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Tschechien: Ohrfeige für den amerikanischen Botschafter

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Die ständige Einmischung der Amerikaner in Dinge die sie nichts angehen, hat in Tschechien für einen diplomatischen Eklat gesorgt. Der Grund für den Zorn des Staatspräsidenten war die Kritik des amerikanischen Diplomaten, dass Milos Zeman am 9. Mai bei den Feiern zum Sieg über Nazi-Deutschland in Moskau teilnehmen will. Auf dem Nachrichtenportal "Parlamentnilisty" sagte Zeman: Die Tore der Prager Burg, des Präsidentensitzes, seien für den VS-Diplomaten künftig verschlossen.

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman will dem amerikanischen Botschafter Andrew Shapiro wegen dessen Kritik  nicht vergeben. Zuvor hatte der VS-Botschafter im tschechischen Fernsehen seine Unzufriedenheit mit der Entscheidung Zemans öffentlich zum Ausdruck gebracht, am 9. Mai den Tag des Sieges in Moskau zu feiern. Diese Entscheidung sei kurzsichtig, so Shapiro und fügte hinzu, dass der Besuch in Russland den tschechischen Präsidenten bei den anderen westlichen Regierungen diskreditieren werde.

Zeman will von seiner Position jedoch nicht abrücken. "Ein tschechischer Botschafter in den VSA käme nie auf die Idee dem amerikanischen Präsidenten vorzuschreiben wen er besuchen darf und wen nicht. Die Feiern zum 70. Jahrestages des Sieges über den Faschismus zu ignorieren, ist eine Beleidigung des Andenkens an 150.000 sowjetische Soldaten, die während der Befreiung der Tschechoslowakei starben," sagte er am 8. März.  Er fügte hinzu, dass er mit seinem Besuch in Russland die Dankbarkeit für die Befreiung vom Faschismus in der Tschechischen Republik zum Ausdruck bringen will. "Ich gehe hin, als Dank für die Tatsache, dass wir heute nicht Deutsch sprechen und die Tschechen nicht "Heil Hitler". sagen müssen. Ohne die Sowjetunion wäre es nie möglich gewesen Hitler zu besiegen", so Zeman.

Sich geweigert an den Feiern in Moskau teilzunehmen, haben bisher die Staatschefs der Vereinigten Staaten, Grossbritanniens, Finnlands, Japans, der Slowakei, Bulgariens und Polens. Der Präsident Lettlands Andris Berzins sagte zu seiner Weigerung: "Russlands Verhalten im Osten der Ukraine wird immer schlimmer, es sterben und leiden unschuldige Zivilisten." Die baltischen Länder, sowie Moldau und Georgien wollen auch nicht nach Moskau fahren. Der Präsident der Ukraine hat keine Einladung erhalten.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel plant einen kniffligen diplomatischen Schachzug. Sie hat die Absicht angekündigt, Moskau nicht am 9. März zu besuchen, sondern sich am 10. Mai mit Wladimir Putin zu treffen. Griechenland und Ungarn haben bestätigt, dass ihre Vertreter nach Moskau kommen könnten aber sie dies jedoch noch nicht genau wissen. Die Staatschefs Italiens, Zyperns, Österreichs und Frankreichs haben ihren Besuch noch nicht offiziell angekündigt.

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