radond Passes entschädigt. Es folgen seichte, relativ leichte aber konstante Abstiege mit allen Facetten eines Hochtals. Später wechselt die Szenerie, das Val Mora formt eine nicht gerade leicht zu durchquerende Schlucht. Ist erst einmal die Grenze zu Italien erreicht, geht es analog zum Felskamm und den Lago di Livigno in Richtung Zwischenstopp. Anschliessend verlangt ein sehr steiler Aufstieg, der den auf 2.700 Höhenmeter gelegenen Pass Chaschauna veredelt, alles an Kondition. Das Engadin entschädigt aber für alle Mühen. Zum Abschluss bleibt genügend Raum für hohe Geschwindigkeiten und anspruchsvolle Kurven sowie Bremsmanöver.

Von Disentis nach Andermatt (40 km Distanz)

Angelangt in der Surselva, dem Herzstück von Graubünden, bieten sich spannende Touren in räumlicher Nähe des Obersaxen-Mundau-Gebietes an. Hier befindet sich der Biker in einer gemischten Umgebung, bestehend aus Passstrassen und immer wieder sich abwechselnden Kurvenausschwenkern. Als erster Zwischenstopp empfiehlt sich die Maighelshütte, die im Val Maighels liegt und Zeit zum Auftanken verspricht. Diese Reserven werden auch benötigt, denn die nächste Etappe hinab in das Unteralptal erfordert gutes Rhythmusgefühl und absolut funktionstüchtige Brakes. Die Reststrecke bis Andermatt bietet Gelegenheit für hohe Geschwindigkeiten. Wer danach richtig Lust bekommen hat, kann sich auch einmal die Grosse Gotthard-Tour genauer anschauen.

Was gehört zur Basisausstattung dazu?

Wie bei vielen anderen Dingen auch, gibt es beim MTB keine Komplettlösung für jeden Fahrertyp. Viel wichtiger wäre deshalb die Frage, welches Bike zu den Anforderungen und meist gefahrenen Touren passt. Also das, was das Tourenprofil hergibt. Da es höchst unterschiedliche Terrains gibt und gerade die Brakes unter Dauerbelastung stehen, benötigt es in jedem Fall einen kompakt geschnittenen Rahmen. Hardtail-MTB’s sollten stabile Laufräder aufweisen, deren Stollenreifen ein breites Profil haben. Dadurch bleibt die Haftung auf dem Untergrund so stabil, dass dennoch schnelle Richtungswechsel und Kurvenabfolgen gemeistert werden können. Die Vollfederung, im Jargon als Fullsuspension bezeichnet, zeichnet sich durch eine gefederte Hinterachse aus. Gegenüber dem Hardtail, lediglich mit Federgabel versehen, können damit höchst unterschiedliche Trails durchfahren werden.

Hinweis: Wer sich für Mountainbike-Touren interessiert, jedoch trotzdem die Gemütlichkeit schätzt, kann sich auch E-Mountainbike besorgen. So lassen sich Phasen der Anstrengung mit gemütlichen Tour-Abschnitten abwechseln. Mittlerweile gibt es bereits eine recht grosse Auswahl an entsprechenden Modellen, wie Bikester zeigt.

Planungen zum Urlaub mit dem Bike

Wer sich mit dem eigenen Bike auf den Weg durch die Schweiz machen möchte, sollte sich entsprechend vorbereiten. Folgendes Equipment ist dabei eine durchaus grosse Hilfe:

  • Helm: Kopfverletzungen stellen den höchsten Anteil der Verletzungen, die mit MTB-Touren im Zusammenhang stehen. Wirksamen Schutz bieten daher nur spezielle Helme, deren Gewicht niedrig und vom Material her eine extreme Bruchfestigkeit aufweisen. Je besser der Helm passt, also je weniger er tatsächlich durch Gewicht und Befestigung spürbar ist, desto höher der Schutzfaktor. Empfehlenswert sind sogenannte In-Mold-Helme. Hierbei ist die Schale direkt mit dem Hartschaum verschweisst, was selbst bei hohen mechanischen Kräften die passende Kompensation gewährleistet.
  • Funktionsbekleidung: Schweiss entsteht an praktisch jeder Körperstelle, sodass es äusserst gefährlich wäre, diesen während der Tour und ständig wegzuwischen. Gleichzeitig muss das Material bei warmen Temperaturen einen Kühleffekt bieten, beispielsweise durch Verwendung von Polyester oder weiteren Kunstfasern. Je kühler es wird, desto eher sollten Produkte aus Merinowolle getragen werden. Sie gibt es mittlerweile mit sogenannten Armlingen, die je nach Bedarf abgemacht werden können.
  • Trittleiste: Nur wer so nah mit dem MTB verbunden ist, dass Krafteinwirkungen direkt umgesetzt werden, kann steile Pässe gekonnt passieren. Wichtig ist bei Radschuhen daher eine harte Sohle, im Idealfall mit sogenanntem Klicksystem. Über die darin eingefasste Metallplatte werden alle Muskelpartien zur direkten Kraftübertragung beansprucht. Gibt es deutlich mehr Abschnitte zum Schieben, empfehlen sich Radschuhe mit einer Gummisohle und darin eingebautem Profil.
  • Reparatur-Set: Der Handel bietet spezielle Reparatursets. Enthalten sein sollten Reifenheber, ein kompatibler Schlüsselsatz mit Innensechskantschlüsseln, eventuell ein Kettennietdrücke sowie selbstverständlich eine Pumpe für Dämpfer und Federgabel. Je nach Länge der Tour gehört einfacher Trockenschmierstoff ebenso dazu.

mobikeBild 2.png

Die Schweizer Landschaft hat jede Menge zu bieten.

Fazit

Je besser die Vorbereitung verläuft, desto geringer ist das Risiko für schwerwiegende Komplikationen. Planung ist alles, vor allem auf unbekanntem Terrain oder bei neuen Streckenabschnitten. Viele Trails sind mittlerweile gut beschrieben, teilweise mit umfassender Bebilderung und Hinweisen auf schwierige Teilabschnitte. Mancher Kanton bietet ausserdem regelmässig aktualisierte Broschüren für Strecken, die eigentlich als Wanderweg ausgewiesen sind, aber dennoch für MTB infrage kommen.

Der allgemeine Trend, der zu immer mehr 29-Zoll-MTB’s führt, erweitert natürlich auch die Möglichkeiten in anderen Regionen. Gegenüber dem klassischen 26-Zoll-Modell gewährleistet die Rahmengeometrie eine bessere Kontrolle, etwa im Cross-Country oder langwierigem Downhill. Es kann ratsam sein, sich zuvor auf die nötige Fitness zu bringen und durch Kraftübungen eine ungleiche Belastung auf der Strecke zu vermeiden. Einfache Stretchübungen, nicht zu viel und nicht zu wenigen, erreichen die wichtigsten Bereiche. Anatomisch kommt es darauf an, die oftmals verkürzten Bauch- und Brustmuskeln wieder in Form zu bringen.

Bildquellen:
Abbildung 1: © strecosa (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Abbildung 2: © reduktion (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

hinzufügen zu: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg
  • email An einen Freund versenden
  • print Druckversion
  • Plain text Klartext
Tags
Umfrage: Medienvertrauen
Amerikaner vertrauen Trump laut einer Umfrage mehr als den Medien. Wie sieht das bei unseren Lesern aus?