Home | Nachrichten | Schweiz | Die Stromgewinnung in der Schweiz und ihre ungewisse Zukunft

Die Stromgewinnung in der Schweiz und ihre ungewisse Zukunft

Schriftgrösse: Decrease font Enlarge font
image

Die 604 Wasserkraftwerke der Schweiz sind nicht nur Kraftwerke für saubere Energie, einige Dämme sind auch beliebte Touristenziele. Ihre Brennstoffquelle versiegt jedoch buchstäblich.

In Sachen erneuerbaren Energien ist die Schweiz ein Musterbeispiel in Europa. Fast 60 Prozent der in der Schweiz generierten Energie stammt aber auf Wasserkraftwerken. Diese werden aber in der Zukunft mit einem grossen Problem zu kämpfen haben, denn die Gletscher der Schweiz schrumpfen. Im Jahre 2015 zogen sich von 99 gemessenen Schweizer Gletschern 92 zurück, 3 waren stationär und 4 rückten vor. Die globale Erwärmung bedroht nicht nur das Postkartenpanorama der Schweiz, sondern auch das Rückgrat ihrer Energieerzeugung: die Wasserkraft.

Anfang der 1970er Jahre stellten die Staudämme fast 90 Prozent der Schweizer Energie zur Verfügung. Bis 1985 sank die Zahl dank fünf neuer Kernkraftwerke auf rund 60 Prozent. Heute kommen 56 Prozent der Schweizer Energie aus unseren 604 Wasserkraftwerken, 40 Prozent aus Kernkraftwerken, die restlichen 4 Prozent aus fossilen Brennstoffen, Wind und Sonne. Die Schweiz importiert auch Energie, insbesondere im Winter, wenn etwa 11 Prozent unserer Energie hauptsächlich aus Frankreich und Deutschland stammt, hauptsächlich aus Kernkraftwerken und Energie fossilen Brennstoffen.

Mit unseren alternden Reaktoren und der Erschütterung durch die Kernschmelze von 2011 in Fukushima, Japan, plant die Schweiz, alle ihre Kernkraftwerke bis 2034 stillzulegen.

Wie soll die Kernkraftenergie in der Schweiz ersetzt werden?

Trotz des technologischen Fortschritts bei Wind-, Solar- und Geothermie wird die Wasserkraft weiterhin eine grosse Rolle spielen in der Schweiz spielen, so das Bundesamt für Energie. Aufgrund des stetigen Schrumpfens der Schweizer Gletscher, die seit jeher den grössten Teil des Treibstoffs für Schweizer Staudämme lieferten, bestehen jedoch auf lange Sicht erschreckende Einschränkungen.

22342934_s.jpg

Das Emosson Wasserkraftwerk, 2000 Meter über dem Meeresspiegel an der Grenze zu Frankreich. © Sergey Novikov/123rf.com

In den nächsten Jahrzehnten wird das für die Erzeugung von Wasserkraft zur Verfügung stehende Wasser dank der zunehmenden Eisschmelze tatsächlich zunehmen, sagen Klimatologen. Aber irgendwann, vielleicht im nächsten Jahrhundert, werden die Gletscher größsstenteils geschmolzen sein und wir werden laut Energy Scope unseren Wasserkraft-Treibstoff verloren haben. Dann kann es problematische werden die privaten Haushalte mit Strom zu versorgen, besonders in der kalten Jahreszeit müssen die Einwohner dann auf viele Vergnügen verzichten, wie Fernsehen schauen, die sozialen Medien zu benutzen und sogar auf den Besuch im Online-Casino verzichten. Die Schweiz plant, der abnehmenden Versorgung mit Gletscherwasser auf drei Arten zuvorzukommen. Zum einen die Erhöhung der Mauern der bereits vorhandenen Dämme, die Steigerung der Effizienz von bestehenden Wasserkraftwerken und die Errichtung von mehr Pumpspeicheranlagen.

Derzeit liefern Pumpspeicherkraftwerke in der Schweiz weniger als 5 Prozent der Wasserkraft. Diese Art von Anlage verwendet zwei Reservoire, einen über dem Damm und einen unter dem Damm, um Wasser wiederzuverwenden. Wasser wird aus dem oberen Speicher abgelassen und fließt durch die Turbinen in den unteren Speicher, um Strom zu erzeugen. Während den Stunden, in denen die Stromverbrauchskosten nach einer hohen Energieerzeugung niedrig sind, wird Wasser aus dem unteren Reservoir zurück in das obere Becken gepumpt.

Mit der Energiestrategie 2050 soll jetzt ein klares Signal in der Schweiz gesetzt werden. Die erneuerbaren Energiequellen sollen ausgebaut werden. Es soll ein ausgewogener Energiemix entsehen, der die Schweiz von ausländischen Stromanbietern unabhängig macht.

Schweizer Staudämme liefern mehr als nur Energie. Sie geben Inspiration. Sie müssen kein Dammfreak sein, um diese architektonischen Wunderwerke zu bewundern, die zumeist in einer der atemberaubendsten Landschaften der Schweiz liegen.

 

 

Foto1: © gelinh/CC-BY-SA-2.0


hinzufügen zu: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg
Tags
Keine Tags für den Artikel vorhanden
Umfrage: Joe Biden
Joe Biden hat 900.000 Dollar von der Burisma Holding während seiner Zeit als Vizepräsident der VSA erhalten. Ist das sein politisches Ende?