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Gaddafi befahl Lockerbie-Attentat

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Muammar Abu Minyar al-Gaddafi, selbsternannter Führer der Führer Arabiens, König der Könige Afrikas und Imam aller Muslime, geht mit äusserster Gewalt gegen Demonstranten vor.

Schwere Zusammenstöße von Polizei und Sicherheitsdiensten mit Oppositionellen in mehreren libyschen Städten haben laut einer Pressemitteilung der internationalen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch innerhalb von drei Tagen mindestens 84 Todesopfer gefordert.

Den von der Organisation genannten Zahlen zufolge, die mittels einer telefonischen Befragung der Leiter von Krankenhäusern erhoben wurden, haben sich am Freitag an die tausend Menschen in den libyschen Städten Benghazi, El Baida, Adschdabiya, Az-Zawiyya und Darna versammelt.

Der Leiter einer Klinik in Benghazi sagte, allein am Freitag seien in seiner Institution 35 Tote verzeichnet worden. Am Vortag war von 20 Todesopfern in dieser Stadt, 23 in El Baida, drei in Adschdabiya und weiteren drei in Derna berichtet worden. Über Verletzte wurden keine Angaben gemacht.

Aktualisierung 20.02.2001

Bei den Zusammenstößen zwischen den Gaddafi-Gegnern und den Sicherheitskräften sind seit dem 15. Februar nach verschiedenen Angaben 100 bis 200 Menschen getötet worden.

Libysche Sicherheitskräfte haben laut AFP Dutzende Bürger Tunesiens, Ägyptens, des Sudan und Syriens sowie Türken und Palästinenser bei Razzien in mehreren Ortschaften des Landes festgenommen, denen Zugehörigkeit zu einem „ausländischen Verschwörernetz“ zur Last gelegt wird.

Aktualisierung 21.02.2011

Laut arabischen Satelliten-TV-Kanälen sind die Spezialeinheiten der libyschen Armee in der Stadt Bengasi im Osten des Landes auf die Seite  der Gegner des Regimes des libyschen Führers Muammar Gaddafi übergelaufen.

Wie der TV-Kanal Al-Jazeera berichtet, teilte das Militär den Einwohnern mit, dass die Stadt von den Gaddafi treuen Sicherheitskräften frei sei. Außerdem hätten sich größte libysche Stämme den Gegnern Gaddafis angeschlossen.

Zuvor hatten Einwohner von Bengasi in arabischen TV-Sendern berichtet, dass im Ergebnis der Versuche der Sicherheitskräfte, den Aufstand niederzuschlagen, mindestens 200 Menschen ums Leben gekommen waren. Dabei hatten nicht nur Angehörige der Sicherheitskräfte, sondern auch ausländische Söldner aus arabischen und afrikanischen Staaten gegen die Oppositionellen gekämpft.

Zugleich räumen Medien ein, dass es schwer falle, diese Informationen zu überprüfen, da Libyen praktisch von der Außenwelt abgeschnitten sei.

Aktualisierung 21.02.2011 12.15 Uhr

Ölfeld Nafoora lahmgelegt

Die Arbeiter in Narfoora, einem der größten Erdölvorkommen im Süden Libyens, haben sich laut dem Fernsehsender Al-Dschasira den Protesten angeschlossen und die Ölförderung völlig eingestellt.

Fernsehzentrum in Tripolis überfallen

Teilnehmer der Anti-Regierungs-Proteste in Libyen haben am Sonntagabend das Fernsehzentrum in der Hauptstadt Tripolis angegriffen, melden arabische Massenmedien am heutigen Montag unter Berufung auf Augenzeugenberichte.

Der TV-Sendebetrieb geht indes am Montag ungestört weiter. Berichtet wird über „landesweite Aktionen zur Unterstützung des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi“, zu denen sich „viele Tausende“ versammelt hätten.

Regierungsgebäude stehen in Flammen

In der Hauptstadt Tripolis soll einem Reuters-Reporter zufolge ein zentrales Regierungsgebäude in Flammen gestanden haben und auch Gebäude des Volkskongresses sollen niedergebrannt sein.

In der Nacht zum Montag wurden in Tripolis nach Berichten von Augenzeugen mehrere Polizeireviere und Verwaltungsgebäude niedergebrannt; die Demonstranten griffen das Fernsehzentrum an. Die Stadteinwohner stellen Bürgerwehren auf, um sich vor Plünderern zu schützen.

Die Sicherheitskräfte ziehen sich indessen von den Straßen zurück. Laut Al Jazeera machen auch einige Polizisten bei den Raubzügen durch Banken und Geschäfte mit.

Aktualisierung 21.02.2011 16 Uhr

Die Regimegegner in Libyen haben die zweitgrößte Stadt des Landes Bengasi unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem die städtische Polizei auf die Seite der Demonstranten gewechselt ist.

Die Teilnehmer der Massenproteste in Libyen, die den Sturz des Gaddafi-Regimes durchsetzen wollen, haben am heutigen Montag dem Webportal „Al-Ahram“ zufolge den internationalen Flughafen von Tripolis in ihre Gewalt gebracht.

Aktialisierung 21.02.2011 19 Uhr

Die Sicherheitskräfte Libyens haben am Montag mit einer groß angelegten Operation zur gewaltsamen Beendigung einer Demonstration in Tripolis begonnen.

Wie der arabische Fernsehsender Al Jazeera berichtete, wurden dabei Schusswaffen und Kampfflugzeuge eingesetzt. Der Mobilfunk sei auf dem gesamten Territorium des Landes abgeschaltet, hieß es. In der Hauptstadt gebe es bereits die ersten Toten. Weitere Details der Operation lagen zunächst nicht vor.

Aktualisierung 22.02.2011 11.00 Uhr

Libyens Botschafter in den USA, Ali Aujali, hat den libyschen Revolutionsführer Muammar Gaddafi zum Rücktritt aufgefordert. Er rief die internationale Völkergemeinschaft auf, die harten Maßnahmen der libyschen Behörden gegen die Protestierenden zu verurteilen, berichtet AP. Er schloss eine Welle von Rücktritten libyscher Botschafter weltweit nach den Willkürakten des Regimes nicht aus.

Aktualisierung 22.02.2011 16 Uhr

Gaddafi will auf dem Hauptplatz von Tripolis an die Nation appellieren. Das berichtet das libysche Staatsfernsehen. Er werde „in der nächsten Zeit“ auf dem Grünen Platz im Zentrum der Hauptstadt, wo sich seine Anhänger befinden, auftreten, hieß es. 

Aktualisierung 22.02.2011 17 Uhr

Der Iran verurteilt laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA die brutale Unterdrückung der Demonstranten in Libyen und appelliert an die Weltgemeinschaft, Sofortmaßnahmen zu treffen, um die Gewalt gegen die Libyer zu stoppen.

Aktualisierung 23.02.2011 8 Uhr

Die Arabische Liga hat Libyen die Teilnahme an ihren Sitzungen vorübergehend verwehrt.

Gaddafi am Dienstag den von Demonstranten geforderten Rücktritt abgelehnt und seinen Gegnern mit einer „heiligen Offensive“ gedroht.

Libyens Staatschef Gaddafi soll seinen Sicherheitskräften befohlen haben die Ölanlagen in die Luft zu sprengen, um sie von den Häfen an der Mittelmeerküste abzuschneiden, das berichtet das US-Magazin Time am Mittwoch, unter Berufung auf eine Quelle in der Nähe Gaddafis. Die Sabotage soll laut dem Insider als Botschaft an die aufständischen Stämme Libyens dienen: Entweder mit mir oder Chaos", so der Bericht.

Anzahl der getöteten Demonstranten steigt auf 300.

Aktualisierung 23.02.2011 21.30

Libyens ehemaliger Justizminister hat der schwedischen Zeitung Expressen gesagt, dass der libysche Staatschef Gaddafi das Attentat auf ein PanAm-Flug über Lockerbie im Jahr 1988, bei dem 270 Menschen getötet wurden, persönlich angeordnet hat.

Mustapha Abdel Jalil trat als Justizminister am Montag aus Protest gegen die anhaltende Gewalt gegen Anti-Regierungs-Demonstranten in Libyen zurück.

 

 

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