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Zürich: Kein unmittelbarer Handlungsbedarf bei Zweitwohnungen

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3,8 Prozent der Wohnungen werden in der Stadt Zürich als Zweitwohnungen genutzt. Das sind rund 8400 Einheiten. Aufgrund eines umfassenden Berichts zuhanden des Gemeinderats sieht der Stadtrat im Moment keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, will aber die Entwicklung der Quartiere im Zentrum sorgfältig beobachten.

Der in Zusammenarbeit mit Fahrländer Partner erarbeitete umfangreiche Bericht zuhanden des Gemeinderats weist von insgesamt rund 220 000 Wohnungen 8400 als so genannte Zweitwohnungen (wie sie der Bund im Zweitwohnungsgesetz definiert hat) aus. Das sind Wohnungen ohne registrierte Bewohnerinnen und Bewohner. Davon sind rund 6550 private Zweitwohnungen, der Rest sind bewirtschaftete Apartements. Nicht zu den Zweitwohnungen zählen unter anderem Wohnungen, die von Personen mit Wochenaufenthalt oder von Studierenden gemietet werden.

Aufgrund der Nachfrage dürfte das Angebot von bewirtschafteten Apartements in den nächs-ten Jahren leicht steigen. Ob damit auch der prozentuale Anteil am Gesamtwohnungsbestand wächst, ist fraglich, da auch der Gesamtbestand einen Zuwachs verzeichnen wird.

Die Diskussion um Airbnb wird zwar angeregt geführt. In Zusammenhang mit der Frage von Zweitwohnungen spielen Airbnb und ähnliche Angebote jedoch nur eine marginale Rolle. Nach Einschätzung von Fahrländer Partner erscheint es demnach wenig wahrscheinlich, dass Airbnb-Vermietungen aktuell messbare Effekte auf die Zürcher Mietpreise haben.

Sowohl beim Anteil an Zweitwohnungen wie auch dem Angebot von bewirtschaftetem Wohn-raum zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Quartieren: So sind die zentral gele-genen Gebiete – wie etwa das Hochschulquartier mit über 20 Prozent Anteil an Zweitwoh-nungen – stärker betroffen als andere.

Basierend auf dem Bericht, der einen verlässlichen Überblick über die Zweitwohnungen in ihren verschiedenen Ausprägungen erlaubt, sieht der Stadtrat aktuell keinen unmittelbaren Bedarf, regulierend in den Zweitwohnungsmarkt einzugreifen. Die Entwicklungen sind jedoch auf Quartierebene weiter zu verfolgen, und in den Gebieten mit einem Zweitwohnungsanteil in zweistelliger Höhe ist der Dialog mit Interessengruppierungen, insbesondere den Quartiervereinen, zu führen.

Ebenfalls will der Stadtrat das Gespräch mit dem Kanton suchen, um auszuloten, ob eine gesetzliche Grundlage für eine flächendeckende Abgabe auf Zweitwohnungen und eine kommunale Tourismusabgabe ins Auge zu fassen sei. Der Stadtrat begrüsst zudem die im Mai von Zürich Tourismus mit Airbnb bekannt gegebene Vereinbarung über die freiwillige Abgabe einer CityTax.

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