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Delfintod durch eigenen Fehler im Connyland?

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Da offenbar die entlastenden Beweismittel für den Tod von zwei Delfinen bis heute nicht erbracht werden konnten, werden jetzt neue Theorien im Connyland aufgrund eines nach dem Delfintod erstellten Berichts des Instituts für Rechtsmedizin in St. Gallen aufgestellt. Demnach seien das Opiat und Schmerzmittel Buprenorphin und das Beruhigungsmittel Benzodiazepin im Blut der Delfine gefunden worden. Es bestehe die Vermutung, dass die Delfine dadurch vergiftet worden seien, so das Connyland. Das WDSF hält diese Connyland-These für durchaus zutreffend, allerdings wohl eher durch mögliches Selbstverschulden als durch Fremdeinwirkung.

Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und die Organisation ProWal hatten bereits im letzten Jahr berichtet, dass den beiden kranken Delfinen neben dem nachgewiesenen und offenbar tödlichen Antibiotika zusätzlich das schmerzstillende Heilmittel „Yunnan Baiyao" verabreicht wurde, das keinesfalls zusammen mit Fisch eingenommen werden darf. Dieses Heilmittel enthielte Opiate, sodass es nicht verwunderlich sei, dass Opiatrückstände im Urin der verstorbenen Delfine gefunden wurden. Durch eine falsche Verabreichung von „Yunnan Baiyao“ sei eine Vergiftung der Delfine nicht auszuschließen, so das WDSF bereits am 15.11.2011. Die Kreuzlinger Staatsanwaltschaft hatte dem WDSF schriftlich bestätigt, dass sie auch das chinesische Präparat beschlagnahmt hatte. Die beiden gesunden Delfine hatten offenbar keines der Medikamente bekommen, sodass ein zielgerichtetes Fehlverhalten von Connyland-Mitarbeitern vorliegen könnte, meint das WDSF, das zum Tod der Delfine geführt hat.

Wie soll überhaupt eine Vergiftung der Delfine durch die jetzt erwähnten Schmerz- und Beruhigungsmittel möglich gewesen sein, fragt das WDSF. Der Inhalt des Fisch-Kühlschranks wurde nach dem zweiten Delfintod am 13.11.2011 von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Allerdings war dieser Nahrungkühlbehälter nach einer jetzigen Aussagen eines ehemaligen Connyland-Mitarbeiters gegenüber dem WDSF nie verschlossen. Theoretisch hätte demnach jeder im Park den Kühlschrank öffnen können. Dann stelle sich allerdings die Frage, wie jemand Gift in den gefrorenen Fisch platzieren konnte. Sämtliche Fischboxen seien jeweils versiegelt. Jeder der Delfinpfleger hätte sofort bemerkt, wenn eine Schachtel durch Fremdeinwirkung geöffnet worden wäre, meint WDSF-Chef Jürgen Ortmüller. Vergifteter Fisch hätte demnach in einer original versiegelten Packung in den Kühlschrank gelegt werden müssen, damit eine etwaige Manipulation nicht auffällt. Allerdings sind die beiden Delfine in einem Abstand von fünf Tagen gestorben und die jeweils angebrochene Fischpackung werde immer am gleichen Tag vollständig verwertet. Für eine mehrfache angebliche Vergiftung hätten gleich mehrere Packungen des gefrorenen Fischs an verschiedenen Tagen ausgetauscht werden müssen, was relativ unwahrscheinlich erscheint, meint die Delfinschutz-Organisation.

Der erfahrenste Delfintrainer im Connyland, Luca Marini, hätte sich zum Zeitpunkt der Ereignisse in Italien aufgehalten. Es sei durchaus denkbar, dass einer der unerfahrenen Tierhelfer Fehler bei der Dosierung der Medikamente gemacht habe und das chinesische Schmerzpräparat anwenderwidrig zusammen mit Fisch verabreicht habe, ggf. sogar zusammen mit den jetzt genannten Barbituraten. Die Personalbesetzung sei im Winter äußerst mangelhaft in dem geschlossenen Park, heißt es in den aktuellen Trainerangaben, die dem WDSF vorliegen. Es bestehe also durchaus die Vermutung, dass durch eine falsche Medikamentendosierung Fehler im eigenen Hause gemacht wurden. Das Immunsystem der ganz offensichtlich bereits kranken Delfine wäre durch Fehler möglicherweise noch weiter geschädigt worden und die lärmlastige Techno-Party käme noch erschwerend hinzu. Die Verkettung der Fehler hätte dann zum Tod der Delfine geführt, meint das WDSF. Ortmüller: „Hilflos mit dem Rücken zur Wand versucht Connyland-Pressesprecher Brandenberger die Tatsachen zu verdrehen und anderen die Schuld am Tod der Delfine in die Schuhe zu schieben. Es ist an der Zeit, dass kein Delfin in der Schweiz mehr leidet und das Importverbot zum Wohl der sensiblen Meeressäuger umgesetzt wird.“

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