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Wir müssen uns von der NATO distanzieren, wenn wir den Krieg vermeiden wollen

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Die militärisch-strategische Lage ist äusserst unstabil. Die Länder mit den NATO-Stützpunkte in Russlands Nachbarschaft sind einem grossen Risiko ausgesetzt Primarziele zu werden, schreiben die Ärzte fur Frieden (SE).

Während der kubanischen Raketenkrise diskutierte Präsident Kennedy mit den Beratern über allfälligen Optionen. Eine mögliche Option war ein begrenzter Angriff auf die Sowjetischen Raketenstützpunkte auf Kuba. Die Sowjets haben daraufhin die Raketen von Kuba entfernt. Die Sowjetunion und die  USA haben dies Ergebnis akzeptiert, anstatt einander gegenseitig zu zerstören.

In den  1950 - 1980 Jahren gab es ein Sicherheitsbegriff der als "MAD" bekannt war (ung.garantierte gegenseitige  Zerstörung).. MAD ist so zu verstehen; wenn ein erster Angriff automatische Tilgung von der Gegenseite auslöst,  gibt es kein Gewinner. Die Fähigkeit, zurückzuschlagen diente als Abschreckung genug. Die relative Sicherheit, dass der MAD -These ergab, gibt es nicht mehr. USA und Russland drohen heutzutage einander mit einer "existenzielle Vernichtung " an. Das militärisch-strategische Gleichgewicht hat sich zunehmend verzerrt.

Die US Aufrüstung und die NATO Einkreisung Russlands hat eine sehr unsichere und gefährliche Situation geschaffen. Die Vorteile der "First Strike " wird immer schwieriger zu wiederstehen.. Die Unterstützung der NATO-Installationen in Rumänien und Polen wurden durch einer neuer amerikanischer "Verteidigung" -robotsystem "Aegis Ashore" ausgerüstet. Präsident Putin hat die beiden Ländern von einem militärischen Konflikt gewarnt- "sie sind  jetzt Primarangriffsziele geworden". Russlands Besorgnis durch eine Entwaffnung durch "First Strike" scheint echt zu sein. Ob die Sorge  begründet ist, können wir nicht mit Sicherheit wissen. Entscheidend für unsere eigene Sicherheit ist jedoch davon abhängig wie jede Supermacht selbst denkt und  plant.

Das Risiko war nie zuvor grösser

Der ehemalige US-Verteidigungsminister William Perry hat  gewarnt, dass die Gefahr eines Atomkrieges heute größer sei als je zuvor. Die Argumentation sieht folgendermassen aus:

  • Die gegenseitige Vereinbarung (1990) die NATO (ostwärts) nicht zu erweitern, wurde gebrochen. Die NATO wurde seitdem von 13 auf 28 Länder erweitert.
  • NATO gesetzwidrige  Intervention in Jugoslawien (1999) mit der Abtrennung von Kosovo als Folge.
  • Die Kündigung des ABM-Vertrages (ABM-Vertrag) im Jahre 2001.
  • Die Einrichtungen (siehe oben) von  Anti-Raketenbasen in Rumänien und Polen - Einrichtungen die einfach mit Attackroboter neu/umprogrammiert werden können.
  • Für die Aufwertung des Kernwaffensystem hat US eine Billion (12 Nullen) Dollar bestimmt.
  • Der illegale, von  USA unterstützte Putsch (2014) in der Ukraine.
  • NATO hat jetzt die strategische militärische Überlegenheit über Russland  in Bezug auf die Fähigkeit, den ersten und entscheidenen Schlag zu erteilen.
  • Die Dämonisierung von Putin und einschließlich Vergleiche mit Hitler. (Ein "Hitler" ist nicht jemanden,  mit dem man verhandeln kann - sondern einen den man einfach eliminiert).

Die Unabhängigen amerikanischen Sicherheitsexperten als VIPS benannt (Veteran Intelligence Professionals for Sanity) glauben, dass die NATO-Kriegsspiele in Russlands Nachbarschaft als äußerst provokativ und gefährlich seien. Immer mehr europäische Politiker distanzieren sich öffentlich von der NATO-aggressiven Politik  - wie der griechische Premierminister Tsipras, der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und  der französisch Präsident Hollande.

Gegensätzliche Wirkungen


NATO ist global gesehen sehr stark. Im Vergleich mit Russland, verwenden die  NATO Staaten zehnmal mehr Geld für ihre Rüstung. Viele Länder gehen davon aus, dass ein NATO-Mitgliedschaft gegen Krieg schützt. Aber wenn  eine Lage von einem asymmetrischen militärischen Gleichgewicht herrscht, ist die logische Konsequenz Gegensätzlich. Sollten  die US / NATO von Basen aus  Russlands Nachbarschaft auslösen, besteht keine Zeit für  die russischen Militärführer zu reagieren. Russland hat sich eindeutig ausgesprochen, sie werde solch eine Situation  nicht tolerieren .

In Russland gilt zurzeit eine Nukleardoktrin, die einen First Strike  mit Einschränkungen ( "Das Konzept der De-Eskalation") ermöglicht. Es ist dadurch beabsichtigt, dass ein begrenzter, ersten Angriff so zu gestalten, dass ein weiteren Krieg weniger wahrscheinlich wird. Im Falle von Grenznahen Auseinandersetzungen zwischen Nato Einrichtungen und Russland würden USA  eine Ausweitung des Konfliktes auf seinem eigenen Territorium entgehen. Welcher amerikanischer Präsident wäre bereit, sein eigenes Land zu zerstören, nur um einem russischen Angriff auf die NATO Einrichtungen in Europa zu vergelten? Der militärisch-strategische Situation ist somit äusserst unstabil. Die Länder mit  NATO-Basen in Russlands Nachbarschaft sind  einem grösseren Risiko ausgesetzt Primärziele zu werden. Das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl bringt wenig Trost - unabhängig vom Ergebnis.

Ursache und Wirkung

Wenn westliche Politiker zwischen "Ursache und Wirkung", Provokation und Reaktion nicht unterscheiden, können die Folgen verheerend sein. Die NATO hat jetzt  Russland  vor drei Entscheidungen gestellt.

1. aufzugeben und die Rolle als amerikanischer Vasallenstaat zu akzeptieren,

2. warten auf die "NATO- First Strike" und damit selbst neutralisiert werden, oder

3. selbst mit taktischen Atomwaffen zuerst gegen die europäische Raketen / Raketenbasen anzugreifen, die eine direkte Bedrohung darstellen - und kalkülieren, dass die USA nicht bereit ist, sich zu rächen.  (Donald Trump hat bereits angedeutet, dass die Vereinigten Staaten nicht unbedingt willig ist für ihre NATO-Partner Deckung zu gewähren).

Präsident Putin hat darauf hingewiesen, dass er auf das "die letzte Schlacht Szenario (3)" angewiesen ist. Die Frage besteht nur, wann. Der Verlierer bleibt in diesem Fall Europa.

Durch Schwedens Annäherung an die NATO hat sich das Risiko markant erhöht, und dass dadurch Schweden in einen Krieg hineingezogen wird. Daher ist es besonders wichtig, dass Schweden und andere europäische Länder alle Initiativen zur Entspannung und Abrüstung wahrnehmen - und damit eine öffentliche Meinung verschaffen - die uns vor der aktiven, kopflosen Kriegspolitik der NATO schützt.

Dem Schweiz Magazin übersandt von "Ärzte aktiv in der Friedensbewegung (Schweden)": Leif Elinder, Anders Romelsjö, Martin Gelin

Übersetzung (M.Gelin) des Debattenartikels, erschien am 12.AUG2016 in der schwedischen Zeitung GÖTEBORGSPOSTEN

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