Home | Nachrichten | Regional | Zürich | 31 Geldesel im Kanton Zürich überführt

31 Geldesel im Kanton Zürich überführt

Schriftgrösse: Decrease font Enlarge font
image

Die Kantonspolizei Zürich hat im Zuge einer internationalen Aktion gegen illegale Finanzaktionen 31 sogenannte «Money Mules» (dt. Geldesel) überführt, welche Gelder in der Höhe von über 650‘000 gewaschen hatten.

Zum vierten Mal fand von September bis November 2018 eine koordinierte Aktion zur Bekämpfung des Phänomens «Money Muling» in ganz Europa statt. 30 Länder nahmen an der Europol-Aktion EMMA4 (4. European Money Mule Aktion) teil, darunter auch die Schweiz mit zehn kantonalen Polizeikorps (BS, FR, GE, GR, LU, NE, SO, SG, SZ und ZH) und fedpol. Dabei übernahm fedpol die Koordination zwischen Europol und den verschiedenen Kantonen. Die Kantonspolizei Zürich hat insgesamt 31 «Money Mules», auch Finanzagenten genannt, überführt. Diese hatten für kriminelle Organisationen Geld im Wert von über 650‘000 Franken gewaschen. Gegen die 31 Finanzagenten wurden Strafverfahren wegen Mithilfe zur Geldwäscherei eröffnet.

Die von den Ermittlern als «Money Mules» bezeichneten Personen werden von kriminellen Organisationen als Geldwäschereivermittler angeworben. Sie erhalten illegale Gelder auf ihre privaten Bankkonten und transferieren diese anschliessend physisch oder elektronisch weiter. Diese illegalen Geldtransaktionen dienen der Finanzierung der organisierten Kriminalität, unter anderem im Zusammenhang mit Drogenhandel, Menschenhandel und Online-Betrug.

Das Vorgehen der kriminellen Organisationen ist meist ähnlich: Mit attraktiven Jobangeboten, die mit hohem Gehalt, Arbeit von zuhause und Flexibilität werben, wird gelockt. In einzelnen Fällen haben die Täter dafür eigens Firmen erfunden oder gegründet, oder die Namen bekannter Firmen werden kurzerhand missbraucht. Die Jobangebote erscheinen auf üblichen Stellenvermittlungsplattformen im Internet oder auf missbräuchlich erstellten Firmen-Internetseiten. Was aber meistens nicht ersichtlich ist: Die Jobsuchenden werden letztlich als Finanzagenten eingesetzt, um Gelder zu waschen, die aus kriminellen Aktivitäten stammen. Aus strafrechtlicher Sicht kann jemand, der sein Konto für die Verschiebung von Geldern zur Verfügung stellt, für die Mithilfe zur Geldwäscherei belangt werden.

hinzufügen zu: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg
Tags
Keine Tags für den Artikel vorhanden
Umfrage: Schutz vor Terror
Welche Methode wäre die beste, die Schweizer Bürger vor Terroranschlägen zu schützen?