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Grundbedarf der Sozialhilfeleistungen in Zürich muss erhöht werden

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Während der gesellschaftliche Wohlstand in den letzten Jahren zugenommen hat, stagnieren die Grundbedarfsleistungen für Sozialhilfebeziehende. Eine aktuelle Studie der SKOS zeigt, dass der heutige Betrag im Sinne einer fairen Teilhabe mindestens 100 Franken höher sein müsste. Statt also weiterhin pauschale Kürzungen zu fordern, brauchte es nach Sozialvorsteher Raphael Golta endlich eine faktenbasierte Debatte darüber, welchen Stellenwert die Schwächsten in unserer Gesellschaft haben sollen.

Der aktuelle Bericht der SKOS zur Höhe des Grundbedarfs zeigt, dass Sozialhilfebeziehende in den letzten 20 Jahren von der allgemeinen Wohlstandsentwicklung ausgeschlossen wurden. Raphael Golta, Stadtzürcher Sozialvorsteher, sieht darin eine Benachteiligung einer Bevölkerungsgruppe, die eigentlich besonderen Schutz benötigt: «Während der gesellschaftliche Wohlstand zunimmt, gelten für Sozialhilfebeziehende offenbar andere Massstäbe. Die Höhe des Grundbedarfs, aus dem sämtliche Ausgaben für den Lebensunterhalt, abzüglich Miete und Krankenkassenprämien, getätigt werden müssen, stagniert seit Jahren. Und das auf einem tiefen Niveau, das eine gesellschaftliche Teilhabe der Beziehenden gefährdet und keinerlei Spielraum für Einsparungen bietet.»

Ende der Forderungen nach pauschaler Kürzung

Obwohl diese Fakten eine klare Sprache sprechen, sieht sich die Sozialhilfe zunehmend politischem Druck ausgesetzt: Auch im Kanton Zürich gibt es die Forderung nach einer pauschalen Kürzung der Grundbedarfsleistungen um bis zum 30 Prozent. Raphael Golta bezieht hier eine klare Gegenposition: «Landauf, landab werden Rufe nach einer pauschalen und massiven Leistungskürzung in der Sozialhilfe laut. Die Fakten interessieren dabei offenbar wenig. Denn eigentlich müsste die Höhe des Grundbedarfs für eine Einzelperson laut den Berechnungen der SKOS bei rund 1100 Franken pro Monat liegen. Würde man die Leistungen an die allgemeine Wohlstandentwicklung der vergangenen 20 Jahre koppeln, müssten es sogar eher 20 Prozent mehr sein als heute – also rund 1200 Franken.»

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