Weltbank: Die Armut nimmt weiter zu
Die Zahl der Erdbewohner, die unter den Bedingungen der äußersten Armut leben, wird in diesem Jahr um 64 Millionen wachsen. Die Zahl der Hungernden belief sich im vergangenen Jahr weltweit auf 40 Millionen. Diese Zahlen nannte der Weltbank-Präsident Robert Zoellick.
Wie er in seinem Diskussionsbeitrag auf der UNO-Gipfelkonferenz über die Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele in New York sagte, war die Anzahl der Armen in der Welt dank dem Wachstum der Weltwirtschaft 1981 bis 2005 von 1,8 auf 1,4 Milliarden geschrumpft. Laut Schätzungen von US-Experten stieg diese Zahl infolge der globalen Krise 2008 und 2009 wieder auf 1,7 Milliarden. Als äußerst arm gelten laut der UN-Klassifikation die Menschen, die für weniger als einen US-Dollar pro Tag leben, berichtet die Nachrichtenagentur RIA Novosti.
Wie Zoellick betonte, werden die internationale Völkergemeinschaft und in erster Linie die Industrieländer noch vieles tun müssen, um die gesetzten Millennium-Entwicklungsziele innerhalb der vorgesehenen Ziel zu erreichen, weil die WB-Prognosen besorgniserregend sind.
„Bis 2015 wird die Zahl der Kinder, die vor ihrem 5. Lebensjahr sterben, voraussichtlich um weitere 1,2 Millionen steigen“, stellte er fest. „Die Zahl der Menschen, die ohne Zugang zum Trinkwasser haben, kann um 100 Millionen steigen. 350 000 mehr Menschen werden ohne Grundausbildung bleiben.“
70 Prozent der Armen leben dabei in Ländern mit durchschnittlichem Einkommen. Nach seinen Worten arbeitet die Weltbank ständig an Projekten zur Durchsetzung der Millennium-Entwicklungsziele und zur Armutsbekämpfung. In den zurückliegenden zehn Jahren investierte das Geldinstitut 33 Milliarden Dollar ins Gesundheitswesen und in die Lebensmittelversorgung von Entwicklungsländern.
Das Hauptziel der UN-Konferenz besteht in der Festlegung weiterer Schritte zur Umsetzung der 2000 in Aussicht genommenen Entwicklungsziele, zu denen die Überwindung von Armut und Hungersnot, die Zugänglichkeit einer Grundausbildung, die Verringerung der Kindersterblichkeit und die Verbesserung der Lage der Frau gehören. In einer von den Spitzenpolitikern aller UN-Mitgliedsländer 2000 gebilligten Erklärung wurde die Aufgabe formuliert, wesentliche Verbesserungen in diesen Bereichen bis 2015 zu erreichen.



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