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Hamburg-Blankenese: Reiches "rechtes Pack" verhindert Flüchtlingsunterkunft

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Das reiche rechte Pack in Hamburgs Nobel- Quartier Blankenese wehrt sich mit Händen und Füssen gegen eine Unterkunft für Flüchtlinge.

Blankenese ist das zweitreichste der Hamburger Quartiere. Das durchschnittliche Einkommen beträgt hier knapp 110.000 Euro jährlich, was zwar nach Schweizer Massstäben eher ein Almosen ist aber dennoch etwa dreimal so hoch wie der Hamburger Gesamtdurchschnitt. Hier leben auch offenbar viele vom deutschen Vizekanzler Sigmar Gabriel als "rechtes Pack" titulierte Immobilienmanager, Richter, Anwälte, Reeder und auch Politiker des Hamburger Senats, die wie laut dem deutschen Justizminister Maas, wie Teile von Pegida, wohl dann auch in die Kategorie "widerwärtig und abscheulich" fallen dürften.

In Hamburg-Blankenese haben diese reichen mutmasslichen Rechten am vergangenen Dienstag gewaltsam den Baubeginn einer neuen Flüchtlingsunterkunft verhindert. Laut lokalen Medien, blockierten sie Fahrzeuge für anstehende Baumfällarbeiten, mit denen Platz für die Flüchtlingsunterkünfte gemacht werden sollte. Dort, wo jetzt noch Bäume stehen, sollen Holzpavillions für 192 Flüchtlinge aufgebaut werden. Anders als in den meisten Teilen Deutschlands, schlug sich in Blankenese sogar die Justiz auf die Seite der rechten vermögenden Flüchtlingsgegner und entschied, dass die Unterkunft vorerst nicht gebaut werden darf.

Diesen extremen Rassismus in Hamburgs Nobel-Quartier gibt es schon sein den 1930er Jahren. Einst lebten dort 150 Juden, von denen die meisten zwar vor den Blankenesern flüchten konnten aber dennoch 16 im KZ ermordet wurden. Jetzt blühen im Quartier Blankenese Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Angesicht der Flüchtlingskrise erneut wieder auf, wie zuletzt in den 1980er Jahren als rechte Blankeneser sich gegen einen Flüchtlingscontainer wehrten und die Aufstellung verhinderten. Der Witz daran war, dass eine Hamburger Zeitung diesen Container aufgestellt hatte, um die Fremdenfeindlichkeit der reichen Blankeneser Quartiers zu testen.

 

Foto: © Bernd54

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