Home | Nachrichten | Schweiz | Illegale Medikamenten-Importe angestiegen

Illegale Medikamenten-Importe angestiegen

Schriftgrösse: Decrease font Enlarge font
image

Im Auftrag des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic hat die Eidgenössische Zollverwaltung im letzten Jahr 1'060 Sendungen mit illegal importierten Heilmitteln sichergestellt. Die Gesamtzahl liegt damit leicht höher als im Vorjahr (2016: 1'028).

Erneut wurde eine hohe Anzahl von medizinisch wichtigen, verschärft rezeptpflichtigen Arzneimitteln (zum Beispiel verschreibungspflichtige Antibiotika oder das sehr starke Schmerzmittel Tramadol) beschlagnahmt. Die eigenmächtige Einfuhr rezeptpflichtiger Arzneimittel wie Psychopharmaka, Antibiotika oder Präparate für die Behandlung von Akne ist gesundheitlich äusserst bedenklich.

Mehrere Sendungen aus Grossbritannien und Polen enthielten zudem Melanotan. Diese Substanz soll angeblich die Haut bräunen, hat aber vor allem grippale Nebenwirkungen und kann das Immunsystem und das Herzkreislauf-System schädigen.

Erwähnenswert sind auch zwei beschlagnahmte Importe aus der Tschechischen Republik, die gefälschtes Reductil enthielten. Dieses Schlankheitsmittel wurde 2009/2010 fast weltweit wegen eines ungünstigen Nutzen/Risiko-Verhältnisses vom Markt genommen. Das Swissmedic Labor untersuchte die gefälschten Kapseln: Sie enthielten falsche Wirkstoffe (Coffein und Synephrin anstelle des nicht mehr zugelassenen Wirkstoffs Sibutramin). Swissmedic informierte über ihr Netzwerk auch die europäischen Heilmittelkontrollbehörden.

Swissmedic warnt besonders vor Internetshops, die verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept anbieten. Oft wird mit dem Slogan «Originalpräparate zu günstigen Preisen» geworben. Hinter diesen Anbietern stecken meist grössere kriminelle Organisationen.

Herkunft der illegalen Importe 2017 nach Kontinenten/Ländern

  • Indien     44,5 %
  • Westeuropa (v.a. Deutschland)    19,5 %
  • Asien (ohne Indien, v.a. Singapur)    18 %
  • Osteuropa    13 %
  • Übrige Länder    5 %

Beschlagnahmte Sendungen 2017 nach Art der Produkte

  • Erektionsförderer    59 %
  • Medizinisch wichtige, rezeptpflichtige Arzneimittel     16 %
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel     12 %
  • Schlankheitsmittel    2,5 %
  • Haarwuchsmittel    1,5 %
  • Andere    9 %

 

hinzufügen zu: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg
  • email An einen Freund versenden
  • print Druckversion
  • Plain text Klartext
Tags
Keine Tags für den Artikel vorhanden
Umfrage: Völkerrechtliche Verträge
Wer sollte über die Kündigung oder Änderung völkerrechtlicher Verträge entscheiden?