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14,2 Prozent der Schweizer armutsgefährdet

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Die Europäische Union setzt die Armutsgefährdungsschwelle bei 60 Prozent des Medians des verfügbaren Äquivalenzeinkommens an. Demnach waren im Jahr 2010 14,2 Prozent der in der Schweiz lebenden Bevölkerung, d.h. fast jede siebte Person, armutsgefährdet.

Als armutsgefährdet gilt eine alleinstehende Person mit einem verfügbaren monatlichen Einkommen von weniger als 2400 Franken oder ein Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren mit weniger als 5000 Franken.

Zu den sozialen Gruppen, die ein erhöhtes Armutsrisiko (60%-Schwelle) aufweisen, zählen Personen in Einelternfamilien (32,8%), Personen ohne nachobligatorische Ausbildung (25,1%) und Personen, die 65-jährig oder älter sind (23%), insbesondere wenn sie alleine leben (29,4%). Allerdings greifen 18,3 Prozent der ab 65-Jährigen auf ihr Vermögen zurück, um ihre laufenden Ausgaben zu decken – im Vergleich zu 7,4 Prozent der restlichen Bevölkerung.

Materielle Entbehrungen

Im Jahr 2010 waren 5,8 Prozent der Schweizer Bevölkerung von materieller Entbehrung betroffen. Am häufigsten sind materielle Entbehrungen durch mangelnde finanzielle Reserven bedingt: 21,3 Prozent der Bevölkerung verfügen nicht über die nötigen Mittel, eine unerwartete Ausgabe in der Höhe von 2000 Franken zu decken. Es folgen materielle Entbehrungen bei den Wohnbedingungen: 17,3 Prozent der Bevölkerung leben in einem lärmigen Quartier, 13,6 Prozent in einem von Kriminalität belasteten Quartier und 9,8 Prozent in einem Quartier mit Umweltbelastungen. Zudem sind 9,6 Prozent der Bevölkerung nicht in der Lage, sich eine Woche pro Jahr Ferien weg von zu Hause leisten zu können.

Die Situation von Haushalten mit Kind(ern)

In Haushalten, in denen alle Mitglieder unter 65-jährig sind, steigt das Armutsrisiko der Personen mit der Anzahl Kinder (von 7,1% für Paare ohne Kind auf 21,4% für Paare mit drei oder mehr Kindern). Der Bildungsstand und die Anzahl erwerbstätiger Personen spielen für die finanzielle Situation der Paare mit Kind(ern) eine wichtige Rolle. In dieser Kategorie waren von den Personen ohne nachobligatorische Ausbildung 54,1 Prozent armutsgefährdet. Paare mit Kind(ern), bei denen nur eine Person erwerbstätig ist, sind dreimal häufiger armutsgefährdet als solche, in denen beide Personen einer bezahlten Arbeit nachgehen (25,9% gegenüber 9,3%).

Personen in Haushalten mit Kind(ern) weisen im Vergleich zu kinderlosen, unter 65-jährigen Paaren auch häufiger einen Mangel an finanziellen Reserven für eine unerwartete Ausgabe (26,0% gegenüber 15,7%) auf und können sich weniger häufig eine Ferienwoche pro Jahr weg von zu Hause leisten (12,0% gegenüber 5,0%).

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