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Stadt Zürich bekommt Nachtleben nicht in den Griff

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Die Stadt Zürich hat das Projekt Nachtleben abgeschlossen. Alle Beteiligten haben wichtige Erkenntnisse gewonnen und Massnahmen umgesetzt. Die Begleiterscheinungen des Zürcher Nachtlebens sind damit aber nicht verschwunden und werden die Stadt weiterhin fordern.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich das Nachtleben in der Stadt Zürich markant verändert. Die Ausgehlokale ohne Polizeistunde haben sich nach der Liberalisierung des kantonalen Gastgewerbegesetzes versechsfacht – heute gibt es mehr als 600 solche Nachtcafés und Bars. Das Leben findet rund um die Uhr statt, die jungen Leute gehen nicht mehr einfach am Abend aus, sondern oft spät in der Nacht und bis in die frühen Morgenstunden. Alkohol, als wichtiger Antreiber der Problematik, ist rund um die Uhr erhältlich.

Zudem sind Musikanlagen, die auch bei grosser Lautstärke gut klingen, für alle erschwinglich geworden. Auch in kleinen Clubs und draussen, auf öffentlichem Grund, wird laute Musik abgespielt. So hat sich über die Jahre bei manchen Bewohnerinnen und Bewohnern der Ausgehviertel schleichend Frust aufgestaut. Öffentlich sichtbar wurde dies im Frühling 2015, als sich mehr als hundert Anwohner und Hausbesitzerinnen im Langstrassenquartier in einem offenen Brief an die Stadt wandten und sich über die Zustände an der sogenannten Partymeile beklagten. Wenige Tage später reagierten Interessenvertreter der Clubs und Bars mit einer Petition «Langstrasse bleibt Langstrasse» und warnten vor einer Rückkehr zur Zürcher Biederkeit. 

Ausbalancieren der Interessen

In diesem Konflikt zwischen Partygängerinnen und Anwohnern schlug sich die Stadt weder auf die eine noch auf die andere Seite. Die Haltung des Stadtrats ist: Zürich ist attraktiv und bietet den Nachtschwärmern viel – das wird allgemein sehr geschätzt und soll auch so bleiben. Die Stadt baut im Nachtleben grundsätzlich auf Selbstverantwortung und Toleranz, sieht aber die Grenzen und bekämpft deshalb die Schattenseiten des da und dort unbändigen Nachtlebens – vor allem Lärm, Littering, wildes Urinieren, Vandalismus und Gewalt.

 

Bild: © Stefano Lunardi/123rf.com

 

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