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Bundesrat hat keine gute Arbeit geleistet

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Die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor kritisiert die Analyse des Bundesrats und der Bundesverwaltung zur Agrarpolitik scharf. Die Aussagen des Berichts basieren auf überholten Grundsätzen. Der Bundesrat hat keine gute Arbeit geleistet.

Die Konsumenten sowie das Volk wollen regionale Produkte und eine regionale Landwirtschaft. Es braucht solide Rahmenbedingungen für einen starken Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor und nicht einen Abbau unserer Landwirtschaft.

Die SALS-Schweiz hat eine eigene Analyse durchgeführt. Sie stellt fest, dass das Schweizer Volk mit fast 80 Prozent der Stimmen dem neuen Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit zugestimmt hat. Dieses Resultat zeigt, dass das Schweizer Volk eine starke, einheimische Produktion von Lebensmitteln will. Zahlreiche Marktstudien bestätigen die erhöhte Nachfrage nach lokalen und regionalen Produkten.

Einer im Frühling 2017 publizierten Studie der Universität St. Gallen zufolge sind die Konsumenten bereit, für regionale Produkte 20 bis 30 Prozent mehr zu bezahlen. Kürzlich hat ein Start-up der ETH Zürich nachgewiesen, dass eine Ernährung, die auf regionale und saisonale pflanzliche Lebensmittel basiert, ein effizientes Mittel zur Bekämpfung der Klimaerwärmung darstellt. Bezüglich der hohen Preise für Schweizer Lebensmittel ist bewiesen, dass nicht die landwirtschaftliche Produktion dafür verantwortlich ist.

Eine im Auftrag von Promarca 2015 durchgeführte Studie zeigt, dass Schweizer Detailhändler im Bereich Lebensmittel Rekordmargen einfahren. Während Coop und Migros im Lebensmittelbereich Margen von 30 resp. 40 Prozent erwirtschaften, sind es bei Carrefour oder Edeka nur 21 bzw. 11 Prozent. Will der Bundesrat also die Konsumentenpreise ändern, so muss er in diesem Bereich mit der Arbeit beginnen und nicht beim Grenzschutz, was unmittelbar zu einem Zerfall des Produzentenpreises führen würde.

Die Schweizer Agrar- und Lebensmittelpolitik muss sich auf die Bedürfnisse der Bevölkerung sowie auf die Bedürfnisse der Akteure, Firmen und Bauernfamilien, die in diesem Sektor arbeiten, konzentrieren. Sie darf nicht hinter verschlossenen Türen von Technokraten ausgearbeitet werden, die sich zur Rechtfertigung des eingeschlagenen Wegs auf Berichte von internationalen Organisationen stützen, wie die OECD oder die WTO.

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