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Nazi-Rufe in der Uni Zürich

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Auf Einladung des Europainstituts der Universität Zürich fand am 19. Januar 2015 eine Vorlesung des Ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko (Walzmann) statt. Im grössten Saal der Universität war die Leitung der Universität, des Europainstituts und einige hochkarätige Schweizer Politiker anwesend. Der Schweizer Bundesrat, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, Schweizer des Jahres 2014, Didier Burkhalter hielt eine Einführungsrede.

Schon diese Einführungsrede war befremdend, in welcher Herr Burkhalter im Zusammenhang mit der Ukraine Russlands Anerkennung der Ergebnisse der Volksabstimmung auf der Krim fälschlicherweise als "rechtswidrige Annexion" bezeichnet hat. Darauf kamen heuchlerische Ausführungen des Präsidenten Poroschenko über den Frieden auf der ganzen Welt, während er zeitgleich im Osten der Ukraine die Zivilbevölkerung mit schweren Waffen beschiessen lässt. Inzwischen beklagen die Gebiete Donetzk und Lugansk einige Tausend zivile Opfer, während die Ukraine in die vierte Runde der Mobilmachung geht. Dies mag Gewissenssache der Redner sein.

Was aber klar über das persönliche Gewissen des Gastredners hinausgeht und nach Schweizer Gesetz verfolgt werden muss, sind die öffentlichen Nazi-Rufe, dirigiert von Präsident Poroschenko persönlich. Man kann dies in der offiziellen Aufnahme der Veranstaltung nachhören, in der 26. Minute und am Ende der Veranstaltung.

Der Ausruf "Slawa Ukraine!" mit der Antwort des Publikums "Herojam Slawa!" - übersetzt auf Deutsch als "Heil Ukraine!" – "Helden Heil!" - stammt aus den Jahren des zweiten Weltkrieges. Dieser Ausruf war eine Anpassung ins Russische des berühmten "Heil Hitler!" – "Sieg Heil!" für die Ukrainische Aufständische Armee (UPA), die in der Ukraine auf der Seite Hitlers gegen die Rote Armee gekämpft hatte. Der Nazi-Anführer der Ukrainischen Aufständischen Armee, Stepan Bandera, wurde von der jetzigen ukrainischen Regierung zum Helden ernannt. Eine empfehlenswerte Lektüre dazu: Stepan Bandera: The Life and Afterlife of a Ukrainian Nationalist.

Die faschistischen Ausrufe in den westukrainischen Städten kann man rügen – solange diese nicht in der Schweiz ausgerufen werden, kann die Schweiz nicht viel dagegen machen. Es muss aber rasch reagiert werden, wenn solche Ausrufe bei einer grossen öffentlichen Veranstaltung an einer Schweizer Universität skandiert werden!

Es ist eine grosse Schande, dass viele prominente Schweizer Politiker, allen voran Herr Bundesrat Didier Burkhalter, solchen Ausrufen als Gastgeber tatenlos zuschauen und mit applaudieren. Die nazistisch gesinnten Gäste dürfen nicht öffentlich in der Schweiz auftreten! Wenn die Schweiz eine Vermittlerrolle zwischen den VSA und Russland sucht und bereit ist, dafür auch mit Nazis den Dialog zu führen, entspricht dies der Schweizer Tradition und ist sehr begrüssenswert. Den Nazis zu öffentlichen Auftritten in der Schweiz zu verhelfen und nicht mal die Nazi-Rufe zu verurteilen, ist dagegen verbrecherisch. Wenn die Situation das verlangt, muss der Dialog auch mit Schurken geführt werden, aber so ein Dialog muss hinter geschlossenen Türen stattfinden und darf nicht von Applaus der politischen und akademischen Prominenz der Schweiz begleitet werden!

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