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Snowden: Schweiz ist Lieblingsland der CIA

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Amerikanische Spione arbeiten in der Schweiz ohne viel Angst haben zu müssen entlarvt zu werden, obwohl der Nachrichtendienst davon Kenntnis hat und sehr professionell ist aber keine Gefahr für sie darstellt, so Edward Snowden im Schweizer Fernsehen. Man könne so ziemlich alles machen ohne dafür behelligt zu werden.

"Das ist der Grund dafür, dass die Schweiz so interessant ist und quasi zur Hauptstadt der Spionage gemacht wurde - vor allem Genf", sagte Snowden in einem Interview mit Darius Rochebin auf Radio Télévision Suisse. Die beiden sprachen auch über die Internationalen Filmfestspiele und das Forum für Menschenrechte, das am 5. März 2015 stattfand. Die Abschrift des Interviews wurde in der Zeitung "Le Temps" veröffentlicht.

"Es gibt internationale Hauptquartiere der Vereinten Nationen, der WTO, WHO, IKRK in Genf. Es gibt Vertretungen von ausländischen Regierungen, Botschaften, internationale Organisationen, NGOs und alle sind in einer Stadt!" Laut Snowden sind andere Städte in der Schweiz ebenfalls von VS-Spionen "betroffen". "Sie haben aussergewöhnliche Kapitalströme und Geld in Zürich. Sie haben bilaterale Abkommen und den internationalen Handel in Bern", sagte er.

Der Ex-NSA Mann erinnerte sich an die Zeit als er in Genf als Undercover-Agent der VSA tätig war. Er sagte, die Amerikaner hatten keine Angst vor dem Geheimdienst der Schweiz."Sie wurden nicht als Bedrohung betrachtet. Sie sind zwar sehr kompetent und sehr professionell aber klein an Zahl." Snowden verglich sie mit den Spionage-Agenturen in Frankreich. Französische Spione seien dafür bekannt besonders "anspruchsvoll und aggressiv" zu sein.

Er zog Beispiele für CIA-Operationen in Bezug auf Massenvernichtungswaffen und fügte hinzu, dass diejenigen die an Weiterverbreitung und Weitergabe beteiligt waren, die Gesetze in der Schweiz, Deutschland und den Nachbarländern verletzt hätten. Die Vereinigten Staaten hätten jedoch in diesen Fällen ihren massiven politischen Einfluss durch Top Leute in der Regierung ausgeübt. "Das ist der Grund warum die Vertreter der amerikanischen Regierung, wenn sie Schweizer Gesetze verletzen, ein gewisses Mass an Komfort geniessen. Sie wissen, dass es keine Folgen haben wird," schloss Snowden.

Der aus North Carolina stammende Snowden arbeitete an der VS-Botschaft in Genf vom März 2007 bis zum Februar 2009 an Abhörkommunikationssystemen. Zu dieser Zeit teilte er seine Ansichten über das Leben in der Schweiz mit anderen Amerikanern unter seinem Online-Benutzernamen "TheTrueHOOHA". Er sagte, es sei "wie das Leben in einer Postkarte", allerdings auch "albtraumhaft teuer und schrecklich traditionell."

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