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Mehr Unruhen wegen Polizeigewalt unter Barack Obama

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image Bild: © palinchak

Trumps Bilanz in Bezug auf Unruhen wegen Polizeigewalt und Rassismus ist deutlich besser als die seines Vorgängers Barack Obama, das zeigt eine Recherche des Schweiz Magazins.

Unter dem Ex-Präsidenten Barack Obama gab es wesentlich mehr Unruhen wegen unverhältnismässiger Gewalt und Rassismus von Polizeibeamten gegenüber den Schwarzen als unter Präsident Trump.

Die Wahl des ersten schwarzen Präsidenten in den Vereingten Staaten weckte Hoffnungen auf eine Verbesserung der Rassenbeziehungen, insbesondere bei den schwarzen Wählern. Doch nach einer Reihe von öffentlichkeitswirksamen Todesfällen schwarzer Amerikaner bei Begegnungen mit der Polizei und Protesten der Black Lives Matter-Bewegung und anderer Gruppen beschrieben 2016 viele Amerikanerinsbesondere Schwarze, die Rassenbeziehungen als allgemein schlecht. Trumps Polizei agierte bisher während seiner Amtszeit deutlich besser gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung. Die Bilanz Barack Obamas sieht hingegen verheerend aus.

Unruhen wegen Polizeigewalt und Rassismus während der Amtszeit von Barack Obama

5. November 2009: Protestaufstand in Oakland, 5. Die Polizei nahm mehr als 150 Festnahmen vor, als eine Menschenmenge Fenster zerbrach und Zäune niederriss, um gegen die Verurteilung des ehemaligen BART-Offiziers zur Erschiessung von Oscar Grant am Neujahrstag 2009 zu protestieren.

28.Juli 2012:
Nach mehreren Schiessereien in der Nachbarschaft durch die Polizei, unter anderem durch den unbewaffneten Manuel Diaz, kam es zu Gewaltausbrüchen. 24 Personen wurden verhaftet.

11. März 2013:
Unruhen in Brooklyn, New York, nach dem Tod von Kimani Gray, die vom NYPD erschossen wurde.

10. August und 24. November 2014: Nach der Erschiessung von Michael Brown durch einen Polizisten brechen auf den Straßen Proteste aus. Barack Obama lässt die Polizei mit Tränengas, Schallkanonen, Polizeihunden, Erschütterungsgranaten, Gummigeschossen, Pfefferkugeln, Holzgeschossen, Sitzsackpatronen, Tasern, Pfefferspray und gepanzerten Fahrzeugen gegen die Demonstranten vorgehen. Im August kam es wochenlang ununterbrochen und sporadisch bis in den Dezember hinein zu Unruhen, mit fast täglichen Protesten während des gesamten Zeitraums und Ausschreitungen nach der Ankündigung der Nichtanklage am 24. November. Anlässlich des einjährigen Jahrestages im August 2015 kam es erneut zu Unruhen mit Dutzenden von Verhaftungen.

2014: Nachdem sich Staatsanwälte und eine Grand Jury geweigert hatten, einen Polizeibeamten für den Tod von Eric Garner anzuklagen, brachen in New York City und anderen amerikanischen Städten Proteste aus.

2014 Unruhen in Oakland, November-Dezember, Eine Reihe von Unruhen und zivilen Unruhen, die in Oakland und Umgebung als Reaktion auf die Ereignisse im Zusammenhang mit der Erschiessung von Michael Brown und später dem Tod von Eric Garner in Oakland, Kalifornien, stattfanden

23. bis 24. Dezember 2104: Antonio Martin wird in einem Vorort von St. Louis in der Nähe von Ferguson von der Polizei erschossen, was zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu Plünderungen führt. Das amerikanische Verteidigungsmministerium stellt Scharfschützengewehre und Humvees bereit, um die Unruhen niderzuschlagen, die oft direkt von den Schlachtfeldern der andauernden Kriege Barack Obamas stammten.

25. bis 28. April 2015: Nach dem Tod von Freddie Gray in Polizeigewahrsam brechen tagelange Proteste aus. 34 Personen werden verhaftet und 15 Beamte verletzt, nachdem Ausschreitungen und Plünderungen ausgebrochen sind. Grays Beerdigung fand am 27. April statt, auf die weitere Proteste und Plünderungen folgten.

19. August 2015: Ein Konflikt mit der Polizei nach der tödlichen Erschiessung des schwarzen Teenagers Mansur Ball-Bey durch Polizeibeamte aus St. Louis führt zum Einsatz von Tränengas. Daraufhin wurden dann Autos und Gebäude in Brand gesetzt und die Plünderungen begannen. Die Proteste gehen in den folgenden Tagen bei weiterhin hohen Spannungen weiter.

2016: Als Reaktion auf zwei Todesopfer durch die Polizei, die Erschiessung von Alton Sterling und die Erschiessung von Philando Castile, brechen weit verbreitete Proteste aus. Mindestens 261 Menschen wurden bei Protesten in New York City, Chicago, St. Paul, Baton Rouge und anderen Städten verhaftet.

13.-15. August 2016: Milwaukee, Wisconsin, Unruhen ausgelöst durch die tödliche Erschiessung des 23-jährigen Sylville Smith durch die Polizei.

20.-21. September 2016: Als Reaktion auf die Erschiessung von Keith Lamont Scott durch einen Polizeibeamten aus Charlotte brechen Proteste und Unruhen aus.

Bei fast allen von der Polizei getöteten Personen handelte es sich um Farbige.

Unruhen wegen Polizeigewalt und Rassismus während der Amtszeit von Donald Trump

15. September 2017:
Grosse Proteste brachen aus, als der Polizeibeamte Jason Stockley am 20. Dezember 2011 für nicht schuldig befunden wurde, Anthony Lamar Smith erschossen zu haben. Einige der Proteste wurden zerstörerisch und die Polizei wurde gewalttätig. Die Proteste und sporadischen Unruhen hielten wochenlang täglich an.

13. Juni 2019: Aufruhr in Memphis nach der tödlichen Erschiessung Brandon Webbers durch die US-Marschalls.

Mai 2020: Wegen der tödlichen Umstände um die Festnähme von George Floyd, brechen in Minneapolis und anderen Städten Unruhen aus.

Fazit

Zäht man alle Proteste und Unruhen wegen Rassismus und Polizeigewalt von 2009 bis 2020 zusammen, kommt man auf insgesamt 15, von denen sich 75 Prozent während der Amtszeit von Barack Obama ereigneten. Das hat viel mit dem Einsatz von Donald Trump gegen die sehr hohe Arbeitslosigkeit unter den Schwarzen zu tun. Die Arbeitslosenquote für schwarze Amerikaner fiel im Oktober 2019 auf 5,4 Prozent, den niedrigsten Stand seit Beginn der Erfassung der Beschäftigungsdaten durch die Regierung im Jahr 1972. Wegen der Corona-Krise ist die Arbeitslosgkeitsrate jedoch unter den Afroamerikanern auf derzeit 16,7 Prozent wieder angestiegen.

Ausgerechnet der ehemalige Präsident Obama, der einst von sich selbst sagte er sei wirklich gut im Töten von Menschen, forderte gestern medienwirksam eine Reform der Polizei, die er während seiner Amtszeit offenbar nicht für nötig hielt. Mit seinen ihm eigenen typischen schwalligen Worten sagte Obama: "Ich möchte direkt mit den jungen farbigen Männern und Frauen in diesem Land sprechen", sagte er. "Ich möchte, dass sie wissen, dass sie wichtig sind. Ich möchte, dass ihr wisst, dass euer Leben eine Rolle spielt. Dass eure Träume eine Rolle spielen." Schade, dass Obama die Leben der jungen farbigen Amerikaner während seiner Zeit als Präsident trotz der immens hohen Anzahl an Unruhen für nicht besonders wichtig hielt.

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