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Zensur - Report: 20minuten.ch auf Platz 1

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Das Schweiz Magazin hatte sich Ende Oktober 2013 entschlossen, einmal insgesamt 5 grosse online Publikationen in der Schweiz und Deutschland auf ihre Meinungsfreiheit zu testen. Uns interessierte, ob und wie häufig Leserkommentare zensiert und einfach gelöscht werden, weil den Redaktionen die Meinungen nicht genehm sind. Fazit: Wir leben in einer Meinungsdiktatur der Medien, die jeden Vergleich mit Nachrichtenorganen in den schlimmsten totalitären Staaten standhalten.

Getestet wurden von uns, seit Oktober 2013, zwei online Zeitungen aus der Schweiz und drei aus Deutschland. Einmal war es der dem deutschen Springerverlag (Bild-Zeitung) gehörende "Blick" und vom Tamediaverlag 20Minuten.ch. In Deutschland nahmen wir uns die online- Ausgaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", den "Focus" und das online Nachrichtenportal der "Bild"-Zeitung vor.

Geradezu verächtlich gegenüber der Lesermeinung sind alle und auch alle zeigten die gleichen Empfindsamkeiten. Besonders drastisch schlug die Zensur, wie schon Jahre zuvor bei der Libyen- und Syrien-Krise, bei Themen wie Homosexualität, Olympiade in Russland, Kritik an den VSA, Krise in der Ukraine, israelische Themen, Krim-Sezession und beim Krieg gegen die ostukrainische Bevölkerung zu. Massiv verhindert wurden eine zeitlang sogar positive Kommentare über den russischen Präsidenten Putin. In den meisten Fällen war eine andere Meinung als die der Redaktionen nicht erwünscht. Widerlegt man mit glasklaren Fakten die Argumentation eines Artikels, kommt es offenbar in den Redaktionsräumen zu einem Massenkollaps und man geht dazu über, generell keine Kommentare mehr zu einer bestimmten Thematik zuzulassen. Übrigens erkennt man daran, dass die Mehrheit der Leser eine andere Meinung hat als Redaktion oder Verlag, also ein 100 prozentiges Indiz. Mutmasslich werden auch Gewichtungen vorgenommen durch Zensur. Man lässt ein paar wenige kritische Kommrentare zu, um den Schein zu wahren aber die Mehrzahl ist dann wieder konform mit der gewünschten Meinung.

Insgesamt erzeugen die Medien so ein ein völlig verkehrtes Bild der öffentlichen Meinung. Das geschieht ganz bewusst und die eigene Leserschaft, ebenso wie die Politik, die auch diese Kommentare liest um sich ein Bild über die Stimmung in der Bevölkerung zu machen, werden so arglistig gelenkt und getäuscht.

Platz Nr.1
20minuten.ch schiesst eindeutig den Vogel ab. Diese online Publikation ist in der Schweiz so etwas wie in Deutschland die Jugendzeitschrift "Bravo", nur eben für 20-30-Jährige die sich im Grunde für nichts wirklich interessieren, mit etwas Politik und Sport dabei. Wir haben keine Publikation gefunden bei der wir so drastisch feststellen mussten, dass sich dort die Leser keine eigene Meinung bilden sollen, sondern Tamedia ganz bewusst darauf setzt die Leser hin zur Redaktionsmeinung zu manipulieren. Nirgendwo wurde so stark deutlich, dass Meinung erzeugt wird. Es ist ja auch einfach, denn wenn man nur eine Meinungsrichtung zulässt, im Artikel und in den Kommentaren, nimmt die Leserschaft diese eher an und glaubt, dass ja alle der gleichen Meinung wären der man sich anschliessen müsse. Niemand möchte sich halt gern als Aussenseiter fühlen.

Das ist höchst suggestiv und dieses Verhalten von Tamedia ist für die Demokratie und Meinungsfreiheit in der Schweiz tödlich. 20min.ch "killt" von 168 kritischen Kommentaren 130 und hat von St. Gallen bis Hamburg die grösste Zensurwut und mit 77,38 Prozent die schlechteste Zensurquote aller getesteten Publikationen. Sogar einen Beitrag in dem wir Ende 2013 eine vorläufige Zensurquote in einem Artikel posteten, in dem sich 20min.ch mit seiner angeblichen Freiheit der Kommentarmöglichkeit selbst beweihräucherte, wurde zensiert. "20minuten.ch" erlaubt laut unserem Test keine Kritik an sich selbst. Derartige Kommntare werden zu 100 Prozent zensiert.

Platz 2
Der "Blick" der seit ein paar Monaten dem deutschen Springerverlag gehört, der so die Politik der Schweiz beeinflussen will, hat zumeist nur wenig Kommentare. Schliesst man von ihrer Anzahl auf die Zahl der Seitenbesucher, müsste der Blick um die 20.000 Leser pro Tag haben. Hier findet man das gleiche Zensurverhalten vor wie bei den anderen Getesteten. Diese online Publikation, die Inhalte auch noch kostenpflichtig macht, folgt 20min.ch dicht. Der "Blick" löschte von 87 Kommentaren 66 und erreicht Platz 2 und eine Zensurquote von 75, 86 Prozent. Also werden dort, wie auch bei 20min.ch, mehr als 3/4 aller Leserkommentare "gekillt".

Platz 3
Auf Platz 3 kommt das deutsche Boulevardblatt "Bild".Nicht nur, dass dort mutmasslich entweder eigene Leute entgeldlich beschäftigt werden die jede Diskussion durch Pöbeleien zum Erliegen bringen, Kommentartrolle eingesetzt werden oder ganz "Hartz4 Deutschland" sich dort trifft, hier werden Kommentatoren beleidigt und angegriffen. Deshalb sind dort Diskussionen unter den Teilnehmern sinnlos und eher nervig. Die "Bild" Zeitung zensiert von 119 Kommentaren 85 und erreicht damit eine für Deutschland erschreckende Zensurqoute von 71, 42 Prozent. Besonders perfide geht man bei "Bild" mit nachträglichen Zensierungen um. Es kam oft vor, dass ein bereits veröffentlichter Kommentar nach Stunden wieder vollständig gelöscht wurde.

Platz 4
Die linkspopulistische Polit-Postille "der Spiegel" gehört auch zu den Empfindlichen. Wie auch die anderen geht man immer häufiger dazu über keine Kommentare bei gewissen Themen zuzulassen. Auch hier die Allergie gegen Kommentare die gegen die Redaktionsmeinung Stellung zur Homosexualität nehmen. Wir beobachteten bei allen getesteten Publikationen, dass Gegenmeinungen und Kritik dazu zu fast 100 Prozent, wie untereinander abgesprochen, zensiert und gelöscht werden. Auch hier geht Meinungsmache klar vor freier Meinungsbildung. Forentrolle treiben auch hier mutmasslich ihr Unwesen. Man erkennt sie daran, dass es zumeist die ersten Kommentatoren bei frischen Artikeln sind. Dies erweckt den Verdacht, dass diese Leute irgendeine Verbindung zur Redaktion haben müssen. Der Grund dafür, will man selbst einen Beitrag leisten oder nur Kommentare lesen, beginnt man zumeist bei den ersten Einträgen und die sind zu 90 Prozent auffallend tendenziell. Diskussionen unter den Teilnehmern der Foren sind technisch fast nicht möglich, was sehr bedauerlich und offenbar auch beabsichtigt ist. Für Deutschland liefert gerade der von Washington mutmasslich gesponserte "Spiegel" mit 100 zensierten Kommentaren von 158, kein gutes Bild und kam auf eine Zensurquote von 63, 29 Prozent. Eine Sache unterscheidet jedoch den "Spiegel" positiv. Zarte Kritik an ihm selbst wird hingenommen.

Platz 5
Am Besten stand das Magazin "Focus" da und hat auch eine beeindruckend niedrige Zensurquote im Vergleich zu den anderen. Obwohl wir einige Merkwürdigkeiten entdeckten. Man durfte z.B. den Popstar Madonna nicht als "ältliche Dame" bezeichnen oder die überbordende Obama-Huldigung des Focus nicht kritisieren. Nicht konforme Kommentare wurden umgehend gelöscht. Amerikanische Themen geniessen offenbar eine Art "Welpenschutz" beim "Focus". Weiterer Nachteil ist die übermässig hohe Zahl an Forentrollen. Dort drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um von Parteien bezahlte Schreiber handelt. Die Zensurqoute war mit 53, 09 Prozent verhältnismässig gering. Vom 113 Beiträgen wurden "nur" 60 zensiert und somit ist die Möglichkeit beim "Focus" seine freie Meinung äussern zu können am wahrscheinlichsten, auch wenn deren Artikel oft haarsträubend daneben und extrem tendenziell sind. Der "Focus" erlaubt in den Kommentaren auch Kritik an sich selbst.

Das Schweiz Magazin wird irgendwann weitere Tests durchführen und sehen ob sich etwas geändert hat.

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