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Die Gesetzmässigkeiten des Online-Glücksspiels in Deutschland

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Millionen von Menschen auf der ganzen Welt lieben das Online-Glücksspiel. Dazu in der Lage zu sein, das Glücksspiel über das Internet zu betreiben, hat es sehr viel einfacher gemacht, Casino-Klassiker wie Blackjack, Roulette, Poker und Slotmaschinen zu spielen, ganz besonders jetzt, wo Mobil-Casinos auf dem Vormarsch sind.

Doch obwohl das Online-Glücksspiel so beliebt ist, sind die Gesetzmäßigkeiten doch von Land zu Land unterschiedlich, und an einigen Orten ist das Online-Glücksspiel sogar komplett untersagt. In Deutschland sind die Gesetzmässigkeiten rund um das Online-Glücksspiel etwas verwirrend und viele sind sich nicht sicher, welchen Standpunkt die Regierung zu diesem Thema vertritt.

Bis zum Jahr 2008 war das Online-Glücksspiel in Deutschland noch vollkommen unkontrolliert. Es existierten keine Gesetze, welchen das im Internet betriebene Glücksspiel in irgendeiner Form unterlag. Aus diesem Grund wurde der Glücksspielstaatsvertrag erlassen, der von diesem Zeitpunkt an alle Formen von Online-Glücksspiel im Land illegal machte. Ausgenommen davon waren nur Sportwetten, die von staatlichen Unternehmen betrieben wurden.

Während zu Beginn alle 16 Bundesländer diesem Vertrag zustimmten, dauerte es nur vier Jahre, bis Schleswig-Holstein aus dem Vertrag ausstieg und Lizenzen an Betreiber wie William Hill und QueenVegas vergab. Nur etwa ein Jahr später änderte sich die Situation in Schleswig-Holstein jedoch dramatisch, als die alte Regierung abgewählt wurde und ein neuer Ministerpräsident seinen Posten einnahm.

Die Betreiber, die nach Schleswig-Holsteins Ausstieg aus dem Glücksspielstaatsvertrag Lizenzen erhalten hatten, haben noch immer gültige Lizenzen, die erst am Ende dieses Jahres (2018) auslaufen. Das bedeutet, dass sie dazu berechtigt sind, der Bevölkerung von Schleswig-Holstein und Besuchern dieses Bundeslandes Online-Glücksspieldienste anzubieten, was Spielautomaten und Casinospiele miteinschliesst.

Das Bundesland hat sich dazu entschieden, eine überarbeitete Version des Vertrages zu unterzeichnen, aus dem sie seiner Zeit ausgestiegen sind, weil dieser es erlaubte, dass Lotterien und eine bestimmte Anzahl an Sportwettenanbietern im gesamten Land legal ihre Dienste anbieten dürfen. Da Schleswig-Holstein momentan keine Lizenzen für das Online-Glücksspiel vergibt, können diejenigen, die bereits eine Lizenz besitzen, ihre Seiten weiterhin legal betreiben.

Betreibern ist es auf legalem Weg zwar nicht gestattet, Spielern in Deutschland Online-Glücksspieldienste anzubieten, doch Spieler riskieren keinerlei Strafe, wenn sie sich dazu entscheiden, bei Online-Casinos zu spielen, die sich in einem anderen Land befinden. Viele von diesen Offshore-Betreibern öffnen deutschen Spielern die Türen und akzeptieren sie aktiv als ihre Kunden. Sie gehen sogar so weit, dafür Sorge zu tragen, dass ihre Dienste in deutscher Sprache angeboten werden.

Deutschland und die deutsche Meinung zum Thema Online-Glücksspiel werden von der EU und seinen Mitgliedsstaaten kritisch beäugt. Viele sind der Meinung, dass das Land gegen die EU-Vorschriften von Handels- und Wettbewerbsfreiheit verstösst. Sie denken ebenfalls, dass der deutsche Standpunkt zum Thema Online-Glücksspiel viel zu streng ist, doch es sieht so aus, als würde sich Deutschland davon nicht beirren lassen.

Es hat Gespräche über die Aufsetzung und Unterzeichnung neuer Verträge gegeben, wobei der neueste am Anfang diesen Jahres in Kraft treten sollte. Während es jedoch so ist, dass die Bundesländer in der ersten Instanz zustimmen, ändern viele im Laufe der Zeit immer wieder ihre Meinung. Das Online-Glücksspiel in Deutschland zu regulieren und lizenzieren wäre ein riesiger Schritt für das Land, besonders unter dem Gesichtspunkt der Steuereinnahmen, doch so wie es momentan aussieht, wird auch in der nächsten Zeit keine eindeutige Regelung zu erwarten sein.

 

Bild: © lucadp /123rf.com

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