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Nationalratswahlen 2011: Der Wandel der Parteienlandschaft seit 1971

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Bei den Nationalratswahlen 2011 hat die Entwicklung des Parteiensystems der letzten Jahrzehnte eine Änderung erfahren. Zwar hielt der Prozess, wonach die traditionellen bürgerlichen Parteien FDP/Die Liberalen (im Folgenden FDP genannt) und CVP an Parteistärke verlieren, weiter an. Von diesen Verlusten profitierten erstmals seit langem nicht mehr die SVP, sondern die jungen Parteien GLP und BDP. Diese und weitere Ergebnisse finden sich in der neuen Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS), die samt einer ausführlichen Dokumentation der Resultate der Nationalratswahlen von 1971 bis 2011 auf CD-ROM auf die konstituierende Sitzung des neu gewählten Parlamentes hin der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Bei den Nationalratswahlen 2011 gab es zwei deutliche Siegerinnen: die beiden jungen Parteien GLP und BDP, die je eine Parteistärke von je 5,4 Prozent erreichten. Fast alle anderen Parteien gehörten dagegen mehr oder weniger ausgeprägt zu den Verliererinnen. Am stärksten traf es die bürgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP sowie die Grünen.

Die SVP, die seit 1991 stetig zulegen konnte, musste erstmals auf nationaler Ebene Wählerstimmenverluste hinnehmen. Sie büsste gegenüber ihrem Spitzenresultat bei den Nationalratswahlen 2007 (28,9%) 2,3 Prozentpunkte ein. Mit 26,6 Prozent bleibt sie aber weiterhin die klar stärkste Partei.

Im Vergleich zu ihren letzten Höchstständen von 1979 sind die CVP um 9 Prozentpunkte (von 21,3% auf 12,3%) und die FDP alleine um 8,9 Punkte (von 24% auf 15,1%) eingebrochen. Werden bei der FDP die Fusionsgewinne mit den Liberalen in Betracht gezogen, ging das freisinnig-liberale Lager von 26,8 Prozent auf 15,1 Prozent zurück. Die Verluste der FDP erfolgten – entsprechend ihrer gesamtschweizerischen Verankerung – in den letzten 32 Jahren in der gesamten Schweiz. Die CVP dagegen verlor vor allem in ihren traditionellen Hochburgen (LU, SZ, FR, SG und VS), ohne diese Verluste in anderen Kantonen kompensieren zu können.

Nach ihren deutlichen Stimmenverlusten bei den Wahlen 2007 (-3,8 Prozentpunkte) büsste die SP 2011 nochmals 0,8 Prozentpunkte ein und erreichte 2011 18,7 Prozent: nur gerade 1987 und 1991 war sie bei den Nationalratswahlen noch etwas schwächer (18,4% bzw. 18,5%).

Einen Rückschlag musste die im letzten Jahrzehnt erfolgsverwöhnte GPS hinnehmen (-1,2 Prozentpunkte auf 8,4%).

Das regionale Verankerungsmuster der beiden neuen Parteien GLP und BDP ist noch etwas einseitig: So ist die BDP vor allem in ihren Gründerkantonen Bern und Graubünden sowie in Glarus stark. 40,2 Prozent aller BDP-Wählerstimmen stammen aus dem Kanton Bern. Die GLP ist am stärksten in Zürich, wo sie sich 2004 von den Grünen abgespalten hat. 35,8 Prozent aller GLP-Wählerstimmen stammen aus dem Kanton Zürich.

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