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Schweizer Engagement in Somalia

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image Ausbildung von Krankenpflegern. Einem unterernährten Kind wird der Durchmesser des Oberarmes gemessen.

Während dem Corona Lockdown konnten wir die Hände waschen, hatten fliessendes Wasser, WC-Anlagen, genug zu essen hatten wir auch. Wenn wir krank wurden, konnten wir einen Arzt aufsuchen. Diese Selbstverständlichkeiten fehlen in vielen Regionen der Welt, auch in Somalia, in dem Swisso Kalmo seit über dreissig Jahren tätig ist.

Am Samstag, den 19. September 2020 informierte Swisso Kalmo an der Gartenhofstrasse 7 in Zürich 4 über die Arbeit dieser Organisation in Somalia und über die politische Lage am Horn von Afrika. Dr. Agnes Kiener präsentierte die Hebammenschule in Dhusamareb: Im August dieses Jahres konnten 26 Studentinnen und Studenten die dreijährige Ausbildung als Hebamme und Krankenpfleger abschliessen. Die Ausbildung fand in den Spitälern Hanano und SamoCare statt. Die angehenden Hebammen kamen schon während ihrer Ausbildung in abgelegenen Dörfern bei Geburten zum Einsatz. Die Julius Bär Stiftung aus der Schweiz finanzierte die Hebammenschule in Dhusamareb. Somalia hat eine der grössten Kinder- und Müttersterblichkeit in der Welt. Ärzte und geschulte Pflegekräfte fehlen weitgehend, deshalb ist es sehr wichtig, dass in Somalia medizinisches Personal ausgebildet wird.

Nur Scecdon Olad informierte über das Ambulatorium in der Stadt Merka, das er vor über 30 Jahren mit seiner Frau, der Krankenschwester Magda Nur-Frei eröffnet hatte. Die Arbeit in dieser medizinischen Einrichtung wurde trotz des Krieges, von Dürren und Überschwemmungen immer weitergeführt. Im Ambulatorium von Swisso Kalmo finden hauptsächlich Mütter mit ihren Kindern Hilfe. So der zweijährige Nur Said Mohamed. Er wurde von seiner Mutter unterernährt, mit Fieber und Husten in das Gesundheitszentrum in Merka gebracht. Während zweier Monaten erhielt der Kleine medizinische Unterstützung und eine spezielle Ernährung für unterernährte Kinder und wurde gesund.

Bashir Gobdon, Co-Präsident von Swisso Kalmo informierte am Gartenhof über die politische Lage in Somalia. Die politischen Repräsentanten der Regionen Somalias haben sich endlich darauf geeinigt Wahlen durchzuführen, die nach Ablauf der Amtsdauer des Parlamentes und des Präsidenten anstehen. Das Parlament und der Präsident in Mogadischu wollten die Wahlen verschieben, um an der Macht zu bleiben.

Zum Konflikt mit der Al Shabab führte Bashir Gobdon aus: In der letzten Zeit hat es keine grösseren Kämpfe zwischen der Al Shabab und mit Regierungstruppen gegeben. Die Regierung bildet neue Soldaten, neue Polizisten aus, aber es werden keine neue Operationen gegen die Al Shabab unternommen. Soldaten aus Äthiopien, der Türkei, Uganda, Ruanda und Djibouti sind in Mogadischu, sie kämpfen aber nicht. Al Shabab finanziert sich durch Erpressung, statt zu kämpfen. Wer ein Haus in Mogadischu bauen will, und Al Shabab das erfährt, verlangen sie das etwas bezahlt wird. Die Bevölkerung leidet unter dieser Situation, aber immerhin soll es weniger Anschläge in Mogadischu als vor drei Jahren gegeben haben, sagte Bashir Gobdon.

Weitere Informationen zu Swisso Kalmo unter: www.swisso-kalmo.ch

 

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