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Bundesrat nur für zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub

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Am 27. September entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die Einführung eines zweiwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaubs. Bundesrat und Parlament empfehlen die Annahme dieser Vorlage.

Erwerbstätige Mütter haben nach der Geburt ihres Kindes einen gesetzlichen Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Der Anspruch der Väter dagegen beschränkt sich auf einen oder zwei freie Tage, wenn sie angestellt sind. Grundlage dafür sind die üblichen freien Tage, die der Arbeitgeber für Ereignisse wie Heirat, Umzug oder Geburt von Gesetzes wegen gewähren muss. Für Selbstständigerwerbende gibt es keine gesetzliche Regelung. In der Praxis sehen einzelne Branchen oder Unternehmen einen längeren Vaterschaftsurlaub vor. Dessen Dauer reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen.

Über den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub wird abgestimmt, weil das Referendum dagegen zustande gekommen ist. Die Gegnerinnen und Gegner argumentieren, der bezahlte Vaterschaftsurlaub sei teuer, unverantwortlich und missbräuchlich. Allen bliebe weniger vom Lohn, weil sie für die Ferien von wenigen bezahlen müssten. Für KMU sei der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub weder finanziell noch organisatorisch tragbar.

Die Vorlage ist ein indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie», die einen vierwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaub verlangt. Diese Initiative ist zugunsten des indirekten Gegenvorschlags bedingt zurückgezogen worden. Das bedeutet: Wird der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub angenommen, setzt ihn der Bundesrat in Kraft, und die Volksinitiative ist definitiv zurückgezogen.

Wird die Vorlage hingegen abgelehnt, so gelangt die Initiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub zur Abstimmung, es sei denn, das Initiativkomitee zieht sie endgültig zurück.

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