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Japan: Okinawa stoppt Ausbau amerikanischer Militärbasis

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Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe will sich mit Takeshi Onaga, dem rebellischen Gouverneur von Okinawa, am Vorabend seiner Reise in die Vereinigten Staaten treffen. Onaga ist vehement gegen den weiteren Ausbau einer amerikanischen Militärbasis. Wie von den lokalen Medien berichtet, werden sich die Politiker in der Hauptstadt Tokio zu Gesprächen treffen. Die Bevölkerung von Okinawa protestiert schon seit Langem gegen die amerikanische Besatzung.

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Stein des Anstosses zwischen der Zentralregierung und der Verwaltung von Okinawa ist seit Langem die Frage der Übertragung der Basis eines VS Marine Corps. Sie soll von der Stadt Ginowan an einem Ort namens Henoko in der Präfektur Okinawa verlegt werden.

Laut Onaga ist die Verlagerung der Basis nach Henoko unmöglich. Er betonte, dass Abe bei seinem Besuch in den VSA den amerikanischen Behörden in Washington die Ablehnung der Bevölkerung vermitteln müsse. Abe will am 28. April in die VSA reisen.

Bei der Vorbereitung auf die Bauarbeiten der neuen Anlage, wurden im März dieses Jahres einzigartige Korallenriffe beschädigt. Okinawas Behörden protestierten gegen den Bau und baten die Landesregierung geeignete Massnahmen zu ergreifen, doch diese Bitte wurde abgelehnt. Das verärgerte den Gouverneur Takeshi Onaga, der daraufhin persönlich beschloss die Arbeiten einzustellen. Tokyo reagierte mit den Worten, dass der Gouverneur der Region nicht dazu befugt sei solche Befehle zu erteilen.

Der Umzug der Futenma Basis nach Henoko, ist für die Bewohner von Okinawa ein grosses Problem. Zum einen sind sie gegen die amerikanische Besatzung generell und fürchten wegen der VS-Militärbasen um ihre Sicherheit. Darüber hinaus leiden die einfachen Menschen am Lärm der ständig startenden und landenden Flugzeuge. Die Bewohner fürchten auch mögliche Unfälle.

Solche Gefühle reizen die Amerikaner. Die Vereinigten Staaten wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Proteste gegen ihre Anwesenheit in Japan Schule machen und sie sich ausweiten. In Washington ist man verwirrt warum Tokyo nicht mit dem "rebellischen" Gouverneur fertig wird und eine Protestwelle nach der anderen gegen die amerikanischen Militärbasen über das Land rollt.

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