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Bern will heiklen Grosskundgebungen besser begegnen

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Nach den Ausschreitungen im Jahr 2013 anlässlich der unbewilligten Kundgebung «Tanz dich frei» mit Linksextremen und anderen Chaoten hat der Gemeinderat verschiedene Optionen geprüft, um heiklen Grosskundgebungen besser begegnen zu können. In diesem Zusammenhang bewilligte er den Einsatz sogenannter Parlay-Teams, welche die unbeteiligte Bevölkerung über Auswirkungen einer Kundgebung informieren.

Eine der Erkenntnisse nach den Ausschreitungen anlässlich der Kundgebung «Tanz dich frei» im Jahr 2013 war, dass unbeteiligte Dritte nicht mehr genügend über die aktuelle Situation hatten informiert werden können. Durch die Dimension der Kundgebung und die teilweise Gewalt sowie die dannzumal zahlreichen Baustellen in der Innenstadt gerieten unbeteiligte Passantinnen und Passanten ungewollt in unangenehme Situationen. Dies hätte allenfalls verhindert werden können, wenn Informationen unter anderem zu Strassensperren oder Demorouten rascher hätten weitergegeben werden können. In Zusammenarbeit mit den involvierten Stellen des Polizeiinspektorats, von Pinto und der Kantonspolizei wurden deshalb Lösungsansätze evaluiert.

Im Juni 2014 bewilligte der Gemeinderat in der Folge ein Pilotprojekt unter dem Namen «Parlay-Teams», welches anlässlich der Kundgebung «Marsch fürs Läbe» vom 17. September 2016 zum ersten Mal zum Einsatz kam. Den eingesetzten Teams kam dabei die Aufgabe zu, insbesondere unbeteiligten Dritten aktuelle Informationen aller Art weitergeben zu können. Diese Informationen beinhalteten Dauer von Behinderungen, generelle Informationen zur Veranstaltung oder Umgehungsrouten, um der Kundgebung ausweichen zu können. Dabei nehmen die Mitarbeitenden der Parlay-Teams explizit keine polizeilichen Aufgaben wahr. Sie werden aber durch die koordinierte Informationsweitergabe insbesondere der Kantonspolizei aber beispielsweise auch von Bernmobil stets über die aktuelle Situation informiert und sind deshalb bestens geeignet, der Bevölkerung diese Informationen weiterzugeben.

Erste Erfahrungen sind positiv

Die ersten Erfahrungen sind durchwegs positiv und das Ziel der Informationsweiterleitung an unbeteiligte Dritte konnte erreicht werden. Auch der Auftritt der Parlay-Teams mit grün markierten Westen schien geeignet, um als Anlaufstelle für Fragen jeglicher Art wahrgenommen zu werden.

Leider musste festgestellt werden, dass der Projektname «Parlay» nicht selbsterklärend ist, auch wenn das Wort in der Filmreihe «Pirates of the Caribbeans» bekannt wurde, konnte doch Elisabeth Swann mit diesem «Recht zu Reden», wie es aus Piratenzeiten überliefert wurde, das Blatt zu ihren Gunsten wenden.

Der Gemeinderat hat nach den positiven Erfahrungen beschlossen, das Konzept definitiv operativ umzusetzen und in Absprache mit der Kantonspolizei weitere Einsätze sowohl an bewilligten als auch an unbewilligten Veranstaltungen zu planen. Die entsprechenden Feinkorrekturen werden nun vorgenommen und auch die Namensgebung überdacht, um den Aufgabenbereich der Teams klarer hervorheben zu können.

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