Home | Nachrichten | Schweiz | Keine Promillegrenze bei Gummibooten

Keine Promillegrenze bei Gummibooten

Schriftgrösse: Decrease font Enlarge font

Mit der Teilrevision des Binnenschifffahrtsgesetzes hat das Parlament 2017 den Bundesrat ermächtigt, für die Führer kleiner, nicht motorisierter Schiffe Erleichterungen bei den Alkohol-Promillegrenzen vorzusehen.

Mit der Revision des Binnenschifffahrtsgesetzes hat das Parlament 2017 zwei wesentliche Änderungen beschlossen:

Im Bereich der gewerblichen Fahrgast- und Güterschifffahrt wird die risikoorientierte Sicherheitsaufsicht mit Sicherheitsnachweisen eingeführt. Künftig soll die Prüftätigkeit auf diejenigen Bereiche konzentriert werden, die besondere Risiken beinhalten. Damit erfolgt eine Angleichung an die Eisenbahnen und Seilbahnen. Dort wurden damit gute Erfahrungen gemacht.

Mit der Teilrevision schuf das Parlament zudem die Grundlage dafür, dass die Fahrfähigkeit von Schiffsführern grundsätzlich mit einer Atemalkoholprobe – mit dem "Blasen ins Röhrli" analog zum Strassenverkehr – beweissicher überprüft werden kann und keine Blutprobe mehr nötig ist. Mit der Gesetzesrevision ermächtige das Parlament den Bundesrat zudem, für die Führer kleiner, nicht motorisierter Schiffe Erleichterungen bei der Anwendung der Promillegrenzen vorzusehen.

Diese Änderungen werden nun auf Verordnungsstufe konkretisiert. Das BAV schlägt in diesem Zusammenhang vor, die Führer folgender Schiffe von den Promillegrenzen auszunehmen: Schiffe, die kürzer als 2,50 Meter sind, Strandboote und ähnliche Bootsarten, Paddelboote, Rennruderboote, Windsurf- und Kiteboards sowie nicht motorisierte kleine Gummiboote bis zu einer Länge von 4 Metern. Von diesen Wasserfahrzeugen geht eine geringere Gefährdung aus als von grösseren bzw. motorisierten Schiffen. Zudem wäre ein konsequenter Vollzug der Bestimmungen in diesem Bereich kaum möglich. Gleichzeitig schlägt das BAV vor, für diese Schiffsarten auch die Kennzeichnungs- bzw. Immatrikulationspflicht aufzuheben.

Ausserdem soll künftig auch die Zulassung motorisierter Kanus und Kajaks möglich sein. Weiter müssen Schiffe und Boote mit Aussenbordmotoren grundsätzlich innert fünf Jahren nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung mit einem Feuerlöscher nach europäischer Norm ausgerüstet werden.

hinzufügen zu: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg
  • email An einen Freund versenden
  • print Druckversion
  • Plain text Klartext
Tags
Keine Tags für den Artikel vorhanden
Umfrage: Vote électronique
In Estland und der Schweiz gibt es die elektronische Abstimmung «Vote électronique» und bald auch in Russland. Was halten unsere Leser davon?