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Angst auf den Strassen von Tripolis

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Für einige ist das ein Grund zum Feiern aber viele andere sind in ihrem Optimismus eher gebremst. In einigen Teilen von Tripolis fühlt es sich immer noch an, als sei der Siegeszug der Rebellen noch nie passiert an anderern Stellen glaubt man sich in einem Paralleluniversum der libyschen Hauptstadt.

Im heutigen Tripolis haben die Menschen Angst, offen vor Journalisten zu sprechen und Begegnungen mit den Bürgern verlaufen fast immer gleich.Einem Fernsehteam aus Russland gelang es nun, wenn auch nur unter vorgehaltener Hand, die wahre Stimme des libyschen Volkes zu hören.

"Wir werden alles für Muammar Gaddafi tun! Auch wenn wir unser Leben dafür geben müssten", behauptet eine Straßenverkäuferin und verbirgt ihr Gesicht vor den Kameras.
"Alle Leute hier lieben Muammar Gaddafi."
"Wir sind vom Fernsehen, könnten Sie uns das vor der Kamera sagen ?"
"Nein, nein !!"
"Warum?"
"Das ist zu gefährlich."

Und es war die gleiche Geschichte mit anderen die interviewt werden sollten, die inbrünstig den gestürzten libysche Staatschef unterstützen.

"Gaddafi ist zu 100 Prozent gut!"
"Wir wollten diese Revolution nicht und auch nicht die Rebellen."
"Wir wollen dass sie weggehen."
"Könnten Sie das auch vor der Kamera sagen? Wir sind vom Fernsehen."
"Nein, nein, nein danke, wenn ich vor der Kamera erscheine und sie mich erkennen, werden sie mir eine Kugel in den Kopf schiessen."
"Wer?"
"Wer? Die Verbrecher! Sie kennen sie nicht? Sie nennen sie Rebellen! "

"Sie haben Angst, denn wenn sie ausgehen, werden sie sofort sterben, weil es zuviele Leute mit Waffen und Pistolen sind," so ein Mann der Angst hat vor der Kamera zu sprechen.

Das Kamerateam fand schließlich einen junger Mann, Ahmed, der mutig genug war zu sprechen. Dies ist, was er zu sagen hatte:

"Tripolis ist nun unter der Kontrolle des radikal-islamischen nationalen Übergangsregierungsrates und wir fühlen nicht, dass wir die Freiheit haben zu sprechen oder unsere Meinungen zu äußern. Wenn wir etwas für Gaddafi sagen dann können sie uns töten oder verhaften. Natürlich sind viele in Angst".

Der 19-Jährige sagt, viele seiner Freunde seien vor kurzem für die Verbreitung kritischer Aussagen über das neue Regime verhaftet worden. Ironischerweise redeten wir darüber nur einen Kilometer entfernt von einem der top secret Gefängnisse Gaddafis für politische Gefangene.

"Die Rebellen vertreten nur sich selbst, nicht das libysche Volk. Diese Revolution begann damit, dass die Rebellen versuchten uns durch Tötungen einzuschüchtern und Angst unter der Bevölkerung zu verbreiten. Ihre Hände sind mit Blut bedeckt", sagt Ahmed.

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