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Bevölkerungsbewegung 2010: Geburten, Eheschliessungen und Scheidungen im Trend

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Das Jahr 2010 war geprägt von einer steigenden Zahl der Geburten, Eheschliessungen und Scheidungen. Die Anzahl Todesfälle blieb weiterhin relativ konstant. Lediglich bei den eingetragenen Partnerschaften war ein Rückgang zu verzeichnen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung 2010 des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich über 30 Jahre alt

Im Jahr 2010 wurden 80'300 Kinder geboren, was einer Zunahme von 2,6 Prozent (+2000) entspricht. Es zeichnen sich zwei unterschiedliche Entwicklungen ab: Einerseits bringen die Frauen unter 30 Jahren immer weniger Kinder zur Welt – die Anzahl Kinder pro Frau dieser Alterskategorie ist seit dem Jahr 2001 um 4,7 Prozent zurückgegangen. Andererseits gebären die 35-jährigen und älteren Frauen mehr Kinder – bei Frauen dieser Alterskategorie haben die Geburten seit dem Jahr 2001 um 45 Prozent zugenommen. Dieses veränderte Verhalten, d.h. später Kinder zu bekommen, bewirkt eine Erhöhung des Durchschnittalters der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes. Im Jahr 2010 lag dieses Durchschnittsalter zum ersten Mal bei über 30 Jahren (30,2 Jahre gegenüber 28,9 Jahre im Jahr 2001).

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau stieg ebenfalls, und zwar von 1,50 im Jahr 2009 auf 1,54 im Jahr 2010 (vgl. Kasten: Geburtenhäufigkeit). Seit 2001 (1,38 Kinder pro Frau) nimmt dieser Indikator jedes Jahr zu. Die durchschnittlich 2,1 Kinder pro Frau, die für den Generationenerhalt notwendig wären, werden jedoch bei Weitem noch nicht erreicht. Die durchschnittliche Anzahl Kinder bei Frauen ausländischer Nationalität hat weiter zugenommen, von 1,82 im Jahr 2009 auf 1,91 Kinder im Jahr 2010. Auch bei den Schweizerinnen ist diese Zahl angestiegen: von 1,40 (2009) auf 1,42 Kinder (2010).

Zunahme der nicht ehelichen Geburten und der Vaterschaftsanerkennungen

Die Anzahl nicht ehelicher Geburten nahm weiter zu und lag im Jahr 2010 bei 14'900. Zwischen 2009 und 2010 betrug der Anstieg 6,6 Prozent; die Anzahl nicht ehelicher Geburten hat sich innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt. Auch der Anteil nicht ehelicher Geburten am Total der Lebendgeburten nahm erneut zu (von 17,9% im Jahr 2009 auf 18,6% im Jahr 2010). Im europäischen Vergleich (EU 2009: 37%) weist die Schweiz jedoch noch immer einen relativ niedrigen Anteil an nicht ehelichen Geburten auf.
Mit der Zunahme der nicht ehelichen Geburten ist gleichzeitig auch ein Anstieg der Anzahl Vaterschaftsanerkennungen zu beobachten. Im Jahr 2010 wurden 15'000 Anerkennungen registriert, während es im Vorjahr 14’000 waren. Dies entspricht einer Zunahme um 7 Prozent (+1000). Bei der Mehrheit der Fälle (98,5%) handelt es sich um eine freiwillige Anerkennung durch den Vater.

Eheschliessungen im Trend, weniger eingetragene Partnerschaften


Im Jahr 2010 haben 43'300 Paare geheiratet, im Vorjahr waren es 41'900 (+3,2%). Von diesen 43'300 Eheschliessungen erfolgten 29’300 zwischen zwei ledigen Personen. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr (2009: 28'100). Da die Anzahl Personen, die bereits einmal verheiratet waren, steigt, wäre eine Zunahme von Wiederverheiratungen zu erwarten (vgl. Kasten). Der Anteil Wiederverheiratungen am Total der Eheschliessungen nimmt jedoch ab. Im Jahr 2001 machten die Wiederverheiratungen einen Anteil von 33,4 Prozent, im Jahr 2010 von 32,3 Prozent aus.
Gut 700 Paare entschieden sich im Jahr 2010 für die eingetragene Partnerschaft, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 17,4 Prozent entspricht. Den grösseren Anteil (69%) machten die Partnerschaften von männlichen Paaren aus.

Zunahme der Scheidungen

Im Jahr 2010 wurden 22'100 Scheidungen ausgesprochen. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme um 2800 Fälle oder um 14,3 Prozent. Sollten die zurzeit beobachteten Trends anhalten, dürfte eines Tages mehr als jede zweite Ehe (54,4%) durch Scheidung aufgelöst werden. Dieser Wert liegt über jenem des Jahres 2009 (47,7%). Die durchschnittliche Anzahl Ehejahre zum Zeitpunkt der Scheidung liegt bei 14,5 Jahren. In der Schweiz werden besonders viele Ehen nach sechs Ehejahren geschieden. Zudem wird bei den Ehen, die 20 Jahre oder länger dauern, ein wachsendes Scheidungsrisiko beobachtet. Mit Ausnahme von Glarus (-6,2%) und Schaffhausen (-14,2%) wurde in allen Kantonen eine Zunahme der Scheidungen gegenüber 2009 festgestellt.

Lebenserwartung der Männer zum ersten Mal bei über 80 Jahren

Seit rund zehn Jahren werden in der Schweiz jährlich zwischen 60'200 und 63'100 Todesfälle registriert. Auch das Jahr 2010 lag mit 62'600 Todesfällen (+0,3% gegenüber 2009) in dieser Bandbreite.
Im Jahr 2010 lag die Lebenserwartung bei der Geburt für die Männer zum ersten Mal bei über 80 Jahren. Sie stieg von 79,8 Jahren (2009) auf 80,1 (2010) an. Bei den Frauen betrug die Lebenserwartung 84,5 Jahre (2009: 84,4). Die seit 1992 beobachtete Verringerung des Unterschieds zwischen der Lebenserwartung für Frauen und Männer setzt sich demnach fort. Während der Unterschied im Jahr 1992 noch 6,9 Jahre betrug, ging er bis 2010 auf 4,4 Jahre zurück.

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