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Thurgau bemängelt Bericht zu Szenarien eines Supergau

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Der Regierungsrat des Kantons Thurgau begrüsst die fachliche Überprüfung der Referenzszenarien eines Kernkraftwerkunfalls in der Schweiz. In seiner Vernehmlassungsantwort an das eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI bemängelt er allerdings mehrere Punkte des Berichts.

Referenzszenarien werden für die Planung von Notfallschutzmassnahmen in der Umgebung der Kernkraftwerke verwendet. Diese Szenarien bilden die Massnahme 14 von IDA NOMEX (Überprüfung der Notfallschutzmassnahmen bei Extremereignissen in der Schweiz). Diese Massnahme wurde überarbeitet und nun einer Vernehmlassung durch das ENSI unterzogen.

Der Regierungsrat schreibt in seiner Antwort, dass der Überprüfung der Referenzszenarien grosse Bedeutung zukomme, da diese in der Schweiz die zentrale Grundlage für die Vorbereitung der Bewältigung eines Kernkraftwerkunfalls bilden und verbessert werden müssen. Kritisiert wird vom Regierungsrat, dass der Bericht die Risiken von Nuklearunfällen in der Schweiz nach Fukushima zwar neu beurteile, dass er aber auf die Unterschiede der Gefahren und Risiken zwischen dem Kernkraftwerk (KKW) Fukushima und den KKW in der Schweiz nicht eingehe. Insbesondere seien die lokalen Gegebenheiten beim Erstellen der Unglücksszenarien nicht einbezogen worden. Wünschenswert wäre aber ein Bericht, in dem spezifisch auf das Gefahrenpotenzial und die sich daraus ergebenden Risikoszenarien jedes einzelnen KKW in der Schweiz eingegangen würde.

Im Weiteren fehlen dem Regierungsrat Szenarien, bei denen grössere Mengen an Radioaktivität freigesetzt werden als bei den bisher in Betracht gezogenen. Eine präzise Bezeichnung der zukünftigen Referenzszenarien sei für eine verlässliche Aussage unabdingbar, welche vorsorglichen Massnahmen in welchen Räumen um ein KKW nötig sind und welche Kosten entstehen könnten.

Ausserdem weist der Regierungsrat darauf hin, dass der Notfallschutz nur als Schutz für die ersten Stunden oder einige Tage verstanden werde. Es gebe aber auch die nachfolgende sogenannte «Bodenphase», die nach wenigen Tagen beginne und Jahre dauern könne. Die Bevölkerung, die in einer ersten Phase Schutz gesucht habe, könne nicht beliebig lange in den Schutzräumen zurückbehalten werden. Er erwartet deshalb, dass auch für die «Bodenphase» Massnahmen vorgesehen und geplant werden.

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