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Magazin bricht Sex-Tabus der arabischen Welt

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image Jasad-Magazin: Tabubruch in Sachen Erotik und Körperkultur (Foto: jasadmag.com)

Themen wie Gewalt in der Beziehung, Voyeurismus und Selbstbefriedigung werden in der arabischen Welt nicht gerne und vor allem nicht offen diskutiert. Umso mehr schockiert die Poetin und Journalistin Joumana Haddad seit knapp zwei Jahren mit ihrem Erotik-Magazin Jasad. In dem Hochglanzmagazin werden sämtliche Themenbereiche aus der Erotik und Körperkultur behandelt.

Es gehe ihr nicht darum, den arabischen Raum zu verwestlichen, meint Haddad, deren Arbeit sowohl von muslimischer als auch von christlicher Seite stark angegriffen wurde. "Ich lasse mir allerdings von keiner Seite her verbieten das zu tun, was ich für wesentlich halte", betont die Herausgeberin. In ihrer Heimat wird sie nach der Sex-In-The-City-Hauptdarstellerin "die Carrie Bradshaw von Beirut" genannt. Unterstützung erhält sie von zahllosen Leserinnen in der gesamten arabischen Welt, die ihr mitteilen, wie wertvoll für sie die Lektüre der Zeitschrift ist.

Arabische Frau: Ohne Entscheidungsfreiheit

Haddad, die selbst in einer sehr konservativen christlichen Familie im Libanon aufgewachsen ist, meint, dass das Image der arabischen Frauen im Westen immer einer Opferrolle gleichkommt. "Da wird immer das Bild vermittelt, dass es sich um Frauen handelt, die keine Selbstbestimmung über ihr Leben und über ihren Körper haben", kritisiert Haddad. Das sollte allerdings nicht das einzige Image einer arabischen Frau sein.

"Obwohl dieses Image existiert, gibt es aber auch ein anderes - nämlich das von befreiten und emanzipierten Frauen", so die Journalistin, die bereits seit rund 20 Jahren an diesen Themen arbeitet und zunächst in französischer Sprache schrieb.

Zwei Arten von Lesern

Im Prinzip gibt es zwei Arten von Lesern des Magazins, meint Haddad. Die einen, die es sich ohne Hemmungen kaufen und die anderen, die es in der Öffentlichkeit heftig kritisieren, es dann aber im Stillen heimlich lesen. Trotz aller Kontroversen, sind im Jasad alle Artikel mit den Originalnamen der Mitarbeiter unterzeichnet. "Falsche Namen werden nicht akzeptiert", erklärt Haddad.

Neben ihrer Tätigkeit als Herausgeberin hat Haddad erst kürzlich das Buch "Ich habe Scheherazade getötet: Konfessionen einer zornigen arabischen Frau" veröffentlicht. Darin geht es um Frauen aus dem Nahen Osten, die nicht genug um ihre Rechte kämpfen. Selbst in liberaleren Staaten wie etwa im Libanon, wo sich Frauen legerer anziehen und abends ausgehen dürfen, gebe es immer noch viel Diskriminierung.

Religion ist Feind der Emanzipation

"Frauen müssen sehr vorsichtig sein, um nicht in die Falle einer oberflächlichen Freiheit zu verfallen", warnt sie. Konfrontation nicht Kapitulation sei der Fortschritt. "Frauen sind häufig die schlimmsten Feinde gegen sich selbst." Haddad sieht in ihren Publikationen die Reflexion des echten Dilemmas der Frau in der arabischen Gesellschaft. Angegriffen werden ihre Bücher und Artikel aber auch von christlichen Gruppen. Die Rolle der Kirchen und ihrer Unterdrückung wird vielfach unterschätzt. Dabei unterscheidet sich das Christentum kaum vom Islam. Sie ist überzeugt davon, dass Religion der schlimmste Feind der Emanzipation sei.

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