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Zuger Stadtrat verabschiedet Smart-City-Strategie

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Stadtzuger Politiker haben eine Smart-City-Strategie. Sie wurde am 26. Mai vom Stadtrat verabschiedet. Will er in Zug die Demokratie abschaffen?

Eine Zugerin fährt an den Stadtrand und steigt direkt in einen Zug; ihr Elektroauto fährt dann selbst los, um zu parken und sich aufzuladen. Ein Mann erleidet auf der Strasse einen Herzinfarkt; die Rettungsdienste schicken eine mit einem Defibrillator ausgerüstete Drohne, die entscheidende Minuten vor dem Eintreffen eines Krankenwagens eintrifft. Eine Familie fliegender Wartungsroboter wohnt auf einem Wohnblock - in der Lage, selbstständig Risse oder Lecks zu reparieren und Laub aus den Dachrinnen zu entfernen. Das möchte der Zuger Stadtrat auch. Das Smart City System hat aber auch sehr dunkle und böse Seiten.

«Smart City» ist ein solcher Systemansatz, der mittels Vernetzung, Innovation und der Nutzung digitaler Technologien die nachhaltige Stadtentwicklung fördern will. Der technologiegetriebene Ansatz unterstützt die Positionierung von Städten und Firmen. Stadtpräsident Karl Kobelt von der rechten FDP sagt dazu: «Wir verstehen unter Smart City Zug eine Stadt, die intelligente – meist digitale – Technologien nutzt, um die Vernetzung der Menschen untereinander sowie mit Gegenständen zu unterstützen.

Kritiker beschreiben «Smart City» jedoch als eine Gefahr für die Demokratie. So titelte beispielsweise der britische Guardian: Die Wahrheit über Smart Cities: "Am Ende werden sie die Demokratie zerstören" und zitiert den Autor Leo Hollis: "In Wahrheit sind konkurrierende Visionen von der intelligenten Stadt Stellvertreter für konkurrierende Visionen der Gesellschaft, insbesondere darüber, wer die Macht in der Gesellschaft hat. Am Ende wird die intelligente Stadt die Demokratie zerstören", warnte Hollis. "Wie Google werden sie genug Daten haben, um Sie nicht fragen zu müssen, was Sie wollen." Roger McNamee, ein früher Investor von Facebook und Google warnt sogar, dass die Daten der Einwohner nicht sicher verwaltet würden und es zu Missbrauch kommen könnte.

Mit zunehmender Konnektivität steigt auch das Risiko immens, und die Ergebnisse eines erfolgreichen Cyberangriffs auf die Infrastruktur intelligenter Städte können katastrophal sein. Beispielsweise könnte ein Angriff auf das Stromnetz der Stadt Zug den Strom für einen längeren Zeitraum lahm legen, was dazu führen könnte, dass Zuger Unternehmen nicht mehr arbeiten können und die Bewohner lange ohne Heizung, Beleuchtung und Kochgelegenheit auskommen müssen. Das hat man in der Stadt Zug offenbar nicht bedacht.

 

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