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Die Stadt Zug ist privilegiert

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Ein Schritt mehr in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft: Einstimmig genehmigte das Zuger Stadtparlament den Konzessionsvertrag für den Wärme- und Kälteverbund Circulago mit den WWZ. Damit können diese mit Seewasser über ein Verteilsystem Wärme und Kälte gewinnen – und viel C02-Ausstoss vermeiden.

«Die Stadt Zug ist privilegiert: Wir haben einen See voller Energie. Wir müssen ihn nur noch nutzen», warb Stadtratsvizepräsident Andrè Wicki für das Geschäft und setzte noch ein Argument drauf: «Wir machen einen Siebenmeilenstiefel-Schritt in Richtung autarker Energieversorgung.» Dabei geht es um Folgendes: Die WWZ wollen dem See Wasser entnehmen und dessen Energie nutzen – um zu kühlen oder zu heizen. Das Seewasser wird in die Seewasserzentrale geleitet. Über Wärmetauscher wird dem Seewasser Wärme entzogen (gleich heizen) beziehungsweise Wärme zugegeben (gleich kühlen). Dieses System, «Circulago» genannt, hat den Vorteil, den CO2-Ausstoss um bis zu 80 Prozent zu reduzieren und die Stadt unabhängiger von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu machen.

Die Stadt muss für «Circulago» auch keine Investitionen leisten: Die WWZ wollen dafür rund 100 Mio. Franken aufbringen. Der Grosse Gemeinderat musste an seiner Sitzung «lediglich» seine Zustimmung zum Konzessionsvertrag geben, mit welchem die Benützung des öffentlichen Grunds und Bodens geregelt wird. Denn die Rohre werden hauptsächlich im öffentlichen Raum verlegt.

Alle Fraktionen waren des Lobes voll über das innovative WWZ-Projekt und zeigten sich beeindruckt vom Mut der WWZ für diese grosse Investition, die trotz ihrer langfristigen Ausrichtung mit einem nicht unerheblichen Risiko verbunden ist, das alleine die WWZ tragen. Die Bau- und Planungskommission setzte sich im Vorfeld intensiv mit dem Geschäft und der Technologie auseinander und empfahl deutlich Zustimmung. Für den Zugersee und dessen Flora und Fauna sei das Vorhaben unbedenklich, wie Studien glaubhaft zeigten, äusserte sich BPK-Präsident Urs Bertschi.

Hervorgehoben wurde von den Fraktionen etwa die in Zug verbleibende Wertschöpfung, die private Initiative durch die WWZ, aber auch die perfekte Einbettung in die 2000-Watt-Gesellschaft, zu welcher sich die Stadtzuger Stimmberechtigten im Jahre 2011 bekannten.

Zum Projekt gab es also keine Kritik, hingegen zum Konzessionsvertrag. Die Bau- und Planungskommission forderte ein für die Stadt besseres Heimschlagrecht: Bauten und Anlagen sollen unentgeltlich ins Eigentum der Stadt fallen, wenn die WWZ den Konzessionsvertrag kündigen; kündigt die Stadt, wird der Zeitwert vergütet. Und weiter sollen die WWZ während der ersten 20 Jahren auf eine Gebühr verzichten. In beiden Fällen verhandelte der Stadtrat vor der GGR-Sitzung mit den WWZ erfolgreich, so dass einer Zustimmung durch den Grossen Gemeinderat nichts im Wege stand.

Resultat: Mit 33 zu 0 Stimmen stimmte der Grosse Gemeinderat dem Konzessionsvertrag für den Wäre und Kälteverbund Circulago zu.

 

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