Wanderausstellung VERDINGKINDER REDEN in Zürich
Die Wanderausstellung VERDINGKINDER REDEN – ENFANCES VOLÉES, gastiert vom 8. November 2011 bis zum 1. April 2012 im Schulhaus Kern in Zürich (Kernstrasse 45, 8004 Zürich).
Die Ausstellung will ein Kapitel der Schweizer Geschichte vor dem Vergessen bewahren und ehemalige Verding- und Heimkinder in persönlichen Berichten zu Wort kommen lassen. Im Zentrum stehen Hördokumente. Sie wurden aus 300 Interviews ausgewählt, die im Rahmen von zwei Forschungsprojekten über die Fremdplatzierung und das Verdingwesen in der Romandie und in der Deutschschweiz geführt wurden. Betroffene berichten über ihr Leben und den Umgang mit ihren Erinnerungen. Die Inszenierung und weitere Informationen in der Ausstellung unterstützen das Verständnis dieser Zeitzeugenberichte.
Wachsendes Interesse
Die Ausstellung und ihr Rahmenprogramm stossen auf grosses Interesse. Über 71'000 Personen und 460 Schulklassen haben sie an ihren ersten sechs Standorten (Politforum Käfigturm Bern, Musée historique Lausanne, Historisches Museum Basel, Historisches Museum Baden, Rätisches Museum Chur, Historisches Museum Thurgau in Frauenfeld) besucht.
Mit dem Beschluss des Bundesrats vom 24. August 2011, sich bei den Verdingkindern für die Mitverantwortung des Bundes an ihrem Schicksal entschuldigen zu wollen, dürfte das Interesse am Thema in den nächsten Monaten noch einmal grösser werden und neue Kreise erreichen. Die Ausstellung VERDINGKINDER REDEN, deren Tournee im März 2009 von der damaligen Justizministerin, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, in Bern eröffnet wurde, hat – zusammen mit anderen Initiativen – zur verstärkten Wahrnehmung des Themas und zum Bewusstseinswandel beigetragen, der hinter diesem Entscheid steht.



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