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Die Hitler-Guttenberg Parallelen

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Der Vergleich dieser beiden gegensätzlichen Figuren der Zeitgeschichte mag zunächst abstrakt wirken aber angesichts der derzeitigen Geschehnisse in Deutschland drängt es sich geradezu auf, ein grösseres Augenmerk darauf zu legen.

Hitler und der Freiherr von Guttenberg lassen sich selbstverständlich nicht direkt miteinander vergleichen. Hitler war ein Massenmörder, grausamer Verbrecher und ein Diktator wie er im Buche steht. Guttenberg hingegen ist ein überzeugter Demokrat der fest zur Freiheitlichen demokratischen Grundordnung steht und dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit absolut fern sind. Er ist intelligent, charmant, gutaussehend, weiss sich zu verkaufen, wirkt sympathisch und nationalsozialistisches Gedankengut ist ihm fremd.

Doch aber gibt es Parallelen und die finden sich bei den Anhängern. Die Verehrer Hitlers waren blinde Gefolgsleute die ihr Idol anhimmelten und sich bedingungslos unterwarfen. Sie liessen keine Kritik an ihrem Helden zu und waren bereit jede Schlechtigkeit zu ignorieren oder als gerechtfertigt anzusehen.

Ähnlich verhält es sich dieser Tage mit dem Freiherrn zu Guttenberg. Egal wie falsch Entscheidungen als Wirtschaftsminister gewesen sein mögen, als späterer Kriegsminister im Kunduz-Skandal oder im Fall des Segelschulschiffes Gorch Fock und zuletzt in der Plagiat-Affäre, seine Anhänger folgen in der gleichen blinden und kritiklosen Verehrung wie sie auch Hitler zuteil wurde. Ein beliebtes Argument der Pro - Guttis: Er macht seinen Job hervorragend und packt richtig an. Fragt man dann nach, was denn genau von Guttenberg gut gemacht hätte und wo seine "Schaffenskraft" erfolgreich gewesen sei, blickt man in ratlose Gesichter denn niemand findet darauf eine Antwort. Seine Statements werden von ihnen ungeprüft abgesegnet, sie verdrehen Unrechtes ins Gegenteil und verharmlosen das Vorgefallene und vermuten hinter jedem öffentlichen Zweifel an ihrem "Führer" geheime Aktionen linker Bünde.

Diese blinde Gefolgschaft findet sich auch in Massenmedien und Künstlerkreisen wieder, die wie einst der "Völkische Beobachter" und die UFA-Stars ungeachtet aller Verfehlungen propagandistische Artikel verbreiten und ungebrochene Sympathie bekunden. Dazu gehören auch fragwürdige Umfrageergebnisse die eher wie Durchhalteparolen wirken und mit "Volkes Stimme" aber auch rein gar nichts zu tun haben. Sie spiegeln nur das Interesse der herrschenden Elite wider.

Begründet werden kann diese Heroisierung mit einem Aspekt der auf Hitlers Anhänger ebenso zutraf, wie er auch bei Guttenberg Fans zu finden ist. Es ist eine tiefe Sehnsucht in einem grossen  Teil der Deutschen nach einer Führerschaft der sie blind folgen können und die die personifizierte Aufrichtigkeit verkörpert. Dieser Wunsch steckt in Millionen von Bürgern, die zeigen das der "ewige Untertan" immer noch vorhanden ist. Sie suchen nach einer Leitfigur die alles weiss, alles kann, die alles durchsetzen wird, wenn sie mal die Möglichkeit hat, die Macht auszuüben und für Viele ist Guttenberg eben diese integer scheinende Person der sie blind folgen wollen.

Der grössere Teil seiner Anhängerschaft ist weiblich. Wie auch bei Hitler wirkt seine Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht und löst auch sexuelle Phantasien aus. Es wird faktisch mit dem Unterleib gedacht anstatt mit dem Kopf. Weibliche Wähler würden ihm sicher nicht ihre Stimme geben weil sie von Guttenbergs Pläne für eine Reform der Bundeswehr so aufregend finden. Viele Frau fühlen sich sexuell zu ihm hingezogen, weil er nach Aussen stark, dominant und zielstrebig wirkt. Dieser Aspekt zieht sich nahezu durch alle Altersgruppen seiner weiblichen Gefolgschaft, wobei die 45-54 -jährigen Frauen sich zu ihm besonders hingezogen fühlen. Die Besucherinnen seiner Webseite sind in dieser Altersklasse überrepräsentiert. Nach dem Webseiten Informationsdienst Alexa haben sie eine einfache Schuldbildung, keine Kinder und treiben sich während ihrer Arbeitszeit auf zuguttenberg.de herum.

Aber auch Jugendliche und junge Erwachsene sind extrem gefährdet unter denen viele Mitglieder der Jugendorganisation der CDU/CSU (Junge Union) sind. So bemerkte schon 1989 ihr ehemaliger Generalsekretär Heiner Geißler, die CDU sei eine "führerkultische Partei". Sie versammeln sich in Facebook-Gruppen die teilweise ähnliche Züge tragen wie früher die Hitlerjugend oder der Bund deutscher Mädchen. Hier gilt das Prinzip der kritiklosen Vergötterung, einer heidnischen Götzenverehrung und eines verzerrten Unrechtsbewusstseins. Guttenberg ist ihr Hoffnungsträger der sie, wenn erst einmal Kanzler, ins gelobte Land führen soll. In ihm sahen sie bisher ihre Zukunft. Dieses Phantasiegebäude jetzt durch immer neue Skandale gefährdet zu wissen ist für sie schmerzlich und so werfen sie über Social-Media Plattformen ihre letzten Aufgebote in die Schlacht um ihren "Führer", der Deutschland wieder zu Glanz und Gloria führen sollte, zu retten.

Gut zu wissen, dass Freiherr von und zu Guttenberg sich am Ende mit seiner "Eva" nicht das Leben nehmen wird. Er muss nur den Doktortitel streichen und das "von und zu" in "auf und davon" ändern. So bleibt Deutschland eine charismatische Person erhalten und die sich nach ihrem Rücktritt als Kriegsminister allein wieder um das Verwalten ihres Familienvermögens wird kümmern können.

Was zurückbleibt sind diejenigen die ihre Zukunft mit seiner verbanden und vor einem Nichts stehen werden, so wie Millionen Anhänger Hitlers nach dem Ende des zweiten Weltkrieges auch. Sie endeten als eine traurige und hoffnungslose Generation, die es nie schaffte sich von ihrer falschen Heldenverehrung zu befreien.

Bild Umfrage: Soll Guttenberg zurücktreten ?

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Was ist Aristokratie? Die Aristokratie, ich werde es Euch sagen! Die Aristokratie ist der Bund, die Vereinigung derer, welche genießen wollen, ohne zu schaffen, leben wollen, ohne zu arbeiten, alle Ämter begehren, ohne sie ausfüllen zu können, alle Ehren beanspruchen, ohne sie verdient zu haben: das ist Aristokratie!

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Zitat

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