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Gotthard und Migrationspolitik prägten 2016 die Medienberichterstattung

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Die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels in Anwesenheit aller Staatschefs der Nachbarländer der Schweiz fand in den ausländischen Medien grosse Beachtung. Andererseits war die Schweiz wie zahlreiche andere europäische Staaten auch wegen der grossen Themen unserer Zeit in der internationalen Presse: Migrationsfragen und Islam.

2016 war ein gutes Jahr für die Wahrnehmung der Schweiz in den ausländischen Medien. Dies sieht auch Botschafter Nicolas Bideau, Chef von Präsenz Schweiz im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), so: «In einem Jahr, das von tief greifenden Umwälzungen in der Welt geprägt war, war die wirtschaftliche und politische Stabilität der Schweiz ein echter Trumpf für unser Image im Ausland.» Positiv gewürdigt wurden auch die Eröffnung des längsten Eisenbahntunnels der Welt am Gotthard sowie die Abnahme der negativen ausländischen Berichterstattung über den Schweizer Finanzplatz. Weiter seien die zahlreichen Medienaffären im Zusammenhang mit der muslimischen Bevölkerung in der Schweiz und Migrationsfragen in einem globalen Kontext zu lesen und beschränkten sich nicht ausschliesslich auf die Schweiz, sondern auf die ganze Welt, namentlich auf Europa, erläutert der Chef von Präsenz Schweiz.

Für ein sehr umfangreiches und äusserst positives Echo in den Medien sorgte die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Anfang Juni dieses Jahres. Die ausländischen Medien würdigten einstimmig die Bedeutung des Gotthard-Basistunnels für die gesamteuropäische Verkehrsinfrastruktur. Zudem berichteten sie über die Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten François Hollande, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, des italienischen Premierministers Matteo Renzi sowie des österreichischen Bundeskanzlers Christian Kern. «Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels war für die Schweiz das Medienereignis des Jahres. Rechtzeitig und im Rahmen des vorgegebenen Budgets sowie in Anwesenheit aller Staatschefs der Nachbarländer der Schweiz wurde der längste Tunnel der Welt eröffnet, das ist eine Meisterleistung», meint Botschafter Bideau. Im Zentrum der Medienberichterstattung über die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels stand auch die Innovationskraft der Schweiz. Diese wurde ebenfalls im Zusammenhang mit der erfolgreichen Weltumrundung des Schweizer Solarflugzeugs Solar Impulse in ausländischen Medien oftmals hervorgehoben.

Die ausländische Medienberichterstattung über die Schweiz wurde 2016 stark von  Themen geprägt, die international im Fokus des Medieninteresses standen. So spielte der Umgang der Schweiz mit Flüchtlingen und der muslimischen Bevölkerung eine wichtige Rolle in der ausländischen Berichterstattung. Ereignisse wie die «Handschlag-Affäre von Therwil» oder die Ablehnung eines Einbürgerungsgesuchs zweier muslimischer Mädchen, die aus religiösen Gründen die Teilnahme am Schwimmunterricht und an Schullagern verweigerten, sorgten international für Schlagzeilen. In dieser Thematik waren zudem äusserst intensive Interaktionen und Diskussionen in den sozialen Medien festzustellen.

In der ausländischen Medienberichterstattung über die Schweiz setzte sich 2016 zudem ein Trend fort, der sich bereits in den vergangenen Jahren abzeichnete: Das zunehmende Interesse ausländischer Medien für Volksabstimmungen in der Schweiz. Zwar variierte die Berichterstattung je nach Brisanz und Bezug des Abstimmungsthemas zur Innpolitik der Herkunftsländer der Medien. Insgesamt lässt sich aber ein klarer Trend zu einer umfangreicheren Berichterstattung in diesem Bereich feststellen. Dieses Jahr sorgten insbesondere die Abstimmungen zur «Durchsetzungsinitiative» und zur Initiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» für ein grosses Medienecho, auch über unsere Grenzen hinaus.

Insgesamt nahm die ausländische Medienberichterstattung über die Schweiz 2016 im Vergleich zum Vorjahr ab. Das Jahr war reich an vielen Medienereignissen von globaler Wichtigkeit: Brexit, die VS-amerikanischen Präsidentschaftswahlen oder Sportgrossveranstaltungen wie die Olympischen Spiele oder Fussball- Europameisterschaft nahmen einen wichtigen Platz ein. Der Medienfokus lag auf internationalen Ereignissen ohne direkten Bezug zur Schweiz und führte damit zu einem Volumenrückgang der Berichterstattung über die Schweiz. Verstärkt wurde dieser Rückgang 2016 durch das Fehlen von Schweiz-spezifischen Medienereignissen mit globaler Ausstrahlung. Während es 2015 mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) sowie der FIFA-Affäre zu zwei Ereignissen mit weltweitem Medienecho gekommen war, blieben in diesem Jahr Vorkommnisse von vergleichbarer internationaler Medienresonanz aus. 

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