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Agroscope: Kahlschlag bei der Forschung

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Ohne Rücksprache bei den betroffenen Kreisen will der Bundesrat die Agroscope zum dritten Mal innert kürzester Zeit restrukturieren. Bis zu 600 Stellen wären betroffen. Der Schweizer Bauernverband (SBV) ist fassungslos sowohl über die Pläne wie auch das Vorgehen. Die vielen anstehenden Herausforderungen in der Landwirtschaft sprechen für einen Aus- statt Abbau der praxisorientierten Forschung. Der SBV wird sich deshalb gegen den Kahlschlag wehren.

Aktionsplan Pflanzenschutz, Aktionsplan Biodiversität oder nationale Strategie Antibiotikaresistenzen - das sind nur einige Beispiele der aktuellen Herausforderungen für die Landwirtschaft, bei denen diese dringend auf die landwirtschaftliche Forschung angewiesen ist. In allen erwähnten Bereichen gibt es zahlreiche offene Fragen sowohl im Bereich Ursachenforschung wie auch bei der Entwicklung wirksamer Lösungsansätze. In diesem anspruchsvollen Umfeld schlägt der Bundesrat vor, bei der landwirtschaftlichen Forschungsinstitution Agroscope einen Kahlschlag durchzuführen und das Budget um einen Fünftel zu senken. Davon wären bis zu 600 Stellen betroffen.

Der Schweizer Bauernverband (SBV) ist fassungslos, sowohl über die Pläne wie auch das Vorgehen. Das Ganze ist auch deshalb sehr unprofessionell und nicht durchdacht, weil es sich um den dritten Restrukturierungsprozess innert kürzester Zeit handelt. Unter anderem wurde vor wenigen Jahren der gesamten Führungscrew der Agroscope gekündigt und die Stellen neu ausgeschrieben. Wer bleiben wollte, musste sich neu bewerben. Viele liessen sich das nicht bieten und suchten sich frustriert anderweitig eine Stelle.

Entsprechend gross war und ist der Verlust von Know-how in der landwirtschaftlichen Forschung. Das Vorgehen der Regierung ist ein Affront, für alle Mitarbeitenden der Agroscope, die seit Jahren nicht mehr zur Ruhe kommen und so wertvolle Zeit und Energie auf Kosten der eigentlichen Forschungsarbeit verlieren. Der SBV ist entsprechend mit den Plänen der Regierung überhaupt nicht einverstanden und wird sich für die Agroscope und die landwirtschaftliche Forschung einsetzen. Ohne eine gut funktionierende Forschung, Beratung und Bildung bleiben die geforderten Optimierungen in der landwirtschaftlichen Praxis ohne Erfolg und die Schweiz droht ihren Spitzenplatz in der nachhaltigen Produktion zu verlieren.

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