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Amerika vor Revolte gegen die Eliten ?

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Das grösste politische Phänomen in Amerika ist heute eine Revolte gegen die "herrschende Klasse", die Washington seit mehr als drei Jahrzehnten dominiert hat. In zwei sehr unterschiedlichen Weisen sind Donald Trump und Bernie Sanders, ein weiterer möglicher Kandidat für das Amt des Präsidenten, Agenten dieser Revolte.

Neu ist der Grad der Wut gegen diejenigen, die die Macht über das wirtschaftliche und politische System seit Beginn der 1980er Jahre konzentriert haben. Dazu gehören Präsidenten und Kongressführer beider Parteien, zusammen mit ihrem Gefolge von Politikberatern und politischen Strategen.

Die meisten blieben in Washington auch als sie nicht mehr an der Macht waren und sind jetzt Lobbyisten, Kampagnenberater, Go-to Rechtsanwälte und Finanz-Bündler.

Die andere Hälfte der herrschenden Klasse besteht aus den Führungskräften der Wall Street-Chefs und Multi-Millionäre, die diese Politiker gegen politische Gefälligkeiten unterstützt haben.

Amerika hat schon lange eine herrschende Klasse, aber die Öffentlichkeit war in den drei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bereit das zu tolerieren, als der Wohlstand weitgehend geteilt wurde und als die Sowjetunion eine spürbare Bedrohung war. Dort erschien den Amerikanern die herrschende Klasse noch als wohlwollend und weise.

Doch in den letzten drei Jahrzehnten, als fast alle wirtschaftlichen Gewinne der Nation nach oben flossen, während die Löhne der meisten Menschen sich nicht erhöhten, hat die herrschende Klasse ihre eigenen Taschen auf Kosten des Rests von Amerika gefüllt. Zudem musste der Steuerzahler die Folgekosten der Finanzkrise zahlen und Millionen von Amerikanern verloren ihren Job, ihre Ersparnisse und ihre Häuser.

Inzwischen hat der Oberste Gerichtshof die Schleusen für das grosse Geld in der Politik breiter als je zuvor geöffnet. Steuern auf die Einkommen wurden gekürzt, Steuerschlupflöcher weiteten sich aus,  die Staatsverschuldung ist gewachsen und öffentliche Dienstleistungen sind gekürzt worden, und nicht ein einziger Wall Street- Verantwortlicher ist dafür in den Knast gekommen. Man regelte die Dinge einfach mit Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft und Unternehmenswohlfahrt.

Laut Gallup-Umfrage sind nur noch 54 Prozent der Amerikaner zufrieden und 45 Prozent unzufrieden. Die sich daraus ergebende Wut über die herrschende Klasse, hat zwei sehr unterschiedliche Formen angenommen.

Auf der rechten Seite sind die Schädlinge, die Tea Party. Sie hat sich entschlossen die Regierung zu stoppen. Donald Trump ist ihre menschliche Abrissbirne. Trotz seiner empörenden Tiraden und Herabwürdigungen anderer Politiker, wird er von der Bevölkerung in diesem Segment, obwohl er selbst ein bombastischer, rassistischer Milliardär ist der selbst an der herrschende Klasse klebt, begeistert gefeiert.

Auf der linken Seite sind die "rebuilders". Die Occupy-Bewegung, die auch wegen der Wall Street entstanden ist, war darauf bedacht die herrschende Klasse zu entfernen und wollen von Grund auf den Wiederaufbau des amerikanischen politisch-ökonomischen Systems.

Bernie Sanders verkörpert sie. Je mehr er für einen grundlegenden Wandel der amerikanischen Wirtschaft und Demokratie, zugunsten der durchschnittlichen arbeitenden Menschen eintritt, desto beliebter wird er bei denen, die der herrschende Klasse nicht mehr zutrauen notwendige Veränderungen herbeizuführen.

Doch trotz der wachsenden Revolte gegen die herrschende Klasse scheint es wahrscheinlich, dass die Nominierten 2016 Jeb Bush und Hillary Clinton sein werden. Letztendlich wird die herrschende Klasse Amerika auch weiterhin steuern.

Aber der Aufstand gegen die herrschende Klasse wird nicht mit den Wahlen 2016 beendet sein. Das bedeutet, dass die herrschende Klasse die Art wie sie Amerika regiert ändern muss oder sie wird nicht mehr lange regieren.

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